Oberer Letten: Frauendeck bleibt
Von Stefan Häne. Aktualisiert am 08.07.2010 11 Kommentare
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Braucht die Badi ein Frauendeck?
Ja klar, die Frauen brauchen Privatsphäre.
Nein, heutzutage sind gemischte Bäder üblich.
Egal, es soll bleiben wies ist: Frauendeck am Tag, Lounge am Abend.
2031 Stimmen
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Public Viewing, Restaurant Pier 7, Spielplatz Artergut: Der neue Stadtrat hat in den vergangenen Wochen mehrere Male dem Druck der Bevölkerung nachgegeben und geplante Projekte über den Haufen geworfen oder modifiziert. Auf Volkes Stimme hört er nun auch bei der Badi Oberer Letten, die das Sportamt der Stadt Zürich für 6,12 Millionen Franken sanieren will. Sekundiert von Gemeinderäten der Grünen und AL, haben über 4000 Personen eine Petition zur Erhaltung des Frauendecks unterschrieben. Sie befürchten, dass «die Eventmeile am Fluss nochmals ausgebaut wird».
Geplant war, die Petition vor der nächsten Gemeinderatssitzung zu übergeben. Am kommenden Mittwoch wird das Parlament über einen Zusatzkredit abstimmen, der auch den Letten-Umbau beinhaltet. Die Quartierbewohner wollen eine Mehrheit des Rats für eine Ablehnung des Kredits gewinnen. Ihr Widerstand hat sich bereits gelohnt: Der Stadtrat verzichtet darauf, das heutige Frauendeck aufzuheben. Er will es während der Badezeit «in seiner Form und Exklusivität» beibehalten und weiter nur im Abendbetrieb auch für Männer öffnen; dies hat er gestern mitgeteilt.
Fragen bleiben offen
Die Spitzkehre des Stadtrats löst nicht nur Jubel aus. «Das Bekenntnis zum Frauendeck ist zwar erfreulich», sagt Rayelle Niemann von der Interessengemeinschaft Frauendeck Oberer Letten. Es bleiben aus ihrer Sicht aber viele Fragen offen, speziell mit Blick auf die geplanten Neuerungen. Gemäss Stadtrat soll ein Gastrokiosk zusammen mit einer gedeckten Gästeterrasse vor dem Frauendeck platziert werden. Den Kiosk am heutigen Standort zu belassen, würde Mehrkosten von mehreren Hunderttausend Franken generieren, schreibt der Stadtrat. Niemann fragt sich, ob die neue Lösung einen Anbau beinhalte und wie gross dieser wäre. Fragen dieser Art gelte es jetzt zu klären. Die IG sucht deshalb das Gespräch mit der Stadt.
Als weitere gewichtige Neuerung will der Stadtrat die Zahl der Tische und Sitzgelegenheiten reduzieren. Das Mitteldeck soll als reine Liegefläche dienen. Geplant ist ferner eine mobile Theke unter dem bestehenden Vordach. Aus Sicht der Denkmalpflege werde das Flussbad dadurch nicht beeinträchtigt, schreibt der Stadtrat. Die Kosten für die Theke müssen die Pächter des Restaurants Pier West, Stephan Roth und Dragan Vojnovic, übernehmen. Roth will dazu erst Stellung nehmen, wenn er die neuen Pläne im Detail studiert hat.
Die beschlossenen Änderungen haben keine Auswirkung auf die Kredithöhe und den Fahrplan des Umbaus, der bis zur nächsten Badesaison abgeschlossen sein soll. Mit Ausnahme des Limmatschwimmens werden auf dem Areal der Badi auch künftig keine weiteren Events stattfinden. Unverändert bleibt auch das Betriebskonzept. Der Stadtrat ist überzeugt: Der Grossteil der Bevölkerung schätze tagsüber den «ruhigen Badebetrieb» und abends die «gemütliche Zone in einem wunderbaren Ambiente». (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 08.07.2010, 10:05 Uhr
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11 Kommentare
Sehr erfreulich, dass der neue Stadtrat vermehrt auf die Anliegen der Bevölkerung eingeht. Aber der Fall Frauendeck wirft noch eine ganz andere Frage auf: Weshalb brauchen die Frauen eigentlich immer Extrawürste? Zumal im umgekehrten Fall gern und schnell 'Diskriminierung!' geschrieen wird... Antworten





