Schwach-Bier gegen Sauf-Exzesse am Zürcher Oktoberfest

Die Zürcher können ab heute gleich an zwei Oktoberfesten herzhaft Bier bechern. Die Organisatoren bemühen sich deshalb, Exzesse zu vermeiden – mit tiefem Alkoholgehalt im Bier.

Bier bechern und Schunkeln: Ab heute ist in Zürich an zwei Oktoberfesten angezapft. (Video: Lorenz Schmid / Roman Weber)

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Noch sind nur wenige Tische besetzt. Fast etwas ausgestellt wirken die ersten Besucher, die auf der Züri-Wiesn, dem Oktoberfest im Zürcher Hauptbahnhof, heute Mittag an ihrem Bier nippen. Spätestens am Abend, wenn offiziell angezapft wird, sehe es anders aus, ist Stephan Dübi, Pressesprecher der Züri-Wiesn überzeugt: «Die Hälfte der Tische ist abends bereits reserviert.»

Auf dem Bauschänzli, wo das Oktoberfest in diesem Jahr bereits zum 13. Mal stattfindet, ist derweil schon mehr Betrieb. Die ersten Gäste kommen zum deftigen Mittagsmahl und in der Küche ist entsprechend Hochbetrieb. Urs Lingg, Geschäftsführer des Bauschänzlis, steht deshalb mitten im Geschehen und schaut, dass alles rund läuft. Die Feuerprobe kommt jedoch am Abend, wenn das Zelt bis zum letzten Platz besetzt sein wird. «Wir sind für die 33 Tage jeden Abend ausverkauft, es bleiben nur 200 Plätze für Schnellentschlossene frei. Wer aber einen davon ergattern will, muss früh kommen», sagt Lingg.

Es hat Platz für zwei Oktoberfeste

Für Lingg ist deshalb die Züri-Wiesn keine Konkurrenz, sondern vielmehr ein willkommener Mitbewerber. So könne er Gäste, für die er keinen Platz mehr habe, an einen ähnlichen Anlass weiterleiten. Auch Dübi sieht keine besondere Konkurrenzsituation. «Die Nachfrage nach einem Fest mit unkomplizierter, natürlicher Atmosphäre ist vorhanden.»

Zudem gehe die Züri-Wiesn einen etwas anderen Weg und spreche eine andere Kundschaft an. Das Besondere an der Lage im Bahnhof sei die Laufkundschaft. «Die Erfahrung von der erstmaligen Durchführung im letzten Jahr zeigte aber, dass doch viele Besucher mit ausreichend Zeit vorbeischauten.» Für jene, die auf dem Heimweg noch schnell ein Bier trinken möchten, haben die Organisatoren einen speziellen Bereich eingerichtet.

Verschieden Modelle gegen Alkoholexzesse

Während im Hauptbahnhof Münchner Bier ausgeschenkt wird, setzt das Bauschänzli auf einheimische Produkte. Eine Schweizer Grossbrauerei liefert ein speziell für den Anlass gebrautes Oktoberfestbier. Dieses hatte einst eine Stärke von über fünf Prozent Alkohol, wurde vergangenes Jahr jedoch um ein Prozent schwächer gebraut. «Die Erfahrungen damit waren grundsätzlich sehr gut», sagt Lingg. Er habe eine deutliche Auswirkung auf das Verhalten der Festbesucher gemerkt, doch sei der Schritt nicht von allen goutiert worden. Das Oktoberfestbier von diesem Jahr weist deshalb wieder einen etwas höheren Alkoholgehalt auf.

Auch im HB sei man sich der Problematik des Alkoholproblems bewusst und versuche, mit verschiedenen Massnahmen, Exzesse zu vermeiden, sagt Dübi. So werden beispielsweise bis am Abend keine Mass ausgeschenkt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.10.2008, 14:41 Uhr

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