Mittelalterliches Spektakel für alle Sinne

Der Münsterhof verwandelt sich vom 22. bis zum 24. August in einen mittelalterlichen Marktplatz. Das 4. Zürcher MittelalterSpectaculum lockt mit allerlei archaischen Attraktionen.

Mitglieder der Gruppe Hoeboecken Dans sorgen für die richtige Musik. (Bild: PD)

Mitglieder der Gruppe Hoeboecken Dans sorgen für die richtige Musik. (Bild: PD)

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In einer Woche wird auf dem Münsterhof das Rad der Zeit zurückgedreht: Gaukler und Spielleute sorgen dann für Unterhaltung, Krämer bieten ihre Waren feil, und Handwerker aller Gilden geben Einblick in ihre Kunst. Auch kulinarisch gibt sich das Spektakel so mittelalterlich wie möglich: In den Tavernen werden nach traditionellen Rezepten Spiesse, Lammgigots und Spätzli zubereitet, und man kocht auf offenem Feuer einen Emmer-Eintopf. Getrunken werden Met, Most und natürlich Bier. Statt Plastikbechern gibt es Gefässe aus Ton, und das Essen wird auf kompostierbaren Palmblatttellern serviert. So bleiben am Ende des Wochenendes nur rund 300 Kilo Abfall zurück - was nicht zuletzt die Stadt freut, die bereitwillig mit den Organisatoren kooperiert.

«Liebeserklärung an die Stadt»

«Das Mittelalter-Spectaculum ist eine Liebeserklärung an die Stadt Zürich und ein Geschenk an die Bevölkerung», sagt Susann Pflüger, Präsidentin der Gesellschaft zu Fraumünster, die den Anlass organisiert. Die Gesellschaft feiert dieses Jahr ihr 20-Jahr-Jubiläum, sie zählt mittlerweile 50 Mitglieder. Den historischen Hintergrund des Vereins bilden die Fürst-Äbtissinnen der Fraumünster-Abtei, die über 650 Jahre lang die Geschichte Zürichs mitgeprägt haben. Im Andenken an sie will die Gesellschaft die Bedeutung von Frauen in der Entwicklung der Stadt aufzeigen. Seit 1999 organisiert der Verein alle drei Jahre das Mittelalter-Spectaculum - gegen 9000 Besucher hat bereits das erste Spektakel angezogen. Pflüger: «Wir waren damals die Ersten, die in Zürich einen Anlass dieser Art durchgeführt haben.» Inzwischen sei die Mittelalter-Szene gewachsen, und man müsse längst nicht mehr soviel aus Deutschland importieren wie beim ersten Spektakel.

Schaukampftruppe Freywild

Für die vierte Ausgabe hat man die Schaukampftruppe Freywild, die Musikanten von Hoeboecken Dans und weitere mittelalterliche Unterhalter engagiert. Wer möchte, kann an den Ständen der Handwerker selbst Hand anlegen. Die Frauen der Gesellschaft zu Fraumünster engagieren sich als Krämerinnen und verkaufen Eingemachtes und Kräuter.

Weitere Attraktionen sind ein Handkurbelriesenrad und ein Zelt, in dem Märchen und Sagen erzählt werden. Auf dem Münsterhof und im Theater Stok wird ein Theaterstück aus der Zeit vor der Reformation aufgeführt. Das Fasnachtsstück «Der Ablasskrämer», in dem der Zürcher Maler und Dichter Niklaus Manuel (1484–1530) den Ablasshandel der katholischen Kirche anprangert, ist vielleicht sogar eine Uraufführung: Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Stück jemals aufgeführt wurde. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.08.2008, 08:09 Uhr

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