Neue S-Bahn: Jetzt wirds komfortabel
Von Roman Weber, Christoph Landolt. Aktualisiert am 03.06.2010 15 Kommentare
Die Enthüllung der neuen S-Bahn. (Video: Roman Weber)
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Wie in einem neuen Auto riecht es im S-Bahn-Doppelstöcker, der heute Donnerstagnachmittag auf Gleis 54 des Zürcher HB enthüllt wurde. Poliert und aufgeräumt wie nie mehr zeigte er sich den Medien und den Bahnfreunden, die in Scharen zur Präsentation pilgerten. «Sehr schön», murmelten diese und fachsimpelten über Beleuchtungskonzepte und die Weichheit der Sitze. Viel Lob gab es für die beiden grosszügigen Toiletten und die Flächen, die fürs Gepäck reserviert sind.
Weniger Kübel, mehr Platz
Neu sind nicht mehr bei jedem Abteil Abfallbehälter angebracht, sondern nur noch im Eingangsbereich – eine Massnahme gegen Littering, die an den Fensterplätzen für mehr Beinfreiheit sorgt. Noch mehr Platz bringt der Einbau eines neuen Klimasystems. Dieses ist beim Zug mit dem Namen Dosto im Boden und den Seitenwänden versteckt und verzichtet auf Heizschlaufen unter den Fenstern. Insgesamt bleiben damit 15 Zentimeter mehr Platz.
Weil die Komposition aus sechs statt nur vier Wagen wie bei den Siemens-Triebzügen besteht, benötigen die Führerstände weniger Platz. Eine Änderung, die auch Edwin Dutler, dem Präsidenten der Passagiervereinigung Pro Bahn, gefällt: «Für die Passagiere bleibt mehr Raum», lobte er nach einem ersten Rundgang mit Tagesanzeiger.ch.
Polster und Armlehnen
Grosszügig ist der Platz auch im Eingangsbereich und in den beiden sogenannten Multifunktionsabteilen bemessen. Hier können Kinderwagen, Velos oder Rollstühle abgestellt werden. Stehende Passagiere können sich zudem bequem an Polster lehnen.
In der 1. Klasse befinden sich weiterhin vier Sitze nebeneinander. Die Passagiere werden jedoch weniger aneinander geraten, da die Plätze mit Armlehnen unterteilt werden. Den Aufkleber «Business» verdienen sich die 1.-Klass-Wagen mit einer Steckdose. WLAN, wie in den neuen Fernverkehrszügen, steht jedoch nicht zur Verfügung – zu kurz sind die Fahrzeiten.
Ende 2011 im Einsatz
Die neuen Züge werden ab Mitte des nächsten Jahres auf dem Netz der Zürcher S-Bahn verkehren, «die ersten voraussichtlich auf der Route der S14», wie ein SBB-Mitarbeiter erklärte. Später werden die 29 bestellten S-Bahnzüge auf dem ganzen ZVV-Netz eingesetzt. Sie ergänzen die bestehende Flotte und können auch an die älteren Doppelstöcker gekoppelt werden.
Weitere 21 Dostos werden in der ganzen Schweiz auf Regioexpress-Strecken verkehren, so auf den Routen Zürich-Schaffhausen, Bern-Biel, Bern-Olten, Basel-Frick-Zürich und Genf-Lausanne. In der Region Bern fahren die BLS-Dostos auf den Strecken Fribourg–Bern–Thun, Biel–Bern–Belp und Schwarzenburg–Bern. Insgesamt überweisen die SBB knapp eine Milliarde Franken an Stadler Rail.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.06.2010, 22:41 Uhr





