«Reclaim the streets»: Die lange Liste der Geschädigten

Nach den Krawallen vom Samstag wischen die Ladenbesitzer die Scherben zusammen. Eine vorläufige Bilanz zeigt: Der gesamte Schaden dürfte eine Million übersteigen – und nicht immer bezahlt die Versicherung.

1/9 Drei Tage nach den Krawallen sind die Ladenbesitzer mit Putzen beschäftigt.

   

Umfrage

Soll die Stadt Steuergelder zum Ausbau der Polizei einsetzen?

Ja

 
54.7%

Nein

 
45.3%

1301 votes au total


Artikel zum Thema

Stichworte

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Mehrere hunderttausend Franken Schaden hätten die Krawalle gefordert, schätzte die Stadtpolizei am Tag danach. Auf Nachfrage bei einigen Gewerbetreibenden im Kreis 4 zeigt sich: Der Schaden dürfte eine Million Franken übertreffen. Tagesanzeiger.ch besuchte mehrere Geschädigte und erstellt hier vorläufige Schadensbilanz.

  • Fux AG: Mit Pflastersteinen haben die Randalierer die Schaufenster eingeworfen und damit auch Fernseher und Stereoanlagen verwüstet. Der Schaden beträgt rund 150'000 Franken.
  • Tamedia: Beim Verlagshaus, zu dem auch Tagesanzeiger.ch gehört, ging Glas im Wert von einer Viertelmillion Franken zu Bruch.
  • Frisörin Corinne: Beim Schönheitssalon an der Stauffacherstrasse 16 entstand ein Sachschaden von 8300 Franken.
  • Mobilezone: Mitarbeiter haben die Scheibe, die von den Chaoten eingeschlagen wurde, notdürftig mit Karton gesichert.
  • Christian: Das Panzerglas des Uhren- und Schmuckgeschäfts am Helvetiaplatz wurde schwer beschädigt. Bis eine neue Scheibe im passenden Format geliefert wird, vergeht mindestens ein Monat.
  • Hooter's: Die Chaoten zerstörten sämtliche Türen und Fenster. Die Gäste mussten durch den Notausgang fliehen.
  • ZKB,McDonald's, Mercedes-Händler sowie unzählige weitere Restaurants und Läden: Eingeschlagene Schaufensterscheiben.
  • VBZ: Ticketautomaten wurden nicht nur verschmiert, sondern mit Schaumstoff unbrauchbar gemacht.
  • Kaum eine Fassade, an der die Randalierer vorbeizogen, wurde nicht mit Parolen oder Tags verschmiert.

Ladenbesitzer und Angestellte, die mit Aufräumen beschäftig sind, staunen über das die sinnlose Aggression der Chaoten. Man wisse ja, dass der Kreis 4 nicht der friedlichste Ort der Schweiz sei, meint Mobilezone-Filialleiter Jens Keuch. «Aber das, das ist etwas Neues.» Dass so viele Menschen ohne jeglichen politischen Inhalt randalierten, habe er noch nie erlebt.

«Wir leben vom Schaufenster»

«Eine Schande für Zürich» sei es, dass an einem solchen Abend nur ein paar Polizisten zur Stelle gewesen seien, meint Christian Celik. Er hat die Bijouterie am Helvetiaplatz erst im letzten April übernommen. Dass die Chaoten seine Fenster eingeschlagen haben, ist für Celik «eine Katastrophe. Wir leben vom Schaufenster. Wenn keiner reinschaut, verkaufen wir keinen Schmuck, keine Uhren, nichts».

Für das Vorgehen der Behörden hat Celik wenig Verständnis: «Zürich ist eine Weltstadt. Und die Polizei kann nicht einmal 400 Spinner stoppen.» Er könne nicht verstehen, dass an einem solchen Abend nur ein paar Beamte zur Stelle seien. «Das ist eine Schande für Zürich.»

