Politik auf Wohnungssuche

Heute Mittwoch diskutiert der Zürcher Gemeinderat über die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt. Die SP will 70 Millionen Franken für preiswerte Wohnungen einsetzen. FDP und SVP sind dagegen.

Beispiel Escherpark: Bewohnerinnen wie Céline und Margrit Härri kämpfen gegen den Abbruch ihrer Siedlung. (Bild: Peter Lauth)

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Der Stadtzürcher Wohnungsmarkt ist ausgetrocknet. Bei der letzten Erhebung 2008 lag der Leerwohnungsbestand bei 0,03 Prozent. Lediglich 57 Wohnungen waren am Stichtag frei. Und die Mieten sind so hoch, dass heute auch der Mittelstand Mühe hat, bezahlbare Wohnungen zu finden.

Wie kann die Politik reagieren? Kann die Stadt überhaupt Einfluss nehmen? «Ja, sie muss», sagt SP-Gemeinderätin Jacqueline Badran. Sie hat eine Volksinitiative lanciert, in der sie einen Anstieg des Anteils an gemeinnützigen Wohnungen in Zürich von heute 25 auf 33 Prozent bis 2040 verlangt. Und sie hat zusammen mit ihrem Parteikollegen André Odermatt vier Motionen eingereicht. Die Hauptforderung: Die Stadt soll die Stiftung zur Erhaltung von preisgünstigem Wohn- und Gewerberaum in der Stadt Zürich (PWG) pro Jahr mit 5 Millionen Franken unterstützen. Insgesamt 70 Millionen Franken sollen im Lauf der Jahre in die PWG fliessen. Heute Abend entscheidet der Gemeinderat über die SP-Forderungen.

Laut Jacqueline Badran könnte die PWG dank den Beiträgen im Immobilienmarkt besser mithalten und mehr Häuser kaufen. Zudem wäre die Stiftung nach einem Kauf nicht gezwungen, die Mieten zu erhöhen, da sie mit dem Geld einen Teil des Kaufpreises abschreiben könnte.

Geld liegt seit 19 Jahren bereit

«Es ist zwar eine bittere Pille, dass wir mit Steuergeld die hohen Immobilien-Marktpreise bezahlen müssen», sagt Badran. «Aber wir müssen in den Markt eingreifen - sonst läuft die Entwicklung aus dem Ruder.» Die soziale Durchmischung in der Stadt sei gefährdet. Aktive Quartierbewohner und Familien sind gezwungen, aus ihren Quartieren wegzuziehen. Wochenaufenthalter und Expats nehmen ihren Platz ein. Im Seefeld ist diese Entwicklung bereits so weit fortgeschritten, dass sich auch bürgerliche Quartierpolitiker zu wehren beginnen - genauso wie in der Enge. Das aktuellste Beispiel ist die Siedlung Escherpark. Ein Immobilienfonds der Credit Suisse plant, die Häuser aus den 1940er-Jahren abzureissen und einen Neubau mit teureren Wohnungen zu erstellen. Die Bewohner wehren sich mit einer Petition gegen die Neubau-Pläne. Sie fordern einen Verkauf der Liegenschaften an die PWG. «Und mit dem jährlichen 5-Millionen-Beitrag könnte sich die Stiftung einen Kauf auch leisten, ohne danach die Mieten erhöhen zu müssen», sagt Badran.

Das Geld stammt aus einem 100-Millionen-Kredit «für eine aktive städtische Liegenschaftspolitik», den das Volk 1990 bewilligt hat. Im selben Jahr hat die Stadt auch die PWG gegründet. Bereits damals herrschte in Zürich Wohnungsnot, der Kampfruf «Wo-wo-Wonige» tönte durch die Stadt. Bald darauf platzte die Spekulationsblase, und die Situation entspannte sich. Von den 100 Millionen Franken brauchte die Stadt knapp 30 Millionen. 70,7 Millionen Franken liegen seither unbenutzt auf einem Konto. «Nun herrscht wieder Wohnungsnot», sagt Badran. Es sei höchste Zeit, das brachliegende Geld wieder einzusetzen.

