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Saubere WC, mehr Cafés am See – und ein SVP-Verbot

Von Stefan Häne. Aktualisiert am 23.12.2011 65 Kommentare

Was möchten die Leute auf der Strasse? Auskunft gibt das Wunschbuch, das am Weihnachtsmarkt auf dem Zürcher Bellevue auflag.

Tiefere Mieten, mehr Toiletten und ein besseres öffentliches Verkehrsangebot: Die Wünsche für die Stadt Zürich sind vielseitig.

Tiefere Mieten, mehr Toiletten und ein besseres öffentliches Verkehrsangebot: Die Wünsche für die Stadt Zürich sind vielseitig.
Bild: Keystone

Nahm das Wunschbuch entgegen: Stadtpräsidentin Corine Mauch. (Bild: Keystone )

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Gross und schwer ist es, das erste Zürcher Wunschbuch. Und von Gewicht sind zum Teil auch die Wünsche, welche die Besucher des Weihnachtsmarkts am Bellevue seit dem 24. November in einem eigens aufgestellten Holzhäuschen zu Papier gebracht haben: eine Welt ohne Krieg, Sozialismus statt Kapitalismus, Banker-Boni für alle, das Ende der Pelzindustrie. Die Wunschliste ist lang und kündet auch von kleinen, aber nicht minder wichtigen Träumen: glücklich zu werden, gesund zu bleiben, einen neuen Partner zu finden und – wiederholt erwähnt – mehr Sex zu haben. Gross scheint auch das Bedürfnis nach weissen Weihnachten zu sein. Und teuren Geschenken.

Stadtpräsidentin toleriert SVP

Die Idee für das Wunschbuch hatte die Musikproduktionsfirma Bigger Than Blue mit Sitz in Zürich. Die Organisatorin des Weihnachtsmarktes, die Commerce & Consulting (C & C), hat das Buch gestern im Stadthaus Corine Mauch (SP) übergeben. Die Stadtpräsidentin findet darin auch politisch aufgeladene Verbesserungsvorschläge für Zürich, etwa tiefere Mieten oder ein besseres öffentliches Verkehrsangebot. Ablehnend steht Mauch der Idee gegenüber, die wählerstärkste Partei des Landes, die SVP, zu verbieten: «Nur Diktaturen verbieten Parteien.» Die SVP gehöre als politische Partei zum demokratischen Spektrum der Schweiz, sagt sie. Meinungsdifferenzen müssten in einer Demokratie mit Argumenten ausgetragen werden, nicht mit Verboten.

Mehrmals genannt ist der Wunsch nach sauberen öffentlichen WC-Anlagen. Auch Mauch wünscht sich dies – und verweist auf die Bemühungen der Stadt: Die alten Toilettenanlagen würden laufend durch neue, selbstreinigende und vandalismussichere Züri-WC ersetzt. Allein in diesem Monat sei dies bei drei Anlagen gemacht worden. Keinen Einfluss hat Mauch auf eine weitere Forderung: Der FC Zürich, fordert ein Besucher, solle endlich zum Erfolg zurückkehren.

Zürcher: Besser als sein Ruf?

Skeptisch beurteilt die Stadtpräsidentin eine weitere Anregung: mehr Cafés rund ums Seebecken. «Es gibt glücklicherweise viele Cafés und Restaurants», sagt sie und nennt als Beispiel das Lake Side und das Ziegel oh Lac. Das Seeufer werde von der Zürcher Bevölkerung «hoch geschätzt» und geniesse darum auch einen speziell schützenswerten Status.

Freuen dürfte die Stadtpräsidentin, dass die Zürcher «besser sind als ihr Ruf», wie ein auswärtiger Besucher schreibt. Seinem Eindruck scheint er aber nicht ganz zu trauen: Er hoffe, ergänzt er im Buch, das sei nicht nur während der Weihnachtszeit so. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.12.2011, 09:49 Uhr

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65 Kommentare

Willi Schweizer

23.12.2011, 10:36 Uhr
Melden 51 Empfehlung

Ein SVP Verbot stünde in bester sozialistischer Tradition - Stalin lässt grüssen. Es überrascht nicht, dass sich die Einführung des Sozialismus als weiterer Wunsch auf der Liste findet.
Interessant wäre zu sehen, wie begeistert die Verfasser dieser Wünsche nach einigen Jahren realem Sozialismus noch wären und ich würde darauf wetten, dass die Mehrheit sich die SVP bald zurückwünschen würden.
Antworten


Oliver Steiner

23.12.2011, 09:53 Uhr
Melden 49 Empfehlung

Ich finde es schade, dass es tatsächlich Leute gibt, die so ein erst zu nehmendes Projekt dazu benutzen, ihre Wut gegen anders denkende öffentlich zu machen. Ein SVP Verbot erinnert mich an die Unterdrückung der freien Meingungsäusserung in Staaten wie Syrien, Russland, Nord-Korea oder die auch im Dritten Reich unter Hitler. Und solche Kreise fühlen sich auch noch als "progressiv"! Antworten



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