Riesen-Steinschleuder für den Kreis 4

Ich bin auch eine Hollywoodschaukel: Die monumentale Skulptur im geplanten Hardau-Park erinnert an eine Waffe – dient aber rein friedlichen Zwecken.

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Die grösste Steinschleuder der Schweiz würde im Kampf kläglich versagen. Zum Steineschleudern ist sie nicht geeignet, vielmehr für friedliche Zwecke: Spielzeug, Sitzfläche, Leuchte und identitätsstiftendes Monument soll sie sein – wenn der Park denn realisiert wird (siehe Box).

Das 16 Meter hohe Kunstwerk stammt von Sislej Xhafa, einem in New York lebenden Künstler aus Kosovo. Mit dem Projekt «Y» hat er einen Wettbewerb der Stadt Zürich gewonnen. Das Kunstwerk, das von weitem als überdimensionale Waffe erscheint, ist als Stahlkonstruktion geplant, die von einem Kunststoff-Mantel umhüllt wird. Dazwischen liegen eingefärbte Neonröhren, die aufleuchten, wenn sich eine Person auf die Schaukel setzt. Die Geschwindigkeit, mit der sich das Gummiband bewegt, soll die Helligkeit des Lichts bestimmen: Gelb, Weiss oder Orange. Diese Farben, so der Künstler, sollen an die Glacé-Sorte mit dem «aggressiven Namen Rakete» erinnern.

Dreimal billiger als ein Züri-WC

Nicht wie eine Geschosshalterung, sondern wie ein romantisches Schaukelbett soll die Sitzfläch wirken. Die Schaukel bietet Platz für zwei und richtet sich damit nicht nur an Kinder, sondern an alle Benutzer des Parks. «Die Skulptur lebt von der Zweideutigkeit. Sie sieht aus wie eine Waffe, ist aber eine behagliche Schaukel», erklärt Christoph Lang von der Zürcher Hochschule der Künste gegenüber Tagesanzeiger.ch. Das Kunstwerk solle Identität für das Hardau-Quartier schaffen.

Die Stadt kostet die Schleuder, die von der aus dem Tribünenbau bekannten Firma Nüssli gebaut wird, 220'000 Franken – dreimal weniger als das benachbarte Züri-WC.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 26.10.2009, 12:11 Uhr)

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