FDP: «Markt regelt das selbst»

Der Stadtrat lehnt die Motion aus rechtlichen Gründen ab. Um den 100-Millionen-Kredit für die PWG einzusetzen, sei eine Zweckänderung notwendig. Dazu bräuchte es eine Volksabstimmung. Finanzrechtlich sei es jedoch möglich, der PWG einen Beitrag zuzusprechen, um Abschreibungen auf zu teuren Liegenschaftenkäufen vornehmen zu können. Der Stadtrat schlägt einen Beitrag von 25 Millionen Franken vor.

Laut Badran ist ihr Vorgehen präzis im Sinn und Geist der Volksabstimmung. Sie hält an ihrer Motion fest. «Der Leidensdruck auf dem Wohnungsmarkt ist so gross, dass etwas geschehen muss», sagt Badran. Voraussichtlich unterstützen neben der SP auch Grüne, Schweizer Demokraten und EVP die Motion. Das würde für eine knappe Mehrheit reichen. AL-Gemeinderat Niklaus Scherr hat einen Abänderungsantrag gestellt: Der Stadtrat soll der PWG 25 Millionen Franken für 5 Jahre zur Verfügung stellen. Dann soll Bilanz gezogen werden. Die CVP unterstützt voraussichtlich den AL-Vorschlag.

FDP und SVP lehnen die Motionen ab. Laut FDP-Gemeinderat Albert Leiser, Präsident des Hauseigentümerverbands Zürich, herrscht in Zürich keine Wohnungsnot, sondern lediglich Wohnungsknappheit. In Quartieren wie Affoltern, Altstetten oder Seebach finde man eine Wohnung. «Es muss ja nicht jeder im Seefeld oder in der Enge leben.» Staatliche Eingriffe seien nicht nötig. «Der Markt regelt es immer von selbst», sagt Leiser. Die Unterstützung der PWG führe dazu, dass verkaufswillige Eigentümer horrende Preise verlangen werden: «Sie wissen ja, dass sich das die PWG leisten kann.»

Hochzinsphase ist nicht in Sicht

Laut Badran ist die PWG nicht dazu gezwungen, ein Haus zu kaufen. «Und es ist lächerlich zu glauben, dass sich der Markt selbst reguliert», sagt die HSG-Ökonomin. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt habe sich im Vergleich zu den 80er-Jahren grundlegend verändert. Eine Hochzinsphase, die in den 90er-Jahren die Immobilienblase platzen liess, sei nicht in Sicht. «Wir riskieren, dass Zürich dasselbe Schicksal ereilt wie London und München.» Dort wurde der Mittelstand in die Agglomeration verdrängt.

Neben der finanziellen Unterstützung für die PWG fordern Badran und Odermatt in einer zweiten Motion den Aufbau eine Beratungsstelle bei der PWG. In einer dritten Motion will die SP den Stadtrat beauftragen, alle Buchgewinne von Landverkäufen ausserhalb des Stadtgebiets der PWG zukommen zu lassen. Die vierte Motion verlangt, dass die Stadt die bestehenden Baurechtsverträge mit Wohnbaugenossenschaften zu deren Gunsten anpasst.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.11.2009, 10:40 Uhr

40 KOMMENTARE

Jacqueline Badran

12.11.2009, 13:00 Uhr

Die Bondenrente (Ertrag auf Boden) gehört allen. Kann in jedem x-beliebigen neoliberalen Ökonomiebuch nachgelesen werden. Boden ist kein "normaler Markt", weil er von Natur aus zwangskonsumiert werden muss und nicht vermehrbar ist. Resulat: Ein Anbietermarkt und Umverteilung von unten nach oben. Die Steuerzahler haben sehr gut verdient an den städtischen Immobilien, das Gegenteil von Subvention


Emanuel Wyler

12.11.2009, 12:53 Uhr

Der Zinssatz für die Anleihe wird weitergereicht an z.B. die Genossenschaft, die das Land im Baurecht übernimmt. Das Land selber bleibt im Besitz der Stadt. Für den Steuerzahler gibt es keine Kosten. Und 2.75% sind wenig für eine 15jährige Anleihe (ohne das Risiko steigender Zinsen der Liborhypothek) – bei der ZKB gibts 10jährige Festhypotheken (der korrekte Vergleichswert) ab 3.4%.


