Rot-Grün feiert euphorisch – SVP giftelt gegen den Freisinn
Von Stefan Häne. Aktualisiert am 08.03.2010 53 Kommentare
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Er war gestern der Star im Verwaltungszentrum Werd: Daniel Leupi hat für die Grüne Partei einen zweiten Stadtratssitz ergattert – auf Kosten der FDP, die neu nur noch zwei Sitze innehat. «Meine Freude ist riesengross», sagte Leupi. Er landete mit rund 33 000 Stimmen auf Platz 9 und liess seinen freisinnigen Widersacher Urs Egger mit rund 5500 Stimmen Vorsprung hinter sich. Über dieses deutliche Ergebnis zeigte sich Leupi erstaunt. Seine Wahl wertete er als Vertrauensbeweis für die grüne Politik, die in der Stadt Zürich bei Themen wie dem Atomausstieg oder der Kinderbetreuung mehrheitsfähig sei.
Freude herrschte auch bei der SP, die ihre zwei frei gewordenen Sitze souverän verteidigen konnte. Kandidatin Claudia Nielsen gab sich zurückhaltend. Sie sagte zwar, sie sei stets zuversichtlich gewesen. Nun brauche es aber «noch einen Moment», bis sie nach dem langen und intensiven Wahlkampf die Glücksgefühle deutlich spüre. Euphorie pur versprühte dagegen André Odermatt, der nach der Publikation der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Isopublic «ins Grübeln gekommen» war. «Fantastisch!», jubelte er. Welches Departement sie am liebsten übernähmen, wollte keiner der drei Sieger aus dem rot-grünen Lager verraten.
«Keine FDPler»
Sichtlich erleichtert zeigte sich Schulvorstand Gerold Lauber (CVP), der sich seiner Wiederwahl nicht ganz sicher war. Er räumte ein, bis zur Auszählung des letzten Wahlkreises angespannt gewesen zu sein. Da die CVP keine Wahlbündnisse schmieden konnte, wertete er sein Resultat – Platz 7 – als «zufriedenstellend». Lächelnd sagte er, er freue sich nun für einmal ganz besonders, an einem Montag arbeiten zu gehen.
Grosser Verlierer des Wahltags war Urs Egger, der mit seinem Komitee viel Zeit und Geld in den Wahlkampf investiert hatte. Eine Schlappe setzte es auch für die SVP ab, die seit 20 Jahren nicht mehr im Stadtrat vertreten ist. Ihre beiden Kandidaten verpassten den Einzug in die Exekutive. Mauro Tuena zeigte sich mit seinem Ergebnis gleichwohl zufrieden: Er habe über die Parteigrenzen hinaus Wähler für sich gewinnen können. «Wer jedoch verloren hat, ist der bürgerliche Wähler in Zürich», sagte Tuena und warnte vor einem «massiven Linksrutsch» im Stadtrat, in dem SP und Grüne nun sechs von neun Stadträten stellen.
Karl Zweifel plädierte für ein neues Wahlsystem: Neu sollen in Zürich nicht nur jene Stimmberechtigten wählen dürfen, die hier wohnen, sondern auch all jene, die hier arbeiten. «Dann wäre Zürich bürgerlicher», ist er überzeugt. Hart ins Gericht ging Zweifel mit dem Freisinn. Dessen Kandidaten Martin Vollenwyder, Andres Türler und Urs Egger seien «keine FDPler», da sie sich nach links anbiedern würden. Seine Kritik konterte Vollenwyder wie folgt: Wer in Denkmustern der 50er- und 60erJahre haften geblieben sei und «mit einem Hornschlitten an den Olympischen Spielen teilnimmt, muss sich nicht darüber wundern, dass er kein Gold gewinnt». (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 08.03.2010, 10:21 Uhr
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Alt-Stapi Ledergerber hatte einst die Idee lanciert, dass die Steuern zwischen Wohn- und Arbeitsort gesplittet werden. Die Bürgerlichen haben das in Bausch und Bogen abgelehnt. Jetzt soll also das Stimmrecht zwischen Wohn- und Arbeitsort gesplittet werden? Ein Schelm wer Böses denkt... Aber vielleicht liesse sich ja beides miteinander verbinden? Antworten


































