«Ohne Velofahrer wäre die Stadt einiges angenehmer»
Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 30.08.2011 263 Kommentare
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Dass die Verkehrsführung bei der Schmiede Wiedikon «eine Katastrophe» ist, sehen zwar viele Kommentarschreiber gleich wie Pro Velo Zürich. Doch der Beitrag über Polizisten, die auf dem unfertigen Platz im Kreis 3 reihenweise Zweiradfahrer büssen, hat vor allem einen tiefen Graben zwischen Velofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern offenbart.
«Velofahrer fahren überall, durch die Bahnhofshalle, an haltenden Trams vorbei – diese Rowdies senken die Lebensqualität massiv», schreibt etwa Adrian Engler. Er fordert die Polizei auf, «nicht mehr so passiv» zu sein. Vielfach schreiben die Leser, Zweiradfahrer würden sich nicht an die Verkehrsregeln halten. «Auf der Tramspur, dem Fussgängerstreifen, dem Gehweg oder quer bei Rot über die Kreuzung, dem Radfahrer ist nichts zu gefährlich oder zu abstrus», findet Kurt Aegeri.
400 Franken Busse für Trottoirfahrer
Letzteres hält auch Joe Walz für ein Problem. Er hat einen Tipp für die Velo-Lobby: «Lieber Verein Pro Velo, erklärt mal euren Mitgliedern den Unterschied zwischen Grün und Rot bei den Ampeln.» Daneben ist auch das Trottoirfahren für unzählige Leser ein gravierendes Problem. «Kommt man mit herrlich duftendem Brot aus der Bäckerei, wird man direkt vor der Tür über den Haufen gefahren», schreibt Martina Kvasnicka. Für Serge Künzli ist klar: «Ohne Velofahrer wäre die Stadt einiges angenehmer.»
Um die Situation auf dem Trottoir zu entschärfen, schlagen die Kommentarschreiber unterschiedliche Rezepte vor. Während die Einen das Zürcher Velonetz für einen «Flickenteppich» halten, fordern Andere mehr Kontrollen und ein rigoroses Durchgreifen der Polizei. Dabei reiche die Busse von 40 Franken nicht aus, wie ein Leser meint: «400 Franken wären für Velofahrer auf dem Trottoir eher angemessen.»
Velowege aus Gold
Auf Seiten der Velofahrer meldeten sich viele, die den schwarzen Peter den Autofahrern zuschieben. «Wenn ich von Autofahrern abgedrängt, ausgebremst , beschimpft, genötigt und bedroht werde, zahle ich die Busse von 40 Franken mit einem Lächeln», schreibt ein Leser. Und Max Küng ist der Meinung, dass 50 Prozent der Autofahrer nicht blinken würden. «Wenn die Stadt dafür jedes Mal die 140 Franken erhielte, könnten wir Velowege aus Gold machen.»
Viele sehen den Grund für den Zwist im Verkehr beim mangelnden Platz. Heutzutage wird der Fahrradfahrer einfach in die Nische zwischen Strasse und Bürgersteig gestopft, schreibt Jules Henze. Deshalb fahre er auch an Kolonnen vorbei, wenn diese ihm keinen Platz lassen. «Oder meinen Sie, ich würde dieses Autofahrerdrama mitausbaden wollen?» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.08.2011, 13:21 Uhr
263 Kommentare
Ich werde auf dem Trottoir mindestens einmal pro Woche von hinten von einem Velo ganz knapp mit hohem Tempo überholt. Wenn ich in dem Moment meine Gehrichtung änderte, würde ich mich mit grosser Wahrscheinlichkeit schwer verletzen. Ich hasse diese Vollidioten, die nicht vor die Nase denken können und meinen banalen Alltag und mein Leben unsicher machen! Antworten





