Mit Videokameras und «anderen Mitteln» gegen Einbrecher

Sie haben Geld in der Kasse und werden ständig ausgeraubt: Die Ladenbesitzer im Kreis 4 haben die Nase voll. Um ihre Läden zu beschützen, schrecken manche vor nichts zurück.

Kameras über dem Tresen, weitere «Mittel» darunter: Die Ladenbesitzer im Kreis 4 wappnen sich gegen Einbrecher. (Bild: Felix Schindler)

Kameras über dem Tresen, weitere «Mittel» darunter: Die Ladenbesitzer im Kreis 4 wappnen sich gegen Einbrecher. (Bild: Felix Schindler)

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Alarmanlagen, Panzerglas, Fensterläden aus Stahlblech und Überwachungskameras: Die Ladenbesitzer im Kreis 4 haben sich gegen die dauernden Einbrüche aus dem Umfeld der Drogenszene gerüstet. Tagesanzeiger.ch besuchte mehrere Läden um die Langstrasse, und in keinem einzigen fehlte eine Videokamera. Selbst das Optikergeschäft Diepolder an der Militärstrasse, das nur wenige Quadratmeter gross ist, hat zwei hochauflösende Kameras installiert. «Damit sieht man jeden Pickel», sagt der Geschäftsführer Urs Diepolder. Nachdem ihm im letzten Jahr gleich fünf Mal die Scheiben eingeschlagen wurden, schützt sich der Optiker nun mit Sicherheitsglas vor Einbrechern.

Die einen sperren Diebe aus

In der Paninoteca La Penisola an der Ankerstrasse steht auf einem Regal neben einer Flasche Grappa ganz diskret eine Mikrokamera. «Mit der kleinen Kamera überblicke ich aus dem Büro den ganzen Laden», sagt Luigi Amendolara. Genützt hat sie bisher allerdings wenig: Er schaute einem Dieb zwar dabei zu, wie der das grosse und prall gefüllte Sparschwein auf der Theke klaute. Doch der Dieb war bereits verschwunden, als er zurück im Laden war.

Auch die Paracelsus-Apotheke an der Langstrasse hat eine Videokamera installiert. Doch wenn die Apothekerin Lepojka Ilic den Laden verlässt, verriegelt sie ihn zusätzlich mit schweren Fensterläden aus Stahlblech. So gepanzert wurde die Apotheke noch nie Opfer eines Einbruchs.

Die anderen schliessen sich mit ihnen ein

Selbstredend, dass sich das Elektronikfachgeschäft Pusterla an der Hohlstrasse mit modernster Technik ausgerüstet hat. Ausser Kameras, die den gesamten unübersichtlichen Laden im Visier behalten, trafen die Inhaber eine Sicherheitsvorkehrung, die man sonst aus Banken kennt. Sollte der Laden überfallen werden, drückt ein Mitarbeiter einen Knopf neben der Kasse und verriegelt die Eingangstüre und verhindert so die Flucht des Diebes, bis die Polizei eintrifft. Die Vorstellung, mit einem Dieb in einem Laden eingesperrt zu sein, sei vielen Mitarbeitern nicht etwa unangenehm, wie man erwarten könnte. «Im Gegenteil», sagt einer der Ladeninhaber, der nicht namentlich genannt werden will.

«Unter der Theke habe ich noch weitere Mittel, um mich gegen Diebe zu wehren. Ich würde nicht zögern, sie einzusetzen», sagt er weiter. Um welche Mittel genau es sich handelt, will er nicht sagen. Nur so viel: «So etwas hat jeder hier im Quartier.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.09.2008, 10:46 Uhr

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