Schon wieder Notsanierung an der Kaserne

Obschon der Kanton nicht weiss, was mit der alten Kaserne in Zürich geschehen soll, muss er eine Million Franken nach der andern investieren. Nur damit das Gebäude nicht zerfällt.

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Seit kurzem sind Teile der alten Militärkaserne in Zürich wieder eingerüstet. Die Baudirektion hat eine Notsanierung für 720'000 Franken angeordnet, weil der Sandstein bröckelt und der Verputz auf Passanten herunterzufallen drohte. Ähnliche Notsanierungen hatten 1998/99 und 2005/06 bereits 5,2 Millionen Franken gekostet. Und nochmals 3,2 Millionen hatte der Regierungsrat für die Sanierung des Zeughauses 1 auf demselben Areal bewilligt.

Weitere Notmassnahmen absehbar

Bei den drei eingerüsteten Abschnitten der Kaserne bestand laut Baudirektion die Gefahr, dass sich Fassadenteile lösen. Daher lässt sie die abbröckelnde Fassade bis auf das Mauerwerk entfernen und durch einen provisorischen Verputz ersetzen. Er soll laut Christoph Keller, Projektleiter bei der Baudirektion, zehn Jahre halten. Zudem entfernen die Bauarbeiter lose Brocken bei den Sandsteinrändern. Nach Abschluss der Arbeiten wird sich die Fassade weiss präsentieren wie bei den übrigen, bereits früher notfallmässig sanierten Teilen.

Das Ende der Flickarbeiten an diesem potenziellen Abbruchobjekt ist aber auch das nicht: Bei drei anderen Fassadenteilen musste der Kanton in sicherer Distanz vom Gebäude einen Zaun installieren – damit keine Menschen und Autos von abbrechenden Gebäudeteilen getroffen werden. Dort dürfte die nächste Sanierung folgen.

Die vom Militär 1975 verlassene Kaserne steht zwar unter Denkmalschutz, aber auch jeder neuen Nutzung des Areals im Wege. Gegen Mitte des nächsten Jahrzehnts wird sie ganz frei, wenn auch die Kantonspolizei in das neue Polizei- und Justizzentrum umzieht. Trotz unzähligen Vorschlägen und Studien kann sich der Regierungsrat seit über drei Jahrzehnten nicht entscheiden, was er mit dem Areal machen will. Zuletzt hat er ein Konzept des früheren Expo-Machers Martin Heller schubladisiert, das die damalige Baudirektorin Dorothée Fierz (FDP) in Auftrag gegeben hatte. Markus Kägi (SVP) als ihr übernächster Nachfolger hat jüngst eine neue Runde von Abklärungen eingeläutet und signalisiert, er sei bereit, mit der Stadt zu prüfen, ob ein Kongresszentrum in Frage käme. Solange dieses Hin und Her andauert, muss der Kanton dafür sorgen, dass das Gebäude nicht zerfällt – auch wenn es dereinst möglicherweise aus dem Schutz entlassen und abgerissen wird. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.09.2008, 08:16 Uhr

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