Zürich

Rechnung 2011: Stadt Zürich schliesst mit Defizit

Aktualisiert am 10.02.2012 9 Kommentare

Die Rechnung 2011 der Stadt Zürich schliesst mit einem Defizit von sechs Millionen Franken ab. Budgetiert war ein Plus von 1 Million.

Stadtzürcher Parteien zwischen Freude und Missmut

Die SP wertete den Abschluss als «sehr erfreulich». Die Budgetdisziplin habe entscheidend zum guten Ergebnis beigetragen. Die Finanzen der Stadt Zürich seien kerngesund. Die von den bürgerlichen Parteien geforderte Kürzungspolitik entbehre jeglicher Grundlage, schrieb die Partei.

Gänzlich unzufrieden zeigte sich die SVP. Die Rechnung 2011 trage zwar die Handschrift der von der SVP initiierten bürgerlichen Sparallianz, dennoch könnten weder die Partei noch die Steuerzahler damit zufrieden sein. Das vornehmliche Ziel der Stadt müsse darin bestehen, Aufwand und Schulden «markant zu reduzieren».

Die FDP nahm das Ergebnis «mit Genugtuung zur Kenntnis», wie die Partei mitteilte. Einmal mehr habe sich die Prognosegenauigkeit des freisinnigen Finanzvorstandes als richtig erwiesen. Nicht geändert hätten sich die stets wachsenden Begehrlichkeiten von Links-Grün.

Nach Ansicht der Grünen wurde das «vordergründig erfreuliche» Rechnungs-Resultat mit «schmerzhaften Sparmassnahmen» insbesondere beim Personal erkauft. (sda)

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Insgesamt verdaue die Stadt Zürich die Situation seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 «erstaunlich gut». Dies zeige sich auch am Eigenkapital. Ende 2011 verfügte Zürich über ein Eigenkapital von 714 Millionen Franken. Somit habe dieses sich in den letzten vier schwierigen Jahren lediglich um 68 Millionen Franken verringert.

Die Netto-Investitionen betrugen 741 Millionen Franken, 292 Millionen Franken weniger als im Budget vorgesehen. «Der Eigenfinanzierungsgrad beträgt erfreuliche 78 Prozent», sagte Vollenwyder weiter. «Damit ist Zürich für Volatilitäten und Erschütterungen gut aufgestellt.»

Die Aufwendungen beliefen sich gesamthaft auf 7,85 Milliarden Franken, die Erträge auf 7,84 Milliarden Franken. Gegenüber dem Budget (inklusive Zusatzkredite) ergab sich ein um 129 Millionen Franken tieferer Gesamtaufwand. Einerseits habe dies die Ausgabendisziplin ermöglicht, andererseits seien geplante Ausgaben verschoben worden, führte der Finanzvorstand aus.

«Höchster Steuerertrag»

Auf der Ertragsseite fielen die Steuereinnahmen mit 2,4 Milliarden Franken zwar um 20 Millionen Franken tiefer aus als budgetiert, trotzdem handelt es sich «um den höchsten je erreichten Steuerertrag».

Sowohl die Erträge der natürlichen wie jene der juristischen Personen schlossen zwar unter Budget ab, doch fielen die Grundstückgewinnsteuern (137 Millionen Franken) und die Quellensteuern (168 Millionen Franken) um 12 beziehungsweise 48 Millionen Franken höher aus als veranschlagt.

Die markante Steigerung bei der Quellensteuer zeigt laut Vollenwyder auch, «wie wesentlich die Personenfreizügigkeit für Zürich ist». Dies, weil vor allem obere Kader an die Limmat kämen.

Wichtig, dass Grossbanken in Zürich bleiben

Vollenwyder geht davon aus, dass die Credit Suisse ab 2013 «in homöopathischen Dosen» wieder Steuern zahlt. Bei der UBS dürfte dies «wohl nicht vor 2015» der Fall sein, weil die Bank während der erlaubten sieben Jahre Verlustvorträge schreibt. Dies sei «eine mittlere Enttäuschung».

Wichtig für Vollenwyder ist jedoch, «dass die beiden Grossbanken ihren Sitz langfristig in Zürich behalten, auch wenn sie zusammen wohl nie mehr 400 Millionen Steuer-Franken abliefern werden». (tif/sda)

Erstellt: 10.02.2012, 11:27 Uhr

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9 Kommentare

Marianne Steiner

10.02.2012, 19:38 Uhr
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Bei diesem Defizit könnte der Stadtrat ja anfangen zu sparen und das lächerliche Projekt Hafenkran, in seinen Augen ein Symbol für Kultur, Kunst und Weltoffenheit, streichen. Kommt aber kaum in Frage, denn er will unbedingt 1. viel Geld unnötig zum Fenster hinauswerfen, 2. die Stadt verschandeln und 3. die fantastische Gelegenheit benützen, sich so richtig vor aller Welt lächerlich zu machen. Antworten


beat graf

10.02.2012, 15:25 Uhr
Melden 23 Empfehlung

nein, wieso auch sollen Banken Steuern bezahlen. Schliesslich müssen sie ja jährlich ca. 90 Millionen (UBS)
an Bonis ausschütten und Personal entlassen, die dann beim RAV anstehen. Sind ja alles schlecht bezahlte Fachleute. Vielleicht setzt ja auch in diesem Jahr wieder einer so 2 Milliarden in den Sand, damit die Banken dann bis ins Jahr 2020 keine Steuern bezahlen. Mir fehlt da das Verständnis.
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