Rolf Hagendorn

12.11.2009, 11:05 Uhr

@Emanuel Wyler: und wer bezahlt diese Anleihen? Ich, Sie, Wir. . alle, die Steuern bezahlen. Zudem ist 2.75 % ein sehr hoher, viel zu teurer Zinssatz. Als Privatperson erhalten Sie heute Libor-Hypothekenweit unter 2.75 %. Von wegen günstigem Geld. Aber es kann nicht Staatsaufgabe sein, Wohnung zu subventionieren. Diese Rechnung geht nie auf und ist völlig ungerecht.


Eliane Moser

11.11.2009, 23:52 Uhr

Genossenschaftswohnungen, Subventionieren, Wohnungsbau durch den Staat/Kanton/Städte - letzten Endes geht es leider nur um eines: Umverteilen und Eingriffe in einen funktionierenden Markt. Logisch, dass ZH nicht 50'000 neue Bewohner einfach so schluckt! Typisch Stadtzürcher Rot/Grüne: Alles wollen, bezahlen sollen die anderen (eben, der 'Staat'). PS: In Nordkorea, Kuba etc. zahlt der Staat alles.


Pawel Silberring

11.11.2009, 23:12 Uhr

@Peter Meyer Aber wenn Sie denn Ihre Häuser gut belegt und fair vermietet haben, wo ist ihr Problem? Mehr können Sie doch gar nicht wollen? Die Stadt kann Sie ja gar nicht so konkurrenzieren, dass fair vermietete private Wohnungen nicht mehr wggehen wie warme Semmeln.


Peter Meyer

11.11.2009, 22:03 Uhr

@J Badran: Die Stadt wird bestimmt nicht der Meistbietende sein - sondern eben leider irgendwelche Spekulanten. Und die Wohnungen sind fair vermietet und immer belegt, soviel zu ihren Unterstellungen (@ P Silberring). Mit Konkrrenzieren meine ich, dass die Stadt zehntausende Wohnungen zu Dumpingpreisen anbietet und es so für viele private Eigentümer nicht mehr rentabel ist, ein Haus zu besitzen!


Pawel Silberring

11.11.2009, 21:38 Uhr

@Peter Meyer Ich sehe echt ihr Problem nicht "falls die Stadt weiterhin uns Private konkurrenziert". Haben Sie ein Haus in der Stadt und Mühe, es zu vermieten? Entweder Sie sind wahnsinnig teuer oder in dem Haus wohnen Wanzen und Ungeziefer, sonst kann man alles, aber auch wirklich alles vermieten, was einigermassen bewohnbar ist. Weswegen soll die Stadt Sie nicht konkurrenzieren?


Jacqueline Badran

11.11.2009, 19:40 Uhr

@P Meyer - Ja - verkaufen Sie Ihre Häuser - gerne an den Meistbietenden, die hoffentlich die Stadt ist. Ab dann ist das Haus nämlich für alle Zeiten der Spekulation entzogen, das eingesetzte Kapital wird mehr als verzinst, sodass die Steuerzahler etwas davon haben und die Mietenden müssen niemandem einen deftigen Gewinn finanzieren. In 20 Jahren sind diese Mieten dann auch billig. Ohne Subvention


Pascal Meister

11.11.2009, 19:31 Uhr

Dafür kann ich das Wehklagen von Neuzuzügern echt nicht mehr hören: bis 30% des Lohns für die Miete auszugeben ist doch völlig OK. Bei zwei Normalverdienern à Fr. 5000.-/Monat bleiben Fr. 3000.- für die Miete. Beim Verzicht auf ein Auto kommen nochmal Fr. 500.- dazu, ergibt Fr. 3500.-. Gleich Nettomiete von Fr. 3200.-, und dafür lässt sich wirklich etwas finden!!! Von daher = Luxusproblem.


