Zürich
Neubau am Tag der Einweihung bereits in Brand gesteckt
Brandhaus Rohwiesen: In Zürich Nord werden Lösch- und Rettungseinsätze geübt. (Bild: Theodor Stadler)
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Das fünfgeschossige Haus mit seinem rauen Betoncharme könnte auch in einer Architekturzeitschrift beschrieben sein. Der Bau ist zwar nur ein Bruchteil so hoch wie der Kamin der nahe gelegenen Kehrichtverbrennungsanstalt Hagenholz, überragt auf dem Gelände aber alle Gebäude im Ausbildungszentrum Rohwiesen.
In diesem Brandhaus übt die städtische Berufsfeuerwehr, Garagen- und Wohnungsbrände zu bekämpfen, Menschen mit Leitern von Balkonen zu bergen und Dacharbeiter aus luftiger Höhe abzuseilen. Das Architekturbüro Staufer & Hasler hat die fünfstöckige Trainingsanlage entworfen. Sie ersetzt nicht nur einen veralteten Vorläufer, sondern ist diesem mit seinem modernen Innenleben überlegen.
Gasfeuer statt Autowracks
Im neuen Brandhaus lassen sich dank mobilen Wänden und vielen Ein- und Ausgängen alle Ernstfälle simulieren. Zudem üben die Rettungskräfte dank neuer Technik umweltfreundlicher: Wurden früher Holzpalette verfeuert und Autowracks angezündet, stehen heute Gasfeuerungen und ein Modellauto aus Stahl zur Verfügung. Auch Möbel-, TV-, Bett- und Laborattrappen sind aus Stahl gefertigt und immer wieder einsetzbar.
Weil die Gasflammen kaum Brandspuren hinterlassen und die Architekten trotzdem die zerstörerische Kraft des Feuers an der Fassade zeigen wollten, griffen sie zu einem Kniff: In die Betonschalungen wurden vor dem Guss verkohlte Pfosten eingelegt.
Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) verglich das Brandhaus bei der gestrigen Eröffnung mit einer Geisterbahn. Auch das Brandhaus stecke für die Übungsteilnehmer voller Überraschungen. Der Adrenalinspiegel sei bei Feuerwehrleuten ähnlich hoch wie bei Geisterbahnbesuchern, weil sie nie wüssten, was hinter der nächsten Ecke lauere. Das Brandhaus war nicht nur aus technischer Sicht notwendig, sondern auch wegen der stetig abnehmenden Zahl von Bränden. Die Feuerwehrleute müssten regelmässig üben, um in Form zu bleiben, sagte Stadtrat André Odermatt (SP). (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 18.05.2011, 07:45 Uhr
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