Zürich

Nach Polizeikontrollen sinken die Verkäufe bei den Fixies

Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 27.10.2009 12 Kommentare

Fixies oder Starrlauf-Velos sind beliebt. Doch wenn sie nur eine oder gar keine Bremse haben, drohen Bussen bis 500 Franken. Deshalb sinken die Verkaufszahlen.

Ein Starrlauf, keine Hinterbremse: Das ist verboten. (Bild: TA)

Ein Starrlauf, keine Hinterbremse: Das ist verboten. (Bild: TA)

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Diverse Besitzer von Starrlauf-Velos in Zürich wurden gebüsst, weil sie nur eine oder gar keine Bremse an ihrem Rad hatten. Vor allem bei den gezielten Grosskontrollen gingen der Stadtpolizei zahlreiche der unerlaubten Räder ins Netz. Mit happigen Folgen: Wer ohne oder mit nur einer Bremse fährt, muss mindesten 258 Franken zahlen. Im Wiederholungsfall muss laut dem Stadtrichteramt mit einer Busse von bis zu 500 Franken rechnen. Hinzu kommen Spruch- und Zustellgebühren von rund 300 Franken.

«Wer Fixie fährt, bleibt dabei»

Über zwei Dutzen Velokontrollen hat die Stadtpolizei laut eigenen Angaben in diesem Jahr durchgeführt. Die Kontrollen schrecken viele Velofahrer ab, überhaupt ein Fixie zu fahren – obwohl der Starrlauf legal ist. «Die Kunden sind total verunsichert und fragen uns, ob Fixies nicht verboten sind», sagt Jvan Delvais vom Velo Elsener im Seefeld.

Dabei stehen bei ihm keine illegalen Räder im Geschäft: Alle Velos mit Starrlauf haben zwei Bremsen. Dennoch kaufen weniger Leute ein solches Bike. «Offenbar führten Berichte über eingezogene Fixies und hohe Bussen dazu, dass die Kunden darauf verzichten, obwohl sie es lässig finden», sagt Delvais.

Sinkende Verkaufszahlen stellt auch Aaron Henderson fest. Er baut in Zürich seit Jahren Starrlauf-Velos nach Kundenwunsch zusammen. «Die Kontrollen haben negative Auswirkungen», sagt Henderson. Doch mit zwei Bremsen am Velo habe man keine Probleme. «Und wer Fixie fährt, der bleibt auch dabei», ist Henderson überzeugt.

Stress durch Kontrollen zu gross

Das gilt jedoch nicht für alle. «Mit zwei Bremsen ist mein Fixie einfach nicht mehr das Velo mit dem selben Fahrgefühl wie früher, als es nur eine Bremse hatte», sagt Starrlauf-Fahrer Thomas*. Zudem braucht es einiges an Fahrkönnen, um nur mit dem Gegendruck auf die Pedalen das Hinterrad zu blockieren. «Damit konnte man sich von anderen Fixie-Fahrern mit zwei Bremsen abheben», sagt Thomas.

Doch der Stress durch die Kontrollen ist dem Bike-Freak zu gross. «Ich will doch nicht immer mit der Angst durch die Stadt fahren, dass ich an jeder Ecke eine saftige Busse einfange», sagt Thomas. Deshalb wird er sein Fixie verkaufen und gegen ein Rennvelo tauschen.

* Name der Redaktion bekannt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.10.2009, 17:09 Uhr

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12 Kommentare

Alfred Kocher

27.10.2009, 14:21 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Als nächstes wollen diese Fixie-Leute Autos ohne bremsen, weil so kann man beweisen, dass man toll ist. Antworten


André Jenny

27.10.2009, 14:48 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Rücktrittsbremse soll genügen, dass ich nicht lache - so eine Kette kann ja durchaus auch mal reissen. Schon erstaunlich, wie weit man heute geht, um den urbanen Szeni rauszuhängen... Antworten



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