Emanuel Wyler

11.11.2009, 18:23 Uhr

@Peter Meyer: Was den Braten feiss macht ist der Unterschied zwischen der Genossenschaft, die keinen Gewinn macht, und dem Immobilienfonds, der Kohle sehen will. Man muss aber der Gen. überhaupt die Gelegenheit geben zu bauen. Und für Ihre Wohnungen wirds immer Interessenten geben – die Vorstösse der SP werden allenfalls den Anstieg der Mieten bremsen und nicht zu einer Preiserosion führen.


Peter Meyer

11.11.2009, 18:14 Uhr

@Emanuel Wyler: Ob man 2.75% für eine Anleihe zahlt oder 3,25% für Hypozinsen, dies macht den Braten nicht feiss, leider. Falls die Stadt weiter uns Private konkurrenziert werde ich meine Häuser verkaufen und in Aktien investieren, gezwungenermassen. Die Häuser werde ich meistbietend verkaufen. Aber ob dies der Sache dient?? Wohl kaum. Solche Eingriffe waren schon immer ein Schuss hintenraus...


Emanuel Wyler

11.11.2009, 17:49 Uhr

@Beat Meierhans: Nein, das Geld wächst nicht auf Bäumen, sondern wird auf dem Kapitalmarkt aufgenommen. Dort zahlt die Stadt Zürich z.B. für eine Anleihe bis 2025 zur Zeit 2.75% Zinsen. Wenn die Stadt mit einer solchen Anleihe Boden kauft und im Baurecht weitergibt, kann sie dies zum sehr tiefen Zinssatz von um die 3% geben – und das gibt dann tiefe Mietzinsen.


Alexandra Meierhans

11.11.2009, 17:48 Uhr

Ich finde es jedoch auch nicht richtig, wenn mit Wohnungen nur spekuliert wird - aber es gibt auch anständige Hauseigentümer. Meine Familie besitzt 2 Mehrfamilienhäuser und vermietet zu fairen Preisen. Aber Kosten (Renovationen/Löhne/Hypozinsen/Verwaltung etc.) müssen auch bezahlt sein und etwas Zins. Oder sollen wir die Häuser verkaufen und dann in Aktien machen? Das kann's doch nicht sein...


Roger Liebermann

11.11.2009, 17:46 Uhr

@Dominic Haag: "Wohnung sind primär Sozialgüter?" Das hört sich nach Kommunisumus an...


Emanuel Wyler

11.11.2009, 17:45 Uhr

@Mittelstand: Die Vorstösse der SP helfen auch dem Mittelstand: 4-Zimmer-Wohnungen ab 2500.— sind in Zürich zwar das übliche, das ist aber für viele Mittelstandsfamilien nicht mehr zahlbar. Sie brauchen daher genauso mehr günstigen Wohnraum wie tiefere Einkommen.


Franco Badertscher

11.11.2009, 17:31 Uhr

Ganz tolles Rezept der SP: Immer mehr Ausländer ins Land lassen (am liebsten noch der EU beitreten!!) und dann - wenn die Wohnungen knapp werden - soll der Mittelstand günstigen Wohnraum subventionieren (über Steuern oder Kant. Finanzausgleich). Wird Zeit, dass die Stadtzürcher Wähler begreifen, dass Rot/Grün keine Probleme löst sondern nur Symptombekämpfung und Umverteilung betreibt!


