Rot-Grün feiert euphorisch – SVP giftelt gegen den Freisinn

Von Stefan Häne. Aktualisiert am 08.03.2010 53 Kommentare

Daniel Leupi, neuer Stadtrat der Grünen, ist erstaunt, dass er Urs Egger (FDP) so deutlich distanziert hat. SVP-Kandidat Karl Zweifel kanzelt die FDP-Stadträte ab.

Chirurg Karl Zweifel (SVP) wird zwar nicht Stadtrat, zum Trost aber immerhin Gemeinderat.

Reto Oeschger

Artikel zum Thema

Stichworte

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Er war gestern der Star im Verwaltungszentrum Werd: Daniel Leupi hat für die Grüne Partei einen zweiten Stadtratssitz ergattert – auf Kosten der FDP, die neu nur noch zwei Sitze innehat. «Meine Freude ist riesengross», sagte Leupi. Er landete mit rund 33 000 Stimmen auf Platz 9 und liess seinen freisinnigen Widersacher Urs Egger mit rund 5500 Stimmen Vorsprung hinter sich. Über dieses deutliche Ergebnis zeigte sich Leupi erstaunt. Seine Wahl wertete er als Vertrauensbeweis für die grüne Politik, die in der Stadt Zürich bei Themen wie dem Atomausstieg oder der Kinderbetreuung mehrheitsfähig sei.

Freude herrschte auch bei der SP, die ihre zwei frei gewordenen Sitze souverän verteidigen konnte. Kandidatin Claudia Nielsen gab sich zurückhaltend. Sie sagte zwar, sie sei stets zuversichtlich gewesen. Nun brauche es aber «noch einen Moment», bis sie nach dem langen und intensiven Wahlkampf die Glücksgefühle deutlich spüre. Euphorie pur versprühte dagegen André Odermatt, der nach der Publikation der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Isopublic «ins Grübeln gekommen» war. «Fantastisch!», jubelte er. Welches Departement sie am liebsten übernähmen, wollte keiner der drei Sieger aus dem rot-grünen Lager verraten.

«Keine FDPler»

Sichtlich erleichtert zeigte sich Schulvorstand Gerold Lauber (CVP), der sich seiner Wiederwahl nicht ganz sicher war. Er räumte ein, bis zur Auszählung des letzten Wahlkreises angespannt gewesen zu sein. Da die CVP keine Wahlbündnisse schmieden konnte, wertete er sein Resultat – Platz 7 – als «zufriedenstellend». Lächelnd sagte er, er freue sich nun für einmal ganz besonders, an einem Montag arbeiten zu gehen.

Grosser Verlierer des Wahltags war Urs Egger, der mit seinem Komitee viel Zeit und Geld in den Wahlkampf investiert hatte. Eine Schlappe setzte es auch für die SVP ab, die seit 20 Jahren nicht mehr im Stadtrat vertreten ist. Ihre beiden Kandidaten verpassten den Einzug in die Exekutive. Mauro Tuena zeigte sich mit seinem Ergebnis gleichwohl zufrieden: Er habe über die Parteigrenzen hinaus Wähler für sich gewinnen können. «Wer jedoch verloren hat, ist der bürgerliche Wähler in Zürich», sagte Tuena und warnte vor einem «massiven Linksrutsch» im Stadtrat, in dem SP und Grüne nun sechs von neun Stadträten stellen.

Karl Zweifel plädierte für ein neues Wahlsystem: Neu sollen in Zürich nicht nur jene Stimmberechtigten wählen dürfen, die hier wohnen, sondern auch all jene, die hier arbeiten. «Dann wäre Zürich bürgerlicher», ist er überzeugt. Hart ins Gericht ging Zweifel mit dem Freisinn. Dessen Kandidaten Martin Vollenwyder, Andres Türler und Urs Egger seien «keine FDPler», da sie sich nach links anbiedern würden. Seine Kritik konterte Vollenwyder wie folgt: Wer in Denkmustern der 50er- und 60erJahre haften geblieben sei und «mit einem Hornschlitten an den Olympischen Spielen teilnimmt, muss sich nicht darüber wundern, dass er kein Gold gewinnt». (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.03.2010, 10:21 Uhr

53

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

53 Kommentare

Lukas Lautenschlager

08.03.2010, 16:01 Uhr
Melden

Alt-Stapi Ledergerber hatte einst die Idee lanciert, dass die Steuern zwischen Wohn- und Arbeitsort gesplittet werden. Die Bürgerlichen haben das in Bausch und Bogen abgelehnt. Jetzt soll also das Stimmrecht zwischen Wohn- und Arbeitsort gesplittet werden? Ein Schelm wer Böses denkt... Aber vielleicht liesse sich ja beides miteinander verbinden? Antworten


Albert Brägger

08.03.2010, 08:06 Uhr
Melden

und Steuern bezahlen tun diese dann auch in Zürich ? wie meistens bei der SVP, nicht fertig gedacht. Antworten



Zürich

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

Umfrage

Am 17. Juni stimmen wir darüber ab: Würden Sie die Volksinitiative «Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse» heute annehmen?



AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Telefonbuch

Marktplatz

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Medizintechniker 100 % planova human capital ag, Meggen

Datenbankadministrator (m/w) planova human capital ag, Zürich

SAP BO Spezialist (m/w) planova human capital ag, Solothurn