Mutter suchte Arbeit – und fiel auf Betrügerbande herein

Eine junge Frau wurde von einer Geldwäscherbande ausgenutzt. Da sie nicht aus Gewinnsucht handelte, wiege ihr Verschulden nicht schwer, urteilte das Gericht.

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Über Internet hatte die zum Tatzeitpunkt 27-jährige Frau Arbeit gesucht und wurde von einer «Ship-It Inc.» kontaktiert. Der angebotene Job war einfach: Sie sollte in bar Geldbeträge von einem Konto abheben und über verschiedene Geldtransferfirmen an Bedürftige in Osteuropa weiterleiten. Was die Frau nicht wusste: Die insgesamt 32'000 Franken stammten von Betrügern, denen es gelungen war, das E-Banking-System der Post zu knacken. Sie hatten mit fingiertenE-Mails Kunden dazu gebracht, ihnen ihre Kontozugangsdaten preiszugeben. Die Frau benutzten sie, um ihre Spuren zu verwischen.

Im Juni stand die Frau vor Gericht, jetzt ist das Urteil veröffentlicht worden. Dass die Art der Überweisungen, die sie tätigen musste, einigermassen suspekt war, fiel der jungen Frau offenbar nicht auf. Sie habe keine Ahnung vom Geschäftswesen, sagte sie. Sie sei einfach froh gewesen, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen und sich und ihren Eltern zu beweisen, dass sie es packe, sagte sie dem Gericht. Erst nach einigen Transaktionen sei sie stutzig geworden, weshalb sie ihre «Arbeit» wieder aufgab. Betrügerische Absichten habe sie nie gehabt.

1500 Franken bedingte Geldstrafe

Genützt haben ihr ihre Beteuerungen nichts. Das Bezirksgericht stellte fest, die fraglichen Geschäftsvorgänge seien nicht nur ungewöhnlich, sondern geradezu unsinnig gewesen. Das hätte jedem Durchschnittsmenschen und damit auch der Angeklagten genügend Hinweise darauf geben müssen, dass die Gelder nicht legaler Herkunft gewesen seien. Aber sie habe die Verdachtsmomente nicht sehen wollen. Allerdings wiege das Verschulden der Frau nicht schwer, immerhin habe sie ja nicht aus Gewinnsucht gehandelt.

Die Frau wurde zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 50 Franken verurteilt. Noch nicht klar ist, ob sie der Postbank 32'000 Franken zurückzahlen muss. Die Postbank hatte den Kunden, denen das Geld rechtmässig gehörte, den Schaden ersetzt, und fordert dieses Geld nun zurück. Das Gericht verwies die Forderung auf den Zivilweg. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.10.2008, 06:56 Uhr

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