«Mit Schwarzarbeit wird am häufigsten betrogen»
Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 07.06.2011 45 Kommentare
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Die Zahl der Sozialfälle ist in der Stadt Zürich mit mehr als 8000 Fällen auf hohem Niveau stabil. Was sind die Gründe?
Auf hohem Niveau ist relativ. Die Stadt Biel, als Beispiel, hat doppelt so viele. Grundsätzlich ist aber der Arbeitsmarkt der wichtigste Faktor. Wir haben zwar in der Finanzkrise Glück gehabt, die Auswirkungen waren gering. Es gibt aber immer weniger Arbeitsplätze für wenig qualifizierte Arbeitskräfte. Dies macht uns ein wenig Sorgen. Das aktuelle Niveau an Fallzahlen kann die Stadt aber problemlos finanzieren.
Wie viele Leute bleiben denn ein Leben lang abhängig von Sozialhilfe?
Ganz wenige. Rund 50 Prozent der Fälle können wir nach einem halben Jahr wieder ablösen. Meist überbrücken wir Notsituationen, beispielsweise bei Familien mit Kindern, die nach einer Scheidung zu wenig Geld haben. Dafür war die Sozialhilfe ursprünglich gedacht. Lebenslänglich bleiben nur wenige von ihr abhängig, oft Leute mit einem Suchthintergrund. Die genaue Zahl kenne ich aber nicht. Sie liegt aber sicher unter zwei Prozent.
Im Jahr 2010 wurden nur halb so viele mögliche Sozialhilfebetrüger durch Inspektoren kontrolliert als im Vorjahr. Hat der politische Druck abgenommen und wird deshalb weniger gemacht?
Im Gegenteil. Dies ist ein Ausdruck davon, dass die vorherigen Kontrollstufen mehr greifen. Schon die Sozialarbeiter sind aufmerksamer. Die Kontrolleure werden erst eingesetzt, wenn wirklich eine Observierung nötig wird.
Wie wird am häufigsten betrogen?
Ganz klar mit Schwarzarbeit. Oder der Besitz eines Autos wird nicht angegeben.
Rund die Hälfte der Bezüger sind Ausländer. 64 Prozent der Fälle, die von Inspektoren untersucht werden, betreffen ebenfalls Ausländer. Was sind die Gründe?
Ein Grossteil wurde in den 70er- und 80er-Jahren in die Schweiz geholt, um zu arbeiten. Meist waren es wenig qualifizierte Arbeitskräfte. Wenn diese ihren Job verlieren, ist es schwieriger, sie von der Sozialhilfe abzulösen. Bei einem anderen Teil wissen wir nicht genau, woran es liegt.
Gibt es eine Zuwanderung in unsere Sozialwerke?
Das ist definitiv nicht so. In Zürich gibt es allgemein eine hohe Zuwanderung von Ausländern, die aber helfen, unsere Sozialwerke zu finanzieren. Das ist ein riesiges Geschäft in der ganzen Schweiz, nur spricht man nie davon.
2007 gelangten Margrit Zopfi und Esther Wyler an die Medien und kritisierten die Zustände im Sozialamt scharf. Mit all den Änderungen, die nun vorgenommen wurden: Wie würde es den beiden Frauen heute gehen?
Dazu äussere ich mich nicht. Ich kenne die beiden nicht persönlich. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.06.2011, 13:09 Uhr
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45 Kommentare
Wie wäre es, wenn der Tagi statt oberflächlich geführte Gefälligkeitsinterviews jeweils Links zu den betreffenden Statistiken zur Verfügung stellen würde? Somit hätten wir kritischen Leser zumindest die Möglichkeit einen "Bull Shit"-Check zu machen. Diese Art von Artikel ist zu stark politisch gefärbt und benötigt dringend mehr Hintergrundmaterial! Antworten

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