Neues Stadion: «Die Chancen sind markant gestiegen»

Die möglichen Investoren freuen sich über den Stadtratsentscheid und sprechen von einem «entscheidenden Schritt».

Die Investoren sind wieder mit im Boot, um den Letzigrund durch ein richtiges Fussballstadion zu ersetzen. Foto: Dominik Baur / EQ Images.

Die Investoren sind wieder mit im Boot, um den Letzigrund durch ein richtiges Fussballstadion zu ersetzen. Foto: Dominik Baur / EQ Images.

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Die Reaktionen auf den Entscheid des Stadtrats sind durchwegs positiv. Der Investmentchef des Immobilienunternehmens Swiss Prime Site, Peter Lehmann, zeigte sich gestern überrascht. «Wir sind uns sehr viel näher gekommen», sagte er. Swiss Prime Site ist die Erbauerin des Prime Tower in Zürich-West und hat Mitte September ein mögliches Stadionprojekt auf dem Hardturmareal vorgestellt. Der Immobiliengigant, der bereits an Stadionbauten in Genf, Luzern und St. Gallen beteiligt war, würde ein Fussballstadion für 130 Millionen Franken erstellen und dieses für einen Franken verkaufen. Finanziert würde das durch die Erlöse aus den Wohnungen, die ebenfalls auf dem Hardturmareal geplant sind.

Peter Lehmann sprach aber auch von Differenzen. So sieht sein Projekt nur 60 gemeinnützige Wohnungen vor. Der Stadtrat verlangt fast 160. Um diese zu bauen, brauche es wohl eine höhere Ausnützung, sagte Lehmann. Ein weiteres Problem ist der Baurechtszins. Bisher ist Swiss Prime Site davon ausgegangen, dass das Land gratis zur Verfügung stehen wird. Falls die Stadt Zinsen wolle, könne Swiss Prime Site kein 1-Franken-Stadion mehr anbieten.

Für Lehmann sind die Probleme aber lösbar. Er hofft nun auf eine «zügige Abwicklung des Wettbewerbs». Lehmann rechnet mit einem Investitionsvolumen von 500 Millionen Franken. Als Nächstes will er mit den Verantwortlichen von GC und dem FCZ Kontakt aufnehmen.

Halter AG überdenkt Rückzug

Eine mögliche Teilnehmerin am Investorenwettbewerb ist die Halter AG, wie gestern CEO Markus Mettler bestätigte. Ursprünglich hatte Halter vorgeschla­gen, das Stadion in Altstetten zu errichten und das Hardturmareal für Wohnbauten zu nutzen. Vor zwei Monaten hatte sich Halter aus Verärgerung über die engen Rahmenbedingungen aus dem Rennen genommen. Gestern sagte CEO Mettler, der Stadtrat sei den Investoren entscheidend entgegen­gekommen: «Die Chancen, dass Zürich doch noch zu einem Fussballstadion kommt, sind markant gestiegen.» Das Halter-Projekt in Altstetten ist zwar nicht mehr möglich. Gleichwohl kann sich Mettler jetzt wieder vorstellen, am Investorenwettbewerb teilzunehmen.

Positiv gestimmt «über die späte Einsicht des Stadtrats», zeigten sich auch die Grünliberalen. Sie haben im Gemeinderat die Lockerung der Bedingungen gefordert. Für sie ist ein neues Stadion nun wieder realistisch geworden.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.11.2014, 22:01 Uhr

«Wir sind uns sehr viel näher gekommen», sagt Peter Lehmann, Investmentchef der Swiss Prime Site. (Bild: PD)

Kann sich vorstellen, beim Investorenwettbewerb wieder mitzumachen: Markus Mettler, CEO der Halter AG. (Bild: PD)

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