Schmiergeldaffäre: Polizist in Haft

Ein Mitarbeiter der Kantonspolizei Zürich soll bestochen worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Langjähriger Kapo-Mitarbeiter in Untersuchungshaft: Gebäude der Zürcher Kantonspolizei beim Kasernenareal. Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Ein erfahrener Angehöriger der Kantonspolizei Zürich wurde am vergangenen Freitag verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, Informationen an eine Person ausserhalb des Korps weitergegeben zu haben.

Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft informiert zurückhaltend über den Fall. Sie teilt mit, dass sie gegen einen Beamten ein Strafverfahren wegen Amtsgeheimnisverletzung führt. Der Beschuldigte befinde sich in Untersuchungshaft. Er bestreite die Vorwürfe.

Allerdings geht es um mehr als den Verdacht, dass der langjährige Kapo-Mitarbeiter das Amtsgeheimnis verletzt hat, wie TA-Recherchen zeigen. Der Verdächtige soll auch Schmiergeld angenommen haben. Die Rede ist von mehreren Tausend Franken.

Der Vorwurf gemäss Justizunterlagen und beschlagnahmten Dokumenten: In Zürcher Hotels soll der Polizist eine aussenstehende Person getroffen haben. Er gab ihr auch Informationen zu laufenden Ermittlungen. Offen ist, ob diese Informationen geheim waren. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der TA hatte von den Vorwürfen gegen den Polizisten erfahren und Mitte vergangene Woche die Zürcher Kantonspolizei und Oberstaatsanwaltschaft damit konfrontiert. Am Freitag kam es zur Verhaftung. Das kantonale Zwangsmassnahmengericht hat nun Untersuchungshaft angeordnet. Es hält einen dringenden Tatverdacht für gegeben.

Die Kantonspolizei hat den Mitarbeiter freigestellt und ein Administrativverfahren eingeleitet. Die Kollegen wurden am Dienstag mittag informiert. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.04.2017, 16:12 Uhr

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