Randale nach Sportanlässen: Clubs kommen gratis davon

Nach den Krawallen nach dem Fussballspiel von gestern Abend könnte die Stadtpolizei den Clubs bis zu 250'000 Franken in Rechnung stellen. Doch weder der FCZ noch der FCB werden zur Kasse gebeten.

Polizeieinsatz beim Bahnhof Altstetten im Mai: Die hohen Kosten tragen die Steuerzahler.

Polizeieinsatz beim Bahnhof Altstetten im Mai: Die hohen Kosten tragen die Steuerzahler.
Bild: Keystone

Ausschreitungen im Mai

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Nachdem sich der FC Zürich und der FC Basel 2:2 getrennt hatten, gingen Fans der beiden Clubs aufeinander los. In Altstetten blockierten sie den Zugsverkehr und verletzten einen Polizisten. Nur mit einem massiven Polizeieinsatz konnte Schlimmeres verhindert werden.

Seit dem 1. Juli können die Kosten für solche Einsätze – oft hunderttausende Franken – auf die Clubs abgewälzt werden. Das sieht das neue Polizeigesetz vor. Doch die Sportvereine kommen nach wie vor kostenlos davon. «Wir gehen davon aus, dass die Polizeieinsätze Anfang kommenden Jahres weiter verrechnet werden», sagt Reto Casanova, Sprecher des Städtischen Polizeidepartements auf Anfrage.

Kosten von bis zu 250'000 Franken

Noch laufen laut Casanova die Gespräche mit den Fussball- und Eishockeyclubs. Diskutiert wird auch, was die Clubs selber gegen die Gewalt aus den Reihen der Fans unternehmen. Je mehr die Sportvereine dafür tun, umso weniger müssen sie für die Polizeieinsätze berappen. Die Motivation der Clubs dürfte gross sein, denn laut Polizeivorsteherin Esther Maurer könnten den Vereinen pro Match bis zu 250'000 Franken verrechnet werden.

Wie hoch die Kosten für die jüngsten Ausschreitungen sind, lässt sich laut Stadtpolizei und SBB noch nicht beziffern. Fest steht, dass sich weder der FCZ noch der FCB daran beteiligen müssen.

Der SBB sind die Hände gebunden

Auch die SBB sieht wenig Möglichkeiten, die Kosten für die Verspätungen und Umleitungen weiter zu verrechnen. Laut SBB-Sprecher Roman Marti ist das Aufhalten des Verkehrs ein Offizialdelikt. Und bei Sachbeschädigungen wird Anzeige erstattet. Doch die Täter werden selten gefasst.

Anders als bei der Stadt Zürich fehlt der SBB die gesetzliche Grundlage, die Kosten auf die Clubs abzuwälzen. «Derzeit finden auf Bundesebene Gespräche statt, wie das in Zukunft gehandhabt wird», sagt Marti. Die SBB sitzt ebenfalls am Tisch. «Es ist wünschenswert, dass die Clubs in die Verantwortung genommen werden.» In welchem Rahmen sei jedoch offen, so Marti. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

Erstellt: 29.10.2009, 11:55 Uhr

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21 KOMMENTARE

Stefan Müller

30.10.2009, 07:56 Uhr

@ Andreas Egli: das 1. Mai Kommittee hat sich immer deutlich von den Krawallen distanziert. Im Gegensatz zum WEF. Bei dieser Veranstaltung der Superreichen sollten alle Kosten auf die Teilnehmer abgewälzt werden.


Rolf Bänziger

30.10.2009, 06:27 Uhr

Ach waren dies schöne Zeiten, als es noch Gladiatorenkämpfe gab! Lasst doch das mit all den Chaoten doch wieder neu aufziehen. Als Zuschauer gäbe ich dieses Geld gerne aus...Nun aber ernsthaft: ich bin es leid als Steuerzahler solches Verhalten mitzufinanzieren. Von den "gelangweilten" jungen Männern ist meist nichts zu holen, also haben die Clubs die Hauptverantwortung (auch am Bahnhof)!


