«Noch einen Umzug mache ich nicht mit»
Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 11.02.2011 4 Kommentare
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Fast 23 Jahre lang hatte Paul Lang einen Laden an der Weststrasse, in dem er antike Spielwaren verkaufte – bis im Frühsommer letzten Jahres die Kündigung kam. «Wenn ein Besitzer statt 1000 Franken mehr als das Doppelte an Miete verlangen kann, so tut er das. Da ist unser Markt relativ brutal», erklärt Lang.
Er steht in seinem neuen Ladenlokal an der Schimmelstrasse. Rund um ihn stehen Spielzeugautos, Lokomotiven und Figürchen aus längst vergangenen Zeiten. Nicht ohne stolz bemerkt er, dass manche der Spielwaren über hundertjährig sind.
Das Niederdorf war zu teuer
«Noch einen Umzug mache ich nicht mit», sagt Lang schmunzelnd. «Das war ein riesiger Aufwand.» Alles auszumisten und das neue Lokal einbruchssicher einzurichten, kostete manche Schweissperle.
Lang hatte sich 1987 an der Weststrasse eingemietet. «Zuerst wollte ich ins Niederdorf, aber das war einfach zu teuer.» Das Lokal an einer der meistbefahrenen Strassen der Stadt, war für ihn ideal. «In meiner Branche hat man kaum Laufkundschaft und viele Stammkunden leben im Ausland.»
Die hätten seinen Laden stets gefunden, weil jeder der durch Zürich fuhr, daran vorbeikam. Nur manchmal hat ihn der Verkehr gestört: «Wenn man das Geschäft blitzblank putzte, war kurz darauf alles wieder mit schwarzem Staub verdreckt.»
Langjährige Mieter müssen gehen
Früher kannte Lang die Hausbesitzer noch. Ein älteres Pärchen sei es gewesen, man habe immer wieder mal miteinander geplaudert. Als es verkauft wurde, änderte sich dies schlagartig: «Von da an hatte man nur noch mit einer Immobilienverwaltung zu tun.»
Im letzten Juni dann die Hiobsbotschaft: Das Haus wird renoviert, die Mieter müssen raus. «Zwei Monate bevor keine Autos mehr gefahren wären, kam die vorsorgliche Kündigung», erinnert sich Lang. Dennoch nahm er die Situation gelassen: «Es war ganz gut, mal Tabula Rasa zu machen.» Mal alles aufzuräumen, was sich angehäuft hatte, mal wieder eine Veränderung im Leben. Er weiss aber, dass es nicht allen Mietern im Haus gleich leicht gefallen ist. «Für jene, die da gewohnt haben, war es einschneidend.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.02.2011, 16:11 Uhr
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4 Kommentare
Theoretisch könnte man die Schlagzeile auch einmal positiv machen: "Aufbruchstimmung:ein altes Quartier kommt zu neuem Glanz zurück." Meine Familie ist seit über 70ig Jahren im Quartier ansässig u. wir freuen uns auf die Verschönerungen die kommen. Sicher hat es auch Schattenseiten, aber wo nicht?Zumindest zahlen die privaten Hauseigentümer viel Steuern u.deren Mieter auch, gut für das Stadtbudget Antworten
Sorry, aber jetzt geht wieder das Rumgeflenne los. Seid doch froh, dass in der Stadt Zürich in Immobilien investiert wird, stellt euch mal wie es aussehen würde, wenn das nicht so wäre. Ausserdem ist das ja alles demokratisch, jene Geschäfte in welchen am meisten eingekauft wird, können sich es auch leisten eine gute Lage zu haben, was auch im Interesse der Mehrheit ist... Antworten

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