Zürich

Schwamendingen top, Zürichberg flop

In der Stadt Zürich gibt es mehr leere Wohnungen als noch vor einem Jahr. Es sind mehrheitlich teure Mietobjekte, die noch frei sind. Auch Lofts sind erstmals seit langem wieder mehrere zu haben.

Leerwohnungsbestand in der Stadt Zürich, Stichtag 1. Juni

Leerwohnungsbestand in der Stadt Zürich, Stichtag 1. Juni


Anzahl leerer Wohnungen

Quelle:Statistik Stadt Zürich


Am 1. Juni 2010 standen in der Stadt Zürich 136 Wohnungen leer, 27 mehr als vor einem Jahr. Die Leerwohnungsziffer stieg dadurch von 0,05 auf 0,07. Bei den mittelgrossen Wohnungen mit drei bis fünf Zimmern hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum etwas verändert. Häufiger stehen nun aber Lofts, Sechszimmer- und auch Zweizimmerwohnungen leer, wie die Stadt Zürich heute Freitag mitteilt.

«Es sind ausschliesslich Wohnungen im Hochpreissegment, die vermehrt frei stehen», sagt Beat Mischler von Statistik Stadt Zürich. Darunter fallen Mietobjekte, die pro Zimmer und Monat mehr als 1000 Franken kosten. Bei den günstigeren Wohnungen habe sich die Marktlage kaum verändert, so Mischler.

6 Zimmer für Familien zu teuer

Das grössere Angebot auf dem Wohnungsmarkt in der Stadt Zürich macht sich auch bei den Kosten bemerkbar: Der durchschnittliche Preis für einen Quadratmeter unvermieteter Wohnfläche ist für die Vermieter innert Jahresfrist um 17,8 Prozent auf 31 Franken angestiegen. Dafür verantwortlich sind laut Mischler die Mieterinnen und Mieter, die im etwas entspannteren Markt nun eben auf billigere Wohnungen ausweichen können. Daher seien immer häufiger nur noch teure Wohnungen unter den leer stehenden Objekten.

In diese Gruppe fallen auch die Sechszimmerwohnungen und die vier freien Lofts, die Anfang Juni frei waren, so Mischler. «Familien suchen in Zürich zwar oft Wohnungen, aber sechs Zimmer sind für sie oft zu gross – oder mit Mieten zwischen 8000 und 9000 Franken meist zu teuer.» Auch die Lofts, von denen in der Statistik erstmals seit langem wieder freie auftauchen, sind häufig kostspielig.

Begehrtes Zürich-Nord

Das gegenwärtige Überangebot an Wohnungen im Hochpreissegment spiegelt sich in der geografischen Verteilung der Leerwohnungen, so der städtische Statistiker. War die Leerwohnungsziffer in Schwamendingen vor drei Jahren noch sehr viel grösser als am Zürichberg, hat sich das Verhältnis nun umgekehrt: Im Kreis 7 stehen anteilmässig acht Mal so viele Wohnungen leer wie im Kreis 12. Warum gerade Schwamendingen derzeit so beliebt ist bei den Mietern, kann Mischler nicht erklären. Klar ist aber, dass die Zeiten, als niemand in die als unschick verschrieenen Stadtkreise im Norden ziehen wollte, vorbei sind. «Auch in Oerlikon, Seebach und Affoltern sinkt der Bestand an leer stehenden Wohnungen», sagt Mischler.

Der Statistiker geht davon aus, dass die derzeitige leichte Entspannung auf dem städtischen Wohnungsmarkt anhalten wird. «Es wird nicht mehr so wie in den 90er-Jahren, wo wir viermal mehr freie Wohnungen zählten. Aber es gibt auch keine Anzeichen, dass sich die Lage demnächst wieder verschärft.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.07.2010, 11:36 Uhr

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13 Kommentare

Peter Pfrunder

30.07.2010, 18:52 Uhr
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Frau Auf der Mauer: Natürlich kommen Arbeitskräfte mit verschienden Qualifikationsniveaus und damit Einkommen.Das ist doch nicht das Problem.Dieses besteht insgesamt in der hohen Einwanderung in dieses kleine Land,und zwar über 200000 Personen in den letzten 2 Jahren¨!Dadurch steigt doch die Nachfrage nach Wohnungen und davon hat es zu günstigen Mieten zuwenig und das lässt sich nicht bald ändern! Antworten


Helena Rupp Grau

30.07.2010, 16:46 Uhr
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Ich bin auf dem Land aufgewachsen, aber das tägliche Pendeln nach Zürich war einfach nur mühsam. Zuerst mal noch mit dem Velo noch 1,5 km zum Bahnhof... Wäre mein Arbeitgeber nicht hier in Zürich, ich würde noch so gern wieder aufs Land, gern auch irgendwo in Hinterpfupfigen. Aber meine Freizeit ist mir zu wertvoll, um sie (womöglich noch stehend) stundenlang im ÖV zu verbringen. Antworten