Was die Versicherer bezahlen

Nicht immer sind die Krawallschäden versichert. «Das kommt ganz drauf an», erklärt Stefan Turnherr, Versicherungsexperte beim VZ Vermögenszentrum. Wer eine Glasversicherung abgeschlossen habe, bezahlt die zerbrochene Scheibe grundsätzlich nicht selbst. Nicht gedeckt sind damit jedoch aufwändige Beschriftungen und Leuchtwerbungen. «Die muss man separat versichern lassen.»

Fast jedes Haus, das der Chaotenzug am Samstag passiert hat, ist mit Schmierereien und Sprayereien verunstaltet worden. Dafür lehnt die Gebäudeversicherung jegliche Haftung ab. Man könne solche Schäden aber bei privaten Gesellschaften versichern lassen, sagt Turnherr. Die Versicherer müssen solche Deals jedoch nicht eingehen, wenn sie das Risiko zu hoch einschätzen. «Möglich, dass das im Kreis 4 schwierig wird.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.02.2010, 13:13 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

24 Kommentare

Carlo Strässler

10.02.2010, 14:39 Uhr
Melden

Arbeitslager bis die Schäden bezahlt sind. Arbeiten müssen und kein Geld verdienen - das wird sogar einem Chaoten stinken. Antworten


Urs Stotz

10.02.2010, 11:01 Uhr
Melden

Der Staat hält das Gewaltmonopol und nicht der Bürger. Mit diesem ist er aber auch verpflichtet, dieses gegen Verbrecher einzusetzen. Jemand der seinen Besitz, von dem möglicherweise sein Existenz abhängt, mit einer Waffe verteidigen würde, würde vom gleichen Staat, der ihn nicht beschützt, hart bestraft. Antworten


André Hafner

10.02.2010, 10:55 Uhr
Melden

In solchen Fällen muss der Staat konsequent eingreifen: Identifizieren, verhaften, verurteilen. Wenn sich "Mitläufer" nicht auf Aufforderung entfernen, sind sie ebenfalls zu verhaften. Wenn wir nicht genug Polizisten haben, müssen wir mehr einstellen. Wenn die technischen Mittel nicht genügen, müssen neue beschafft werden. Wenn die Einsatzdoktrin unzureichend ist, muss sie geändert werden. Antworten


Friedli Herbert

10.02.2010, 10:28 Uhr
Melden

Meine Meinung dazu : Solche Leute wo so was machen,sind Skrupellos-Unfähig im Handeln und Denken und sind auch in der Lage noch grössere und Schlimmere Straftaten zu Machen ! Mit solchen Leuten gibts nur eines ,zur Rechenschaft nehmen,wenn Geld Vorhanden , selber alles Bezahlen ,wen nicht ab in den Knast für mehrere Jahre , und was Ausläner Anbelangt ,sofort Ausweisen in ihr Herkunftsland ! Antworten


Peter Möckli

10.02.2010, 09:37 Uhr
Melden

Unglaublich, was diese Idioten angerichtet haben. Und natürlich sind die alle zu feige, zu ihren Taten zu stehen und sich z.B. den Geschädigten zu entschuldigen. Oder gar für den Schaden aufzukommen. Traurig sowas. Solche Krawalle sind einfach völlig daneben. Antworten


Walter Wicker

10.02.2010, 09:35 Uhr
Melden

Da gibt es nur eines: So viele wie möglich festnehmen und erst wieder freilassen wenn der ganze Schaden bezahlt ist. Das würde vor allem die vielen Mitläufer abhalten. Antworten


Ladislav Jirucha

10.02.2010, 09:14 Uhr
Melden

In den 80-ern hat man auf der Bahnhofstrasse eine Bretterwand im 1 Meter Abstand von Schaufenstern gestellt. Somit konnte man das Schaufenster schützen, denn die Distanz erlaubt keinen Schwung mit dem Arm. Die Passanten konnten trotzdem die Ware im Fenster betrachten. Ist billiger als Polizisten. Schöne Aussicht, nicht wahr? Antworten


