Zürich

«Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen»

Von Lucienne-Camille Vaudan. Aktualisiert am 12.02.2012 4 Kommentare

Der FCZ hat die Feuerprobe bestanden: Rund um das Derby gegen die Grasshoppers blieb es ruhig, die 6000 Fans machten trotz eisiger Kälte Stimmung. Beim FCZ zeigt man sich erleichtert.

1/8 Leere Ränge: Die Südkurve blieb ohne Zuschauer.
Bild: Lucienne-Camille Vaudan

   

Artikel zum Thema

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Nach den Randalen beim letzten Zürcher-Derby waren heute alle Blicke auf die Fans der beiden Lager gerichtet. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot und zwei Wasserwerfern vor Ort. Experten und Behörden rechneten damit, dass sich einige GC-Fans in die Nähe des Letzi verirrten und gegen das Stadionverbot protestierten. Doch von der Anspannung war vor dem Stadion nichts zu spüren – im Gegenteil: Die Ruhe vor dem Anpfiff war beinahe gespenstisch. Und auch nach dem Spiel blieb die Lage entspannt.

Auf den Tribünen versammelten sich nach Angaben des FCZ 6000 Fans: Vom Einjährigen bis zur Seniorengruppe, alle in dicke Kleiderschichten eingepackt um 90 Minuten lang minus 13 Grad standzuhalten. Vor der leeren Südkurve prangte ein Transparent mit den Worten: «Fussball ohne Kurven ist wie eine Liga ohne Xamax».

«Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen»

Die anwesenden Fans machten Stimmung, so gut es eben geht bei leeren Rängen und Minustemperatur. «Ich möchte mich bei den Zuschauern auf der Tribüne bedanken», sagt der FCZ-Mediensprecher Giovanni Marti nach dem 227. Derby. Er sei davon ausgegangen, dass nichts passieren würde: «schliesslich wussten wir genau, welche Leute im Stadion sein werden.» Die Anspannung im Vorfeld des Spiels sei dennoch gross gewesen: «Mir ist richtiggehend ein Stein vom Herzen gefallen. Ich bin froh, dass alles so gut über die Bühne ist.»

Der FCZ könne sich nun doppelt über den Sieg freuen, sagt Marty gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Trotzdem sei er auch ein bisschen traurig, denn ohne Kurven käme halt keine richtige Derbystimmung auf. Auch wenn die Derby-Bilanz für den FCZ durchweg positiv ist: «Ich denke, wir haben an Glaubwürdigkeit gewonnen, aber wir bleiben nach wie vor aufmerksam». Er hoffe, dass nun wieder der Fussball im Fokus des Interesses stehe.

Gratistee im Stadion

«Das Wetter war ein guter Hilfspolizist», sagt der Kommunikationschef der Zürcher Stadtpolizei, Marco Cortesi gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Schlechtes Wetter wirke Ausschreitungen oft entgegen. Aber auch das Public Viewing von GC, das weit vom Letzistadion entfernt stattfand, habe deeskalierend gewirkt.

«Im Stadion wurden keine Pyros abgebrannt und die Atmosphäre war trotzdem gut», sagt Cortesi, der selber im Stadion war: «Das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.»

Auch das Alkoholverbot sei eingehalten worden. Von den rund 40 betroffenen Lokalen habe sich gemäss polizeilichen Kontrollen lediglich ein Wirt nicht an die Weisung gehalten. Im Stadion wurde den Fans eine erwärmende Alternative geboten: Gratistee.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.02.2012, 20:14 Uhr

4

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

4 Kommentare

Markus Bettler

12.02.2012, 20:28 Uhr
Melden

würde mich wunder nehmen ob die einblendung auf dem grossen screen im stadion zu beginn (ironische begrüssung der nicht zugelassenen gc-fans) auf dem mist vom fcz-mediensprecher gewachsen ist. so von wegen provokationen austeilen. einfach unglaublich. Antworten


Hans Meier

12.02.2012, 20:32 Uhr
Melden

Keine Pyros abgefackelt == "Keine richtige Derby-Stimmung". Einige haben anscheinend immer noch nichts gelernt. Traurig. Zum Glueck hat wenigstens Cortesi was vernuenftiges rausgelassen. Antworten



Zürich

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

Umfrage

Am 17. Juni stimmen wir darüber ab: Würden Sie die Volksinitiative «Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse» heute annehmen?