Hans Inauen

30.07.2010, 14:49 Uhr
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Wir konnten in den 1970-iger Jahren eine Baugenossenschafts-Wohnung in Schwamendingen mieten. 3 1/2 Z.i -Whg. für ca. Fr. 350.-- war schon damals sehr günstig. Im 6-FMH wohnten vorwiegend ältere Leute die einen Riesenplausch an unserem Sohn hatten. Als er 6 war sind wir weggezogen in meine alte Heimat. Das Ehepaar auf dem gleichen Stockwerk besucht unser Sohn (heute 35) noch immer wenn er in ZH is Antworten


Kurt Aegeri

30.07.2010, 14:01 Uhr
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Mit den Mieten ist das ähnlich wie mit den Krankenkassen. Man muss nun einmal wohnen, ausser man entschliesst sich für das Beduinenzelt. Man muss sich versichern. Ergo spielt da auch kein Markt. Ich frage mich schon lange, ob denn diese Verblendung nie aufhört? Antworten


Petra vonRedding

30.07.2010, 13:56 Uhr
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Die Anzahl Leerwohnung pro Kreis sind etwas dürftig, 1, 2 sogar manchmal 3. Das ist kein Material für Statistiken: die Basis ist schlicht weder signifikant noch relevant genug, um Schlüsse zu ziehen. Aber spekulieren lässt sich damit herrlich, und je nachdem, was für ein Weltbild unterschoben wird, haut man auf die Pauke "Wohnungsnot", Abzockerviertel oder Rechtaufwohnen. Ganz nach Belieben halt. Antworten


Ruthild Auf der Maur

30.07.2010, 13:51 Uhr
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@Peter Pfrunder: Dies wage ich zu bezweifeln. Einkommensmässig haben wir eine gemischte Zuwanderung, also vom Superreichen bis hin zur Billigstarbeitskraft. Letztere benötigen ebenfalls ein Dach über dem Kopf, es sei denn, wie auch schon gehabt, man stelle ihnen Baracken zur Verfügung oder halte sie als Leibeigene. Antworten


Peter Pfrunder

30.07.2010, 13:07 Uhr
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Solange die Wirtschaft gut läuft und die Einwanderung wegen der Personenfreizügigkeit in den Arbeits- und Sozialleistungsmarkt weitergeht, wird es keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt in Zürich, Genf usw. geben.Im Gegenteil die Mietpreise werden wegen der Wohnungsknappheit mittel- und langfristig weiter steigen. Wirksame Massnahme gegen diesen Trend,wäre die Beschränkung der Zuwanderung! Antworten


Thys Flueler

30.07.2010, 12:57 Uhr
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Offenbar sind die Wohnungen in den Kreisen 7 und 8 ganz einfach zu teuer. Wenn der Markt tatsächlich funktionieren würde, müssten sie ja jetzt billiger werden. Aber eben, wenn... Antworten


Ruthild Auf der Maur

30.07.2010, 12:34 Uhr
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Hinzukommt, dass Arbeitsplätze wie z.B. der UBS aus Kostengründen in die Aussenquartiere und Agglomeration verlagert werden. UBS dürfte nicht alleine dastehen. Für viele unbequem, z.T. Prestigeverlust, aber unumgänglich. Antworten


Urs Huggentobler

30.07.2010, 12:29 Uhr
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Auf dem Land wohnen und lachen ist ja schön und gut. Auch ich wohnte 15 Jahre auf dem Land. Ich verlor täglich für den Arbeitsweg ca. 2 Stunden Freizeit. Heute wohne ich mit Familie wieder mitten in Luzern und brauche ganze 6 Minuten mit dem Velo zur Arbeit. Für die gewonnene Zeit zahle ich gerne mehr. Früher konnte ich die Tage von Mo bis Fr vergessen, nur Arbeit und Arbeitsweg! Antworten


Hubert Schoch

30.07.2010, 12:10 Uhr
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bei uns auf dem Land gibt es keinen Lärm, die Wohnungen sind bezahlbar. Mit der Preisdifferenz zu den Stadtwohnungen bezahlt man sich das GA für die Fahrt nach Zürich und geht noch grosszügig in die Ferien. Und die ganze Diskussion um teure Wohnungen nehme ich mit einem müden Lächeln zur Kenntnis Antworten


Ruthild Auf der Maur

30.07.2010, 11:59 Uhr
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Das war abzusehen und zeichnete sich bereits 2008/2009 ab, Tendenz steigend. Es erstaunt, dass rund um den Zürichsee weiter teure Wohnungen und Luxuswohnungen gebaut werden. Auch wenn zur Zeit noch gegenteilig zu einer sich verschärfenden Lage gesprochen wird, dient dies lediglich dazu, die Immo-Blase hinauszuziehen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie platzt. Antworten


Tom Müller

30.07.2010, 11:49 Uhr
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Ich zahle für 3.5 Zimmer 1'650. Vis-à-vis zahlt man für ein Loft neben quitschenden Bahngeleisen 4'000+. Da stehen seit Monaten zwei Wohnungen leer. Und im Neubau nebenan werden für 2.5 Zimmer 2'500+ gefordert, ob das jemand bezahlen wird? Antworten



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