Schwamendingen top, Zürichberg flop
Von Claudia Imfeld, Philipp Albrecht. Aktualisiert am 30.07.2010 13 Kommentare
Leerwohnungsbestand in der Stadt Zürich, Stichtag 1. Juni
Leerwohnungsbestand in der Stadt Zürich, Stichtag 1. Juni
Anzahl leerer Wohnungen
Quelle:Statistik Stadt Zürich
Erstmals seit langem wieder frei: Lofts in der Stadt Zürich. (Bild: Keystone )
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Am 1. Juni 2010 standen in der Stadt Zürich 136 Wohnungen leer, 27 mehr als vor einem Jahr. Die Leerwohnungsziffer stieg dadurch von 0,05 auf 0,07. Bei den mittelgrossen Wohnungen mit drei bis fünf Zimmern hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum etwas verändert. Häufiger stehen nun aber Lofts, Sechszimmer- und auch Zweizimmerwohnungen leer, wie die Stadt Zürich heute Freitag mitteilt.
«Es sind ausschliesslich Wohnungen im Hochpreissegment, die vermehrt frei stehen», sagt Beat Mischler von Statistik Stadt Zürich. Darunter fallen Mietobjekte, die pro Zimmer und Monat mehr als 1000 Franken kosten. Bei den günstigeren Wohnungen habe sich die Marktlage kaum verändert, so Mischler.
6 Zimmer für Familien zu teuer
Das grössere Angebot auf dem Wohnungsmarkt in der Stadt Zürich macht sich auch bei den Kosten bemerkbar: Der durchschnittliche Preis für einen Quadratmeter unvermieteter Wohnfläche ist für die Vermieter innert Jahresfrist um 17,8 Prozent auf 31 Franken angestiegen. Dafür verantwortlich sind laut Mischler die Mieterinnen und Mieter, die im etwas entspannteren Markt nun eben auf billigere Wohnungen ausweichen können. Daher seien immer häufiger nur noch teure Wohnungen unter den leer stehenden Objekten.
In diese Gruppe fallen auch die Sechszimmerwohnungen und die vier freien Lofts, die Anfang Juni frei waren, so Mischler. «Familien suchen in Zürich zwar oft Wohnungen, aber sechs Zimmer sind für sie oft zu gross – oder mit Mieten zwischen 8000 und 9000 Franken meist zu teuer.» Auch die Lofts, von denen in der Statistik erstmals seit langem wieder freie auftauchen, sind häufig kostspielig.
Begehrtes Zürich-Nord
Das gegenwärtige Überangebot an Wohnungen im Hochpreissegment spiegelt sich in der geografischen Verteilung der Leerwohnungen, so der städtische Statistiker. War die Leerwohnungsziffer in Schwamendingen vor drei Jahren noch sehr viel grösser als am Zürichberg, hat sich das Verhältnis nun umgekehrt: Im Kreis 7 stehen anteilmässig acht Mal so viele Wohnungen leer wie im Kreis 12. Warum gerade Schwamendingen derzeit so beliebt ist bei den Mietern, kann Mischler nicht erklären. Klar ist aber, dass die Zeiten, als niemand in die als unschick verschrieenen Stadtkreise im Norden ziehen wollte, vorbei sind. «Auch in Oerlikon, Seebach und Affoltern sinkt der Bestand an leer stehenden Wohnungen», sagt Mischler.
