Zürich

Polizisten müssen iPhone mit in den Ausgang nehmen

Von Mario Stäuble. Aktualisiert am 23.11.2012 39 Kommentare

Die Stadtpolizei erhält ein neues Alarmsystem. Es soll nicht mehr vorkommen, dass die Zentrale bei einem Notfall nicht genug Personal aufbieten kann.

Immer erreichbar: Mitglieder der Stadtpolizei sollen in ihrer Freizeit das iPhone dabei haben und im Notfall rasch aufgeboten werden. (5. September 2012)

Immer erreichbar: Mitglieder der Stadtpolizei sollen in ihrer Freizeit das iPhone dabei haben und im Notfall rasch aufgeboten werden. (5. September 2012)
Bild: Keystone

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Wenige Dutzend Polizisten standen einer Menschenmenge von 500 Personen gegenüber. Bankfilialen, Läden und eine McDonald’s-Filiale waren bereits verunstaltet worden: Ein «Reclaim the Streets»-Umzug war ausgeartet. Den Beamten gelang es nur mit Mühe, den Weg über die Stauffacherbrücke in die Innenstadt zu versperren. Verhaften konnten sie niemanden, dazu fehlte das Personal. In der kurzen Zeit war es schlicht nicht möglich gewesen, genügend Polizisten zusammenzutrommeln.

Neues Alarmsystem

Solches werde sich nicht wiederholen, versicherte die Stadt nach dem Vorfall im Februar 2010. Das Alarmsystem der Stapo werde verbessert, bis 2011 sei das hoffentlich erledigt, sagte die damalige Polizeivorsteherin Esther Maurer (SP).

Es dauerte etwas länger. Zweieinhalb Jahre nach «Reclaim the Streets» hat der Stadtrat nun 336'000 Franken zur Finanzierung eines neuen Alarmkonzepts budgetiert. Dessen Kernstück ist, dass die Polizisten der Stapo in Zukunft jederzeit auf ihren privaten Handys erreichbar sind. Heute sind nur Pikettoffiziere, Führungskräfte und Fachspezialisten in den Pikettdienst eingebunden.

20 Franken Entschädigung

Wie der Stadtrat in seinem Entscheid schreibt, läuft das Pilotprojekt seit dem 1. September. Es dauert bis Ende 2013 und ist für die Polizisten freiwillig. Wer dabei sein will, trägt seine private Handynummer auf einer Liste ein und verpflichtet sich damit, sein Telefon auch in der Freizeit auf sich zu tragen und bei einem Alarm einzurücken – «im Rahmen des Zumutbaren». Im Gegenzug erhält er oder sie von der Stadt ein verbilligtes iPhone sowie 20 Franken pro Monat. Davon sind 11.20 Franken für das Handyabo bestimmt, das so günstig ist, weil die Stadt Zürich ihre Mitarbeiter in einen Netzwerkvertrag mit der Swisscom eingebunden hat. Die restlichen 8.80 Franken sind als Beitrag an die Handyrechnung gedacht.

Die Stapo will sich zu den weiteren Details des neuen Alarmsystems nicht äussern, da es intern noch nicht kommuniziert worden sei. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.11.2012, 09:47 Uhr

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39 Kommentare

hans kuster

23.11.2012, 10:43 Uhr
Melden 120 Empfehlung 30

20 Franken pro Monat und ein vergünstigtes Iphone? In der Privatwirtschaft gibt es ein gratis Natel und min. 400 Franken wöchentlich für den Pikettdienst, selbstredend werden auch Abo und Gebühren bezahlt... Hoffe die Polizisten erhalten wenigstens eine anständige Einsatzentschädigung falls sie aufgeboten werden! Antworten


Rainer Duffner

23.11.2012, 10:53 Uhr
Melden 81 Empfehlung 6

Die Entschädigung ist wohl eher symbolisch. Als "Incentive" taugen die 20 CHF wohl eher nicht.
Wenn es mehr wäre, würde allerdings wieder ein grosser Aufschrei wegen Verschwendung von Steuergeldern ertönen...
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