Protestaktion gegen Polanskis Festnahme

Eine Gruppe von rund 20 Personen hat vor dem Zürcher Bezirksgericht gegen die überraschende Verhaftung des Regisseurs Roman Polanski demonstriert.

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«We want to welcome Roman Polanski», steht auf einem der Transparente, die die Demonstrierenden am Sonntagnachmittag vor dem Zürcher Bezirksgericht mitführten. Veranstaltet wurde die Protestaktion von jungen Leuten, die heute Morgen um 11 Uhr an einer «Master Class» mit Roman Polanski anlässlich des Zürcher Filmfestivals teilnehmen wollten. Die Gruppe will am Abend eine weitere Protestaktion durchführen. Sie fordert die Freilassung des prominenten Filmemachers.

Polanski, der am 5. Zurich Film Festival für sein Lebenswerk hätte ausgezeichnet werden sollen, war am Samstagabend bei seiner Einreise in die Schweiz verhaftet worden. Grund ist ein internationaler Haftbefehl. Die US-Behörden fahndeten seit 2005 weltweit nach dem französisch-polnischen Filmemacher. Der 76-Jährige sitzt jetzt in der Schweiz in Auslieferungshaft.

Festival-Leitung zeigte sich bestürzt

Die Nachricht von der Verhaftung des renommierten Filmemachers brachte am Sonntag die Schweizer Filmszene in Aufruhr. Der Dokfilmer Christian Frei («Space Tourists»), der selber an der Masterclass von Polanski am Zurich Film Festival hätte teilnehmen wollen, zeigte sich «absolut entsetzt».

«Wir können die rechtlichen Hintergründe der Festnahme nicht beurteilen. Aber wir sind zutiefst schockiert über den Vorfall, den wir nicht nachvollziehen können», schreibt die Festivalleitung in einer Stellungnahme. Das ZFF habe von der geplanten Verhaftung zu keiner Zeit Kenntnis gehabt. Die Festivalleitung kündigte an, anstelle der Preisverleihung eine Würdigung von Polanskis Schaffen durchzuführen. Damit wolle das ZFF seine Solidarität mit einem «herausragenden Filmschaffenden» zeigen. Der «A-Tribute to...»-Award für sein Regie-Lebenswerk werde ihm bei der nächstmöglichen Gelegenheit übergeben. (vin)

Erstellt: 28.09.2009, 09:49 Uhr

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