Zürich
Selbst in der Innenstadt trotzen Randständige jede Nacht der Kälte
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 16.12.2009
«Die meisten Randständigen sind im Umgang mit Kälte sehr versiert»: SIP-Bereichsleiter Christian Fischer. (TA)
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Einige sind völlig mittellos, andere sind nicht gerne unter Menschen, wieder andere sind in Notschlafstellen nicht tragbar. Diese Menschen leben auf der Strasse, richten sich mehr oder weniger provisorisch in Nischen, unter Brücken oder in einem Bretterverschlag an der Peripherie der Stadt ein. Selbst in der Innenstadt schlafen jede Nacht Menschen an Orten, an denen sie niemand bemerkt. Diese Menschen trotzten auch in der Nacht auf heute den eisigen Temperaturen.
«Wenn einer die Kälte nicht mehr spürt, kann er bereits bei milden Temperaturen sterben»
«Wir sagen ihnen schon seit Anfang Herbst, dass bald der Winter kommt und unterstützen sie bei der Suche nach einer Unterkunft», sagt Christian Fischer, Betriebsleiter der SIP, jener Abteilung des städtischen Sozialdepartements, die mit den Randständigen den engsten Kontakt hat.
Dabei ist die Kälte für diese Männer und Frauen nicht ungefährlich. «Wenn einer im Rausch die Kälte nicht mehr spürt und auf einer Parkbank einschläft, kann er bereits bei milden Temperaturen unterkühlen und sterben», sagt Fischer. Besonders bei den starken Gewohnheitstrinkern bestehe die Gefahr, dass sie «sehr plötzlich abbauen».
«Die meisten sind im Umgang mit Kälte versiert»
Deshalb gehen die SIP-Mitarbeiter regelmässig auf Patrouille. «Wir besuchen die Randständigen drei- bis viermal pro Woche. Wir finden sie meist auf einem der rund 30 Plätze, an denen immer wieder jemand übernachtet.» Wo genau die Plätze sind, will Fischer nicht verraten, um die Randständigen zu schützen.
Nach der ersten eisigen Nacht dieses Winters geht es allen Obdachlosen den Umständen entsprechend gut, soweit Fischer beurteilen kann. «Die meisten von ihnen sind im Umgang mit Kälte sehr versiert.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.12.2009, 07:06 Uhr




