SVP lobt die SP-Siegerin Mauch
Aktualisiert am 29.03.2009 118 Kommentare
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Noch am Sonntagmittag hatte der FDP-Stadtparteipräsident Urs Egger trotz Aufrufs zum Wahlboykott durch die SVP-Spitze für Martelli gute Wahlchancen gesehen. Für die deutliche Abfuhr wenige Stunden später machte er dann aber vor allem den «undemokratischen» Boykott der SVP verantwortlich. Irgendwelche Koalitionen mit der einstigen Bündnispartnerin seien jetzt definitiv vom Tisch, sagte Egger.
Auch für die SVP ist eine Koalition mit der FDP im Hinblick auf 2010 kein Thema mehr, wie Stadtpräsident Rolf A. Siegenthaler auf Anfrage sagte. Die Partei wolle allein eine bürgerliche Alternative bilden. Martelli habe sich im ersten Wahlgang die Mehrheit verscherzt, weil sie nicht klarer zur SVP gestanden sei.
Für die SVP ist Mauch die bessere Kandidatin
Bevor die Zusammenarbeit im bürgerlichen Lager wieder besser werde, müsse es nochmals deutlich schlechter werden. Bei der FDP werde es bei den nächsten Wahlen zu einer Flurbereinigung kommen, prophezeite Siegenthaler.
Laut Siegenthaler bildet das Wahlergebnis vom Sonntag die politischen Verhältnisse in Zürich mit linker Mehrheit ab. Corine Mauch von der SP sei zudem klar die bessere Kandidatin, sagte Siegenthaler weiter. Sie sei intellektueller und überzeugender gewesen.
Mauchs «frischer Blick» - Martellis bittere Enttäuschung
Eine Wahl in dieser Deutlichkeit habe sie wirklich nicht erwartet, lachte eine glückliche Corine Mauch um 14.30 Uhr in die Kameras. Zwar fehlte da noch das Ergebnis eines Wahlkreises, die Wahl war aber längst gelaufen, als der Ende April zurücktretende Stadtpräsident Elmar Ledergerber seiner Nachfolgerin einen bunten Frühlingstrauss überreichte.
Offenbar seien die Zürcher Stimmberechtigten zufrieden mit der von der SP geführten Regierung und fänden nicht, dass es an der Zeit sei, etwas zu ändern, sagte Mauch bescheiden. Sie wolle ab dem 1. Mai für eine «offene, dynamische, starke und solidarische Stadt» eintreten. Als Stadträtin, die es direkt auf den Präsidentensessel schaffte, bringe sie «einen frischen Blick» in die Stadtregierung.
Enttäuscht zeigte sich die unterlegene Kathrin Martelli. Die massive Niederlage habe sie überrascht nach der guten Ausgangslage aus dem ersten Wahlgang, räumte die FDP-Stadträtin ein. Sie müsse zur Kenntnis nehmen, dass die Stimmberechtigten nicht auf Bewährtes und Erfahrung setzten, sondern auf etwas Neues, sagte sie bitter.
Martelli «vorläufig» weiter im Stadtrat
Letzlich bilde das Wahlresultat aber nur die politischen Verhältnisse der Stadt Zürich ab. Trotz Niederlage will die Hochbauvorsteherin vorläufig im Stadtrat bleiben. Von einem sofortigen Rücktritt sei keine Rede. Ob sie nach 16 Jahren im Stadtrat in einem Jahr noch einmal anttrete, liess sie offen.
Für SP-Stadtparteipräsident Koni Loepfe ist der SVP-Wahlboykott nur einer von zwei Gründen für Mauchs Erfolg. Der SP sei es eindeutig besser als beim ersten Wahlgang gelungen, ihre Wählerschaft zu mobilisieren. Zudem habe die neue Stadtpräsidentin Corine Mauch während des Wahlkampfes an Profil gewonnen, sagte Loepfe weiter.
Mauch sei von einer guten Sachpolitikerin auch noch zu einer guten Wahlkämpferin geworden. Die SP habe bewiesen, dass sie auf Exekutivebene keine Probleme habe, ihren Willen beim Stimmvolk durchzusetzen. Mit Blick auf die Neuwahlen in einem Jahr machte er aber ein Fragezeichen für die Parlamentswahlen. Da werde die SP mehr Probleme haben, ihre aktuell 34 Prozent zu halten.
«Rundum glücklich» über den Wahlausgang zeigte sich schliesslich der scheidende Ledergerber: Es sei richtig und wichtig, dass die SP als mit Abstand grösste Stadtpartei auch künftig an der Regierungsspitze stehe. Auch wenn die Bedeutung des Stadtpräsidenten für die Stadtregierung oft überschätzt werde. (ep/sda)
Erstellt: 29.03.2009, 19:04 Uhr
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118 Kommentare
So ein Tamtam um diese Wahl! In über hundert anderen Schweizer Städten und Dörfer wird auch ein Bürgermeister/Stadtpräsident oder was auch immer gewählt. Da wird aber nicht so ein grosser Wirbel gemacht...ach ja stimmt, es wurde ja in Zürich gewählt die selbsternannte Hauptstadt der Schweiz.... Antworten


