Eleonora Quadri

11.11.2009, 17:31 Uhr

Die Stadtzürcher und Stadtzürcherinnen müssen sich einsetzen für den erhalt ihres Wohnraums und sich ein Recht auf bezahlbare Wohnungen verschaffen. Nicht nur das Einkommen darf massgebend sein, um in der Stadt wohnen zu können. Zürich ist eine weltoffene, multikulturelle und lebenswerte Stadt, die auch jenseits des Finanzplatzes etwas zu bieten hat. Deshalb ja zu mehr Wohngenossenschaften!


Beat Meierhans

11.11.2009, 17:27 Uhr

@Frau Badran: Ja wenn der Immo-Kauf durch die Stadt ZH erfolgt, woher kommen denn diese 'liquiden Mittel' der Stadt Zürich? Wächst das Geld auf den Bäumen oder hat die Stadt irgendwo noch ein paar hundert Millionen Franken rumliegen?? Tatsache ist, dass Wohnungen der Stadt ZH nur durch Subventionen günstig gehalten werden können. Ausserdem habe ich lieber eine exklusive City als Sozialwohnungen.


Dominic Haag

11.11.2009, 16:42 Uhr

Niemand kann leben ohne zu wohnen. Deshalb sind Wohnbauten primär als Sozialgut, und erst sekundär als Wirtschaftsgut zu betrachten!


David Schäfer

11.11.2009, 16:23 Uhr

Wenn es sich Normalverdiener nicht mehr leisten können, in der Stadt zu leben, verödet diese schnell und wird zum Reichenghetto. Wollen wir dem einfach tatenlos zuschauen? Oder wollen wir auf unsere Stadt, unser Lebensumfeld gestaltend Einfluss nehmen? Die Initiative der SP macht dies mit Augenmass und ist darum zu unterstützen!


Richard Reich

11.11.2009, 15:57 Uhr

Von Affoltern in die City ist es keine Tour-de-Suisse. Auch mit dem Velo nicht. Wer günstig wohnen will, kann sich am Stadtrand etwas suchen. Wir wohnen in Uetikon, Seeblick und Garten. Zu diesem Mietzins würden wir in Zürich eine winzige Wohnung mit Blick an die nächste Fassade finden.


Jacqueline Badran

11.11.2009, 15:49 Uhr

An alle zur sogenannten SP-Umverteilung.: Umverteilung findet über die Immobilienmärkte statt und zwar von unten nach oben. Wenn die Mieten allein in der Stadt ZH um 100.- pro Monat steigen hat das eine Umverteilungswirkung von einer Viertel-Milliarde jährlich! Diese fehlen dem Konsum und dem Gewerbe. Zudem: Käufe von Immobilien sind Aktiventausche: Liquidität zu Immoanlage und keine Subvention


Stefan Kreis

11.11.2009, 14:12 Uhr

Mehr Gelassenheit bitte! Dieses wehleidige Gejammer ist unangebracht. Jedem ist zuzumuten, in Seebach oder Affoltern zu wohnen; keiner hat Anspruch auf die Altbauwohnung im Kreis 6. Wir sind noch meilenweit von den prekären Zuständen anderer Grossstädte entfernt. Der Markt wird die Zuteilung der knappen Wohnungen über den Preis regeln, das ist allemal besser als interventionistische (SP)-Rezepte,


René Obi

11.11.2009, 13:37 Uhr

Liebe Frau Meyer. Heimat ist sehr individuell. Meine Heimat ist die Enge. Und aus der werde ich aktuell vertrieben. Eine Frechheit ist es von Ihnen, nicht zu respektieren, dass meine Heimat nicht in Affoltern oder Schlieren ist. Da komme ich auch mit dem Velo schlecht hin, wenn ich in der Stadt arbeite und lebe. Als eingeborener Stadtzürcher Bürger notabene.