Rolf Müller

30.10.2009, 05:24 Uhr

Wann endlich kommen die Klubs zur Einsicht, dass das keine Fans sind ? Weshalb wird in solchen Situationen immer von Fans gesprochen ? Hooligans und Randalierer sind nun mal keine Fans. Und wann erwachen die richtigen Fans und machen immer wieder klar dass sie mit solchem Pöbel nichts am Hut haben ? Solange diese Pöbler unter dem Begriff "Fan" laufen wird sich nichts ändern.


Chris Mooser

29.10.2009, 17:30 Uhr

@ beat buerki: Da machen Sie sich es aber schon etwas einfach, schliesslich kommen die Leute ja gerade wegen dem Club. @ S. Meier: Sie lenken gezielt vom Thema ab! Es ist Zeit, dass man mit dem Verharmlosen endlich aufhört und dieses Problem angeht. Zu lange haben Clubverantwortliche, Fangruppen und SFV verniedlicht & zugeschaut. Oder muss erst jemand umkommen bevor man handelt???


Luc Gerig

29.10.2009, 17:12 Uhr

Andernorts müssen die Verursacher die Kosten tragen. Das sind ja nicht die Klubs, sondern die Randalierer. In diesem Sinne müsste man nur kurz die Personalien der Chaoten aufnehmen, wenn man nichtgleich alle verhaften will und nachher die Rechnung für die Schäden senden.... Aber eben, manchmal ticken dieSchweizer schon etwas kompliziert.


Tom Kuhn

29.10.2009, 14:59 Uhr

Die idealste Lösung wäre, dass nur 2'000 Fans im Stadion Platz haben und dafür 2000 Euro bezahlen müssten. Alle anderen bleiben zuhause oder in kleine Bars und es kommt niemand in der Masse davon, der randaliert. Der Polizeieinsatz bezahlen die Clubs vollständig. Übrigens Sportwetten müssen verboten werden. Da gibt es Leute, die sauer werden, wenn sie viel Geld verloren haben. Siehe Italien!!


Andreas Egli

29.10.2009, 14:30 Uhr

Es ist nicht richtig, die Besucher oder Organisation einer Veranstaltung für Kosten aufkommen zu lassen, die Gegner der Veranstaltung (z.B. Chaoten am WEF) verursachen. Anders sieht es aus, wenn sich Organisatoren eines Anlasses nicht klar von Krawall distanzieren z.B.1. Mai-Komittee.


Annette Schorer

29.10.2009, 14:21 Uhr

Herr René Meier: Ich gehe total mit Ihnen einig. Mir machen diese Zustände auch Angst - und es scheint, als ob einfach nichts dagegen gemacht wird.


Jürg Fehr

29.10.2009, 14:03 Uhr

Offensichtlich helfen nur drastische Strafen. Aber so lange sich politische Parteien nicht einig sind, wie wir in der Gesellschaft mit diesen Problemen umgehen, wird sich nichts ändern. kaum wird eine Fangruppe rigoros kontrolliert melden sich Kritiker. Aber auch die Clubs sollten sich von Chaoten distanzieren. Aber Reaktionen die über das übliche gehen ist selten. Satdionverbote werden umgangen!


Hans Peter Layer

29.10.2009, 13:58 Uhr

Ob Fussball, Eishockey, 1. Mai, WEF usw. bin ich dagegen, als Steuerzahler für die Sicherheitskosten aufkommen zu müssen. Wenn ich ein Fest organisiere, bin ich verantwortlich für die Sicherheit und niemand subventioniert mich. Die letzte Abstimmung hat deutlich gezeigt, dass die Zürcher Bevölkerung genug hat von diesen ewigen Randalen, nun hat die Politik subito für Ordnung zu sorgen.


Reto Barandun

29.10.2009, 13:44 Uhr

@. Silas Meier. Das WEF wurde mehrere Jahre ohne grossen Sicherheitsaufwand durchgeführt! Das änderte erst als linke Chaoten das WEF als Schauplatz ihrers Zerstörungspotential misbrauchten! Dabei konnten sie auf die Unterszützung einiger rot/ grünen Politiker/innen zählen. Überigens konnten früher auch Sportveranstaltungen ohne Kravalle und grossem Sicherheitsaufwand abgewickelt werden.