Claus Koch

10.02.2010, 08:37 Uhr
Melden

Schon erstaunlich, wie nun überall beschwichtigt wird, dass "ohne jeglichen politischen Inhalt" randaliert worden sei. Dabei wird die Reclaim the Streets-Bewegung ganz klar von der anarchistischen linksextremen Szene vereinnahmt. Hunderte von aufgesprayten Hammern und Sicheln im Kreis 4 und 5 zeugen von der Gesinnung der Täter. Völlig unpolitisch? Wer's glaubt... Antworten


Cornelia Schneider

10.02.2010, 08:12 Uhr
Melden

tja, das nächste mal verhaftungen durchführen und diese müssen dann für den gesamten schaden solidarisch aufkommen. auch wenn sie für den rest ihres lebens diese schulden abbezahlen müssten. vielleicht schreckt dies dannn solche niedere individuen vor solchen saubannerzügen ab. ich bin mir sicher, dass man die verantwortlichen finden würde, wäre da nicht der kontaproduktive datenschutz. Antworten


Beat Keller

10.02.2010, 07:50 Uhr
Melden

Was mir echt zu denken gibt, ist die Tatsache, dass viele Leute Verständnis für die Vorfälle äusssern. Etwa mit dem Argument, es seien Velofahrer unrecht behandelt worden. Könnte mir jemand von denen bitte erklären, was Frisörin Corinne mit Velofahrern zu tun hat. Ausser, dass sie ev. selber ein Velo besitzt. Undwarum die VBZ-Automaten? Musste Mann/Frau ev. für ein Billet zu unrecht zahlen? Antworten


Roland Moser

10.02.2010, 06:30 Uhr
Melden

Und keine einzige Person wurde verhaftet. Antworten


Roland Wey

10.02.2010, 01:34 Uhr
Melden

Es ist eine Schande, dass die Polizei immer nur zuschaut aber nichts unternimmt. Hauptsache die Chaoten bleiben schön im Quartier 4. Sollen die dort lebenden EinwohnerInnen doch schauen wo sie bleiben und die Kleingewerbler erst recht, die sind ja eh alle steinreich und und können die paar tausend Franken Glasbruchschaden doch locker selber bezahlen. Liebe SP, meine Stimme kriegt ihr nicht mehr!!! Antworten


Tom Forster

09.02.2010, 23:24 Uhr
Melden

Kann man politisch etwas erreichen indem man Schaufensterscheiben bei Mac Donald's einwirft? Sehr intelligent sind Randalierer sicherlich nicht. Get a life! Antworten


Peter Hess

09.02.2010, 22:40 Uhr
Melden

es wäre doch einfach. den schaden alles einen schaden sehen und die wenigen der erwischten sollen den schaden von einer Mio. zahlen. D.h. wenn 4 erwischt wurden, dann sollen sie je 250'000.- zahlen. wenn die polizei nicht einen erwischte, dann wollte sie nicht. ich hätte problemlos einen erwischen können, darf aber nicht. darf die polizei auch nicht??? Antworten


Widmer Michael

09.02.2010, 22:02 Uhr
Melden

Wir sind auch Gewerbetreibende im Kreis4. Zum Glück in einer Nebenstrasse und somit schadlos geblieben. Was soll das Ganze? Wir werden geschädigt. Uns werden die Parkplätze wegegenommen (s. aktuell Militärstrasse). Wo sind die Ersatzplätze? Kriegen Parkbussen beim Warenumschlag. Aber die Stadt interessiert es nicht, wenn uns die Kunden fernbleiben. Und der 1. Mai kommt noch. Danke Stadtrat. Danke Antworten


Lukas Zürcher

09.02.2010, 21:54 Uhr
Melden

Wenn die Polizei endlich mal den "schwarzen Block" konsequent einknasten würde, wäre diese Diskussion überflüssig, da es immer die selben Kravallbrüder sind. Offensichtlich hegt aber die rot-gründe Stadtregierung Sympatien zum Links-Extremistischen "Schwarzen Block", daher werden diese milde oder gar nicht angefasst. Antworten