David Maimon

11.11.2009, 13:12 Uhr

Für tiefere Mieten, muss das Angebot vergrössert werden. Damit ein grösseres Angebot entsteht muss das Bauen erleichtert werden. Alte Überbauungen mit geringer Ausnutzung sind abzureissen und es ist verdichteter und höher zu bauen. Dann können wir mittelfristig die Preise senken. Alles andere kann nicht funktionieren. Die Zufallsverlosung von Genossenschaftswohnungen hilft nicht und ist asozial


Emanuel Wyler

11.11.2009, 12:41 Uhr

@Peter Knecht: Es geht nicht um Umverteilung und Subventionen. Die Stadt kauft Boden und gibt ihn umgehend weiter z.B. an Baugenossenschaften. Im Gegensatz zu Privaten will sie aber nur eine kostendeckende Rendite und strebt keinen Gewinn an. Dadurch sinken die Mieten. Und es wäre ja auch im Limmattal möglich günstige Genossenschaftswohnungen zu erstellen!


Andreas Egli

11.11.2009, 12:34 Uhr

Das ist wahre Abzocke: der Steuern zahlende Mittelstand soll andern die günstige Wohnung in den beliebten Zürcher Stadtquartieren finanzieren. Schöner wohnen auf Staatskosten als Wahlversprechen der SP? Dumm nur, dass mit Umverteilung noch nie neue Wohnungen gebaut wurden. Abbau von Bürokratie bringt mehr Wohnungen als Umverteilung!


Emanuel Wyler

11.11.2009, 12:28 Uhr

Es ist schlicht die richtige Investition, wenn die Stadt Zürich ihr Eigenkapital umschichtet und mehr Boden und Immobilien kauft. Vergabe des Bodens im Baurecht an Baugenossenschaften, Vermietung über die PWG etc. führt zu tieferen Mietzinsen und hilft damit allen ZürcherInnen. Die Vorschläge der SP gehen darum in die richtige Richtung.


Therese Meyer

11.11.2009, 11:59 Uhr

Ich bin schon sehr erstaunt. Linke Kreise möchte günstige Wohnungen mitten in einer der teuersten Städte Europas. Und bezahlen sollen dafür alle anderen, am besten via Steuern und Finanzausgleich. Denn Genossenschaften müssen ja irgendwie günstiger sein. In ZH-Affoltern, Seebach oder im Aargau zu wohnen ist aus ihrer Sicht ja uncool und Ihrer nicht würdig. Eine Frechheit den anderen gegenüber..!


Andreas Ladner

11.11.2009, 11:55 Uhr

Günstige, subventionierte Genossenschafts-Wohnungen im grossen Stil - das gab es schon in der Geschichte: in Ost-Berlin, Prag, Moskau in den 1950 bis 1980er Jahren. Merken Sie was? Wenn irgendwo der Markt in der CH spielt (Angebot und Nachfrage regeln den Preis), dann ist es bei den Wohnungen. Wenn die Hauseigner sich dumm und dämlich verdienen würden in ZH, warum wird dann nicht viel mehr gebaut?


Peter Knecht

11.11.2009, 11:51 Uhr

Ich wohne im Limmattal, 10 Min. von der S-Bahn-Station entfernt. Auch ich würde gerne in einer subventionierten (Genossenschafts-)Wohnung in der City leben, wer möchte das schon nicht. Aber solches zu fordern kann ja nur von linker Seite kommen. Möglichst viel (Geld) umverteilen. Merke: Je mehr die Stadt ZH genossenschaftlich baut, desto mehr wird das private MFH-Bauen unattraktiv & verhindert...


Edgar Schaad

11.11.2009, 11:51 Uhr

@Frau Reimann: Die SP unternehme einiges für viele in Zürich, die eine zahlbare Wohnung nötig hätten. Gleichzeitig sorgt die SP mit ihrem ständigen Geschwafel, die Schweiz sei ein Einwanderungsland, für eine ständig zunehmende Übervölkerung. Die Personenfreizügigkeit - ebenfalls von der SP gefördert - verschlimmert das Problem noch zusätzlich. Wie geht das zusammen?


