Modeberaterin erschleicht über eine halbe Million Franken Sozialhilfe

Eine 43-jährige Modeberaterin hat in zwölf Jahren eine halbe Million Franken Sozialhilfe bezogen. Weil sie daneben regelmässig gearbeitet hat, hat sie das Bezirksgericht Zürich am Mittwoch zu zwei Jahren Freiheitsstrafe bedingt verurteilt.

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Laut Anklage hat die gebürtige Philippinin und Mutter von fünf Kindern zwischen Frühling 1996 und März 2008 regelmässig Sozialhilfe bezogen, und dies, obwohl sie immer wieder gearbeitet hat. So war sie unter anderem als Serviceangestellte tätig oder arbeitete in einem Uhrengeschäft.

Zuletzt wirkte die Sozialhilfeempfängerin als Modeberaterin. In den zwölf Jahren hatte sie Gehälter und Arbeitslosenhilfe in der Höhe von rund 300'000 Franken bezogen. Dazu kamen die gleichzeitig bezogenen Fürsorgegelder in der Höhe von über 501'000 Franken.

Die Staatsanwaltschaft beantragte wegen Betrugs und mehrfacher Urkundenfälschung eine Busse von 1200 Franken sowie eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Davon sollte sie acht Monate absitzen.

Vorwurf an die Sozialbehörden

Die Angeklagte war grundsätzlich geständig. Unter Tränen erklärte sie, dass sie den Staat zwar betrogen habe, aber aus berechtigten Gründen. Sie sei mit ihren fünf Kindern nicht über die Runden gekommen. Ihr gewaltbereiter Ehemann habe sie zudem zum Betrug gezwungen. Einmal habe sie der Gatte sogar mit einem Messer am Hals verletzt.

Ihr Verteidiger verlangte umfassende Freisprüche und richtete seinerseits heftige Vorwürfe an die Adresse der Sozialbehörden. Das Sozialamt habe versagt, weil es hätte wissen müssen, dass die Frau zusätzliche Einkommen generierte.

Gericht folgt der Anklage

Die drei Bezirksrichterinnen folgten aber weitgehend der Anklage und verurteilten die Frau zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit einer Probezeit von drei Jahren. Das Gericht verneinte die «finanzielle Notsituation» der Angeklagten, da diese pro Monat rund 4500 Franken Sozialhilfe bekommen habe.

Die Druckversuche des Ehemanns bezeichnete das Gericht als Schutzbehauptung, da die Angeklagte auch nach der Inhaftierung des Mannes delinquiert habe. Dass die Frau nicht eingesperrt wird, hat sie ihren Kindern zu verdanken. Sie hat das Geld nicht für Luxusgüter ausgegeben, sondern für ihren Nachwuchs. (mro/sda)

Erstellt: 10.09.2008, 16:04 Uhr

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