Der Statistiker geht davon aus, dass die derzeitige leichte Entspannung auf dem städtischen Wohnungsmarkt anhalten wird. «Es wird nicht mehr so wie in den 90er-Jahren, wo wir viermal mehr freie Wohnungen zählten. Aber es gibt auch keine Anzeichen, dass sich die Lage demnächst wieder verschärft.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.07.2010, 11:36 Uhr
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13 Kommentare
Ich bin auf dem Land aufgewachsen, aber das tägliche Pendeln nach Zürich war einfach nur mühsam. Zuerst mal noch mit dem Velo noch 1,5 km zum Bahnhof... Wäre mein Arbeitgeber nicht hier in Zürich, ich würde noch so gern wieder aufs Land, gern auch irgendwo in Hinterpfupfigen. Aber meine Freizeit ist mir zu wertvoll, um sie (womöglich noch stehend) stundenlang im ÖV zu verbringen. Antworten
Wir konnten in den 1970-iger Jahren eine Baugenossenschafts-Wohnung in Schwamendingen mieten. 3 1/2 Z.i -Whg. für ca. Fr. 350.-- war schon damals sehr günstig. Im 6-FMH wohnten vorwiegend ältere Leute die einen Riesenplausch an unserem Sohn hatten. Als er 6 war sind wir weggezogen in meine alte Heimat. Das Ehepaar auf dem gleichen Stockwerk besucht unser Sohn (heute 35) noch immer wenn er in ZH is Antworten
Mit den Mieten ist das ähnlich wie mit den Krankenkassen. Man muss nun einmal wohnen, ausser man entschliesst sich für das Beduinenzelt. Man muss sich versichern. Ergo spielt da auch kein Markt. Ich frage mich schon lange, ob denn diese Verblendung nie aufhört? Antworten
Die Anzahl Leerwohnung pro Kreis sind etwas dürftig, 1, 2 sogar manchmal 3. Das ist kein Material für Statistiken: die Basis ist schlicht weder signifikant noch relevant genug, um Schlüsse zu ziehen. Aber spekulieren lässt sich damit herrlich, und je nachdem, was für ein Weltbild unterschoben wird, haut man auf die Pauke "Wohnungsnot", Abzockerviertel oder Rechtaufwohnen. Ganz nach Belieben halt. Antworten
@Peter Pfrunder: Dies wage ich zu bezweifeln. Einkommensmässig haben wir eine gemischte Zuwanderung, also vom Superreichen bis hin zur Billigstarbeitskraft. Letztere benötigen ebenfalls ein Dach über dem Kopf, es sei denn, wie auch schon gehabt, man stelle ihnen Baracken zur Verfügung oder halte sie als Leibeigene. Antworten
Solange die Wirtschaft gut läuft und die Einwanderung wegen der Personenfreizügigkeit in den Arbeits- und Sozialleistungsmarkt weitergeht, wird es keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt in Zürich, Genf usw. geben.Im Gegenteil die Mietpreise werden wegen der Wohnungsknappheit mittel- und langfristig weiter steigen. Wirksame Massnahme gegen diesen Trend,wäre die Beschränkung der Zuwanderung! Antworten
Auf dem Land wohnen und lachen ist ja schön und gut. Auch ich wohnte 15 Jahre auf dem Land. Ich verlor täglich für den Arbeitsweg ca. 2 Stunden Freizeit. Heute wohne ich mit Familie wieder mitten in Luzern und brauche ganze 6 Minuten mit dem Velo zur Arbeit. Für die gewonnene Zeit zahle ich gerne mehr. Früher konnte ich die Tage von Mo bis Fr vergessen, nur Arbeit und Arbeitsweg! Antworten
bei uns auf dem Land gibt es keinen Lärm, die Wohnungen sind bezahlbar. Mit der Preisdifferenz zu den Stadtwohnungen bezahlt man sich das GA für die Fahrt nach Zürich und geht noch grosszügig in die Ferien. Und die ganze Diskussion um teure Wohnungen nehme ich mit einem müden Lächeln zur Kenntnis Antworten
Das war abzusehen und zeichnete sich bereits 2008/2009 ab, Tendenz steigend. Es erstaunt, dass rund um den Zürichsee weiter teure Wohnungen und Luxuswohnungen gebaut werden. Auch wenn zur Zeit noch gegenteilig zu einer sich verschärfenden Lage gesprochen wird, dient dies lediglich dazu, die Immo-Blase hinauszuziehen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie platzt. Antworten






Peter Pfrunder
Frau Auf der Mauer: Natürlich kommen Arbeitskräfte mit verschienden Qualifikationsniveaus und damit Einkommen.Das ist doch nicht das Problem.Dieses besteht insgesamt in der hohen Einwanderung in dieses kleine Land,und zwar über 200000 Personen in den letzten 2 Jahren¨!Dadurch steigt doch die Nachfrage nach Wohnungen und davon hat es zu günstigen Mieten zuwenig und das lässt sich nicht bald ändern! Antworten