Egon Huber

11.11.2009, 11:47 Uhr

Jeder möchte citynah wohnen aber möglichst wenig bezahlen. Merken Sie was, es ist nicht möglich! Und so bleibt es halt, dass zentrales wohnen teuer ist und es günstiger ist, ausserhalb zu wohnen. Aber in ZH möchte jeder scheinbar citynah wohnen, möglichst nichts bezahlen, keinen Lärm/Verkehr haben. Die eierlegende Woll-Milch-Sau also. Aber das gibt es halt leider nicht, finde ich auch schade!


Felix Müller

11.11.2009, 11:44 Uhr

In der Innenstadt in einer modernen 4- oder 5-Zimmer-Wohnung hausen - und nur wenig bezahlen. Sorry, aber das ist nicht möglich und zwar nirgends in der Welt. Die Lage ist für den (Miet-)Preis einer Liegenschaft entscheidend - ausser die Wohnungen werden subventioniert, d.h. es zahlen auch diejenigen mit, welche nichts davon haben! Ich wohne in Schlieren - hier ist es schön und rel. günstig!


David Rüegg

11.11.2009, 11:32 Uhr

Wann müssen wir das Kapitalistenmärchen von "der Markt regelt sich selbst" wohl zum letzten Mal hören. Das einzige was der "Markt" zuverlässig regelt, ist der anhaltende Wohlstand der Reichen. Es wird Zeit, dass dem Markt wieder mehr Grenzen gesetzt werden - natürlich in sinnvollem Rahmen, massvoller Wettbewerb wird immer notwendig sein.


Beatrice Reimann

11.11.2009, 10:45 Uhr

@ Herrn Berger: Ihr Wunsch ist verständlich und nachvollziehbar. Die SP wünscht sich aber nicht nur was, sie unternimmt auch einiges für viele in der Stadt Zürich, die eine zahlbare Wohnung nötig brauchen. Und sie tut was dafür, dass unsere Innenstadt nicht zu einem "Reichen-Ghetto" verkommt, sondern für alle lebbar bleibt, inklusive für zahlbare Mietzinse fürs mittelständische und kleine Gewerbe.


Thomas Müller

11.11.2009, 10:40 Uhr

@Marcel Berger: Auch SP Wähler & Politiker zahlen Steuern. Mir ein rätsel wie die FDP behaupten kann der Markt regelts wo er es ja ganz offensichtlich eben nicht tut.


Beni Schwarzenbach

11.11.2009, 10:37 Uhr

Es ist doch längst offensichtlich - das Grundbedürfnis Wohnen ist wie vieles zum reinen Spekulationsobjekt der gierigen Finanz- und Immobilienhaie verkommen. Die Quartierkultur stirbt vor sich hin und die attraktiven Wohnlagen verkümmern zu seelenlosen Geisterstädten. Die Verdrängung der arbeitenden Bevölkerung in die Agglo ist dazu noch ökologisch fragwürdig (pendeln!). Es muss etwas passieren!


Thomas Meier

11.11.2009, 10:02 Uhr

Selbst wenn man nicht im Seefeld oder in der Enge wohnen möchte, ist es ein Ding der Unmöglichkeit. Was soll man denn in Affoltern oder Seebach? Kann man ja gleich in den Aargau. Herr Leiser darf gerne mit auf eine Wohnungsbesichtigung kommen. Es gibt bestimmt mind. 50 Wählerstimmen zu ergattern. Sogar in Altstetten. Wohnung gesucht! Kreise 1-5 sowie 9. 2.5-3.5 Zimmer, mind. 60 m2, max 2000.-


Marcel Berger

11.11.2009, 09:55 Uhr

Günstige Wohnungen sind ja gut und recht - und auch ich wünsche mir eine solche. Aber wer bezahlt das Ganze am Schluss? Richtig - nicht die SP - sondern der Steuerzahler!



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