Hedvika Post

09.02.2010, 21:36 Uhr
Melden

Man müsste schon wissen, wer diesen Schaden verursacht hat. Ich vermute, dass da eigentlich nur einige klärenden Gespräche nötig wären zur Einsicht, dass solche Aktionen nun wirklich gar nichts bringen. Nur muss man diese Gespräche wirklich führen und nicht diese Leute immer wieder laufen lassen. Antworten


Roger Seiler

09.02.2010, 21:03 Uhr
Melden

Es ist wahrlich eine Schande, dass diese kriminellen Taten seitens Justiz nicht geahndet werden. Es kann doch nicht sein, dass solche Individuen nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Eine Schande für Zürich und ein Armutszeugnis für unsere Gesetzeshüter. Frau Stadträtin Maurer, übernehmen Sie doch bitte einmal die Verantwortung und entschuldigen Sie sich wenigstens gegenüber den Ladenbesitzer. Antworten


Beat Meier

09.02.2010, 20:56 Uhr
Melden

Die Vandalen sind das eine, aber echt schämen müssen sich die 500 Leute, die einfach mitgelaufen sind Antworten


Markus Bucher

09.02.2010, 20:13 Uhr
Melden

Komische Welt, lässt man in Zürich den Wagen eine Minute zu lang auf dem Parkplatz stehen bekommt man eine Verzeigung. Schaufenster einschlagen und die Polizei schaut zu... Antworten


Heinz Vollenweider

09.02.2010, 20:10 Uhr
Melden

Sollten Randalierer die per Videoaufnahmen etc. erkannt worden sind wieder unbestraft davonkommen, wuerde es mich nicht ueberraschen wenn bei einer Wiederholung Ladenbesitzer zur Selbstverteidigung uebergehen wuerden oder Vigilantes zum Zug kommen. Einige schwer verletzte oder noch schlimmer zugerichtete Randalierer duerften sich dann ueberlegen wie weit sie eigentlich das ganze treiben wollen. Antworten


Patricia Galli

09.02.2010, 20:03 Uhr
Melden

"Reclaim the Street" ist eigentlich eine fantasievolle, gewaltlose europäische Bewegung. Umso mehr ist es schade, dass gerade in Zürich die "Reclaim the Street"-Organisatoren nicht wollten oder nicht konnten eine Aktion ohne Gewalt und Zerstörung durchzuführen (wobei ich eher auf Unfähigkeit bei den Organisatoren tippe). Antworten


Hans steiner

09.02.2010, 19:25 Uhr
Melden

Wir sollten die schweizer Polizisten nach Russland schicken, damit sie dort lernen wie man mit solchen Chaoten umgeht. Antworten


toni müller

09.02.2010, 18:40 Uhr
Melden

auf diversen bildern von fernsehbeiträgen sind weit über 100 gesichter der verabscheuungswürdigen vandalen klar ersichtlich. diese gesichter müssen in grossformat im internet veröffentlicht werden. wo immer möglich müssen arbeitgeber informiert werden. die gesamtkosten der ausschreitungen müssen auf diese erkennbaren vandalen aufgeteilt werden. Antworten



Zürich

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

Lokale Suche

Marktplatz

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Frühlingsdeko
homegate Lassen Sie jetzt schon den Frühling ins Haus. Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Pflegefachmann/ -frau für die Paraplegie planova human capital ag, Zürich

Personalassistent/in planova human capital ag, Zürich

Assistent/in Geschäftsführung planova human capital ag, Region ohne PLZ

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

GIS-Spezialist Flughafen Zürich AG, Zürich

Senior oder Junior Consultant m/w (für den IT- Bereich) Rechsteiner Partners AG, Zürich

Verkaufsleiter Nutzfahrzeuge Deutschschweiz concept.hr, Schweiz

Umfrage

Sollen in Zürich Sexboxen errichtet werden? Darüber entscheidet das Stimmvolk am 11. März.