Felix Jörg

29.10.2009, 13:43 Uhr

Wenn das inskünftig so gehandhabt wird, erwarte ich, dass das 1. Mai-Komitee dann jeweils die durch die 1. Mai-Krawalle verursachten Kosten übernehmen wird.


Ronald Rüegg

29.10.2009, 13:31 Uhr

Wieso bieten wir eigentlich das Militär nicht auf? Anstatt teure Uebungen zu simulieren, könnte das Militär vor den Fussball-Matches eins zu eins den Ernstfall üben - dies erst noch ohne weitere Kosten für uns Steuerzahler!!!


Massimo Parnevaci

29.10.2009, 13:26 Uhr

Warum bringt der Weltfussballverband die ständige Keilerei nicht weg? Das ist doch nicht mehr normal!


Ihan Valkovic

29.10.2009, 13:16 Uhr

Es wäre an der Zeit, wenn die Kosten den Fussballclubs verrechnet würden. Das dumme Volk bezahlt die Randliererei und die Profis sacken für das "Umegümpele" Millionen ein. Das stimmt doch nicht mehr! Und wenn die Clubs nicht zahlen, sollen sie Geisterspiel haben. Weiss nicht, wo das Problem liegt.


Marina Müller

29.10.2009, 13:08 Uhr

Mich ärgert die Tatsache,dass ständig vom Sparen geredet wird+unbescholtene Menschen bei Sozialhilfe, RAV, IV etc. Einbussen in Kauf nehmen müssen.Wenn aber solche Veranstaltungen bis zu 250 000 Fr. pro Anlass kosten, wird das einfach toleriert!Es darf nicht sein, dass wir dafür Steuergelder verschwenden.Ich bin der Ansicht, dass nur rigorose Massnahmen helfen(Geisterspiele, Bezahlung durch Klubs)


Silas Meier

29.10.2009, 13:04 Uhr

Ich möchte gerne wissen, welchen Anteil an den Sicherheitskosten die sehr reichen Teilnehmer des WEF selber bezahlen müssen und wie viel wir SteuerzahlerInnen. (Bin regelmässiger Südkurven-Gast und verachte die Gewalt.)


Jürg Ammann

29.10.2009, 13:01 Uhr

Ich möchte gerne noch wissen, wieviele Randalierer nun in der Gamma-Datenbank gelandet sind. Darüber sollte doch die Polizei, nachdem sie damit geprahlt hat, schnell Auskunft geben können...


beat buerki

29.10.2009, 12:39 Uhr

wie bitteschön soll denn der club verhindern, dass am bahnhof, kilometerweise entfernt von seinem stadion und damit seinem einflussbereich randaliert oder gepöbelt wird? oder ist der arbeitgeber jeweils auch zu belangen? oder die verwandten? wo macht man die grenze? die polizei ist verantwortlich dafür, die schuldigen zu fassen, der richter richtet, der verurteilte bezahlt für seinen schaden.


René Meier

29.10.2009, 12:33 Uhr

Liebe Politiker macht nun endlich Nägel mit Köpfen. Es braucht keine schweizerisch perfektionierte Lösung sondern übernehmt Teile anderer Länder, solche die sich bewährt haben. Aber macht endlich etwas bevor ein Todesopfer zu beklagen ist. Es spielt wirklich keine Rolle aus welcher Ecke die Chaoten kommen Links, Rechts oder Hooligans eines Fuss- oder Eishockey Vereins.


julian gerber

29.10.2009, 12:21 Uhr

1. die kosten sollen zu 80% die klubs tragen. soweit ich weiss, ist dies rechtlich möglich. 2. die klubs wälzen das auf die fans ab. 3. die fans reagieren und lösen das problem untereinander ("man" kennt sich ja). jeder muss die eigene verantwortung einsehen.



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