Zürich

«Polizei macht Stimmung gegen Velofahrer»

Von Felix Schindler. Aktualisiert am 26.01.2010 45 Kommentare

Die Stadt Zürich beteiligt sich mit 20'000 Franken an einer Umfrage unter Velofahrern. Sie kann sich auf ein kritisches Feedback gefasst machen.

«Sind Ihre Wege frei von gefährlichen Hindernissen»: Die Pro-Velo-Umfrage fühlt den Velofahrern auf den Zahn. (Bild: TA)

«Sind Ihre Wege frei von gefährlichen Hindernissen»: Die Pro-Velo-Umfrage fühlt den Velofahrern auf den Zahn. (Bild: TA)

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Zehntausende fahren regelmässig auf dem Velo durch Zürich. Jetzt will die Stadt zum ersten Mal wissen, wie es den Velofahrern dabei geht. Sie finanziert zusammen mit fünf anderen Städten eine Umfrage des Schweizer Veloverbands Pro Velo. Gegenwärtig wirbt die Stadt an auf ihrer Internetseite an prominentester Stelle dafür. Ausserdem führt ein Marktforschungsinstitut Telefonbefragungen durch.

Resultate mit anderen Städten vergleichbar

Die Teilnehmer der Umfrage sollen unter anderem sagen, ob sie sich «beim Velofahren sicher fühlen», von «anderen Verkehrsteilnehmern und den Behörden ernst genommen» werden und ob ausreichend Velowege durch die Stadt führen. 20'000 Franken lässt sich die Stadt die Umfrage kosten. Denselben Betrag bezahlen die Städte Bern, Basel und Lausanne, je 5000 Franken steuern Winterthur und Genf bei.

«Wir wollen wissen, ob das, was wir tun, auch Wirkung zeigt», sagt Urs Walter, Velobeauftragter der Stadt Zürich. Bisher habe sich die Stadt vor allem auf Verkehrszählungen und statistische Erhebungen beschränkt. «Was wir bisher nicht wussten, wie es den Velofahrern in Zürich geht.» Statt selbst eine Umfrage zu lancieren, habe sich die Stadt nun entschieden, mit der Pro Velo und anderen Städten zusammenzuspannen. «Das hat auch den Vorteil, dass wir die Resutalte aus Zürich nachher mit anderen Städten vergleichen können.»

Das Fiasko von 2005

Vor fünf Jahren führte Pro Velo zum letzten Mal eine ähnliche Umfrage durch – ohne Beteiligung der Stadt. Die Erhebung kam zu einem beschämenden Verdikt: Zürich schnitt in sämtlichen Belangen unterdurchschnittlich ab. Das Verkehrsklima wurde damals das zweitschlechteste aller Schweizer Grossstädte beurteilt. Für die Sicherheit gaben die Velofahrer der Stadt die Note 2,8, – bei einer Skala von 1 bis 6.

«Jetzt rechnen wir mit einem deutlich besseren Resultat», sagt der Velobeauftragte Walter. Einerseits sei die Umfrage vor fünf Jahren nicht repräsentativ gewesen. «Die Umfrage wurde damals vor allem von Pro-Velo-Mitgliedern ausgefüllt. Die sind naturgemäss kritischer.» Durch die Beteiligung der Städte erreiche die Umfrage wesentlich mehr Personen – bis jetzt schon über 5'000.

«Polizei macht Stimmung gegen Velofahrer»

Andererseits habe die Stadt seither neue Velorouten und Abstellplätze geschaffen, was zu einem besseren Abschneiden führen soll. Dem widerspricht Dave Durner, Geschäftsführer von Pro Velo Zürich. «Seit der letzten Umfrage ist in Zürich nicht wahnsinnig viel passiert.» Die Umfrage habe als wichtigsten Missstand aufgedeckt, dass das Veloklima in Zürich miserabel sei. «Dagegen hat die Stadt nichts unternommen. Im Gegenteil, die Stadtpolizei macht immer wieder Stimmung gegen Velofahrer.»

«Sollte sich dieser Vorwurf in der aktuellen Umfrage bestätigen, werden wir ihn mit der Stadtpolizei besprechen», verspricht Walter. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.01.2010, 15:44 Uhr

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45 Kommentare

John Tobler

26.01.2010, 14:08 Uhr
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Kommt schon. Eigentlich ist es als Velofahrer in der Stadt ganz ok. Legal bei Rot rechts abbiegen wär nett und eine Langstrasse die in beiden Richtungen befahren werden kann. Antworten


Michel Gilgen

26.01.2010, 14:41 Uhr
Melden

Velofahrer werden pauschal als fast schon kriminell dargestellt (auch hier im TagiOnline häufig vorgekommen) ... a) stimmt das nicht und b) wird man fast dazu gezwungen, beispielsweise auf dem Trottoir zu fahren _ Schlaglöcher, Abflüsse, zerbrochene Flaschen etc. alles am Rand, dort wo der Velofahrer sein sollte ... Zürich ist Velomässig nicht sehr witzig ... Antworten



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