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Seldwyla in Zürich: Eine neue Tiefgarage, die niemand braucht

70 überflüssige Parkplätze: Die Zürcher Parkplatzverordnung macht absurde Vorgaben. In einer autofreien Überbauung in Leimbach wird eine Tiefgarage gebaut. Die Parkplätze werden nie gebraucht.

Autofreies Wohnen im Sihlbogen - doch darunter muss eine Tiefgarage gebaut werden. (Visualisierung pd)

Autofreies Wohnen im Sihlbogen - doch darunter muss eine Tiefgarage gebaut werden. (Visualisierung pd)

Artikel zum Thema

Autofrei wohnen in der Kalkbreite

Die Wohnüberbauung in der Kalkbreite, der heutigen Tramabstellanlage der VBZ, soll autofrei werden. Auch hier stellt sich deshalb die Frage nach den Pflichtparkplätzen. Zu diesem Thema findet heute Donnerstag, 12. März eine Podiumsdiskussion statt.

Mobilität in der 2000-Watt-Gesellschaft: Die neue Parkplatzverordnung. Mit Erich Willi (Tiefbauamt), Heinrich Gugerli (Amt für Hochbauten), Samuel Bernhard (Club der autofreien Schweiz), Markus Knauss (VCS). Ltg. Christoph Bertschinger. Rosengarten, Kalkbreitestr. 2. 12. März, 19-21.30h.

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In der Überbauung Sihlbogen in Leimbach werden 70 ganz besondere Garagenplätze gebaut. Solche, die leer stehen werden, die niemand will. «Es ist ein Riesenwitz», sagt Rolf Hefti, Geschäftsführer der Genossenschaft Zurlinden, die das Projekt Sihlbogen realisiert. «Die ganze Überbauung wird autofrei sein, aber wir müssen ein ganzes Untergeschoss als Tiefgarage errichten, das wir gar nicht brauchen.» 220 Wohnungen sind an der Sihl geplant, die Baugesuche für die beiden Baufelder hat Hefti eingereicht – inklusive der überflüssigen 70 Autoabstellplätze.

Verantwortlich für diese bürokratische Schikane ist die Zürcher Parkplatzverordnung. Auf elf Seiten wird darin aufgelistet, wie die Zahl der verlangten sowie der zulässigen Parkplätze berechnet wird. Ausnahmebewilligungen für Projekte, die wie der Sihlbogen optimal mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen werden, sind darin nicht enthalten. Sonst gibt die Verordnung meist in umgekehrter Richtung zu Reden, denn sie schreibt auch gleichzeitig die maximal zulässige Anzahl an Parkplätzen vor. Das sorgt beim Bau von Bürogebäuden und Einkaufszentren regelmässig für Diskussionen.

40 Prozent der Parkplätze sind überflüssig

Für die Genossenschaft Zurlinden geht die Bürokratie ins Geld. Rund 35'000 Franken kostet ein Abstellplatz in einer Tiefgarage, macht für den Sihlbogen unnötige Kosten von 2,5 Millionen Franken. «Das wird den Mietpreis der Wohnungen erhöhen, die Mieter müssen die Zeche zahlen», ärgert sich Rolf Hefti. Auch andernorts sind die Mieten betroffen, die Pflichtparkplätze machen der Genossenschaft nicht nur beim Projekt in Leimbach zu schaffen. «Wir haben viele Parkhäuser in Zürich, im Schnitt werden 30 bis 40 Prozent der Parkplätze von unseren Mietern nicht genutzt.»

Die Revision der Parkplatzverordnung hätte die Tücken der Bürokratie mindern sollen. Bereits vor einem Jahr hatte der Stadtrat einen Vorschlag verabschiedet, der ausdrücklich Ausnahmen für autofreies Wohnen vorsieht. Doch das Geschäft, über das der Zürcher Gemeinderat entscheiden muss, kommt nicht vom Fleck. Die die Politiker wollen solange zuwarten, bis klar ist, welche Vorgaben das übergeordnete kantonale Planungs- und Baugesetz, das gleichzeitig revidiert wird, zu Parkplätzen macht.

Mit dem gleichen Problem wie die Baugenossenschaft Zurlinden hat auch das Kino Riffraff zu kämpfen. Der Bau der zwei neuen Säle verzögert sich wegen den Pflichtparkplätzen, die die Stadt verlangt. Eine Forderung, die Christoph Schaub, Verwaltungsratspräsident der Neugass Kino AG, die das Riffraff betreibt, nicht versteht. «Das Gebiet hier ist bestens mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.03.2009, 13:16 Uhr

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16 Kommentare

Ruedi Brunner

23.03.2009, 21:08 Uhr
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Dank dem Wohlstand und der Globalisation wird es immer mehr Autoverkehr geben. Solange der öffentliche Verkehr nicht 24 Stunden gewährleistet ist, muss das Parkplatzobligatorium noch strenger ausgebaut werden. Je weniger Parkplätze vorhanden sind desto mehr Autos fahren im Kreis herum um einen zu finden, was überhaupt nicht umweltfreundlich ist. Ich bin viel in ZH und habe immer dieses Problem. Antworten


Brigitta Moser-Harder

13.03.2009, 22:39 Uhr
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Also Parkplatzfrei ist ja wohl heutzutage unmöglich. Man kann diese auf eine absolutes Minimum reduzieren. Aber Besucherparkplätze braucht es sicher. Nicht jedermann kann mit dem OV zu Besuch kommen. Dann dürfen zudem keine Mieter akzeptiert werden, die Schicht arbeiten und auf Pikett. sind. Nachts ist ja der OV nicht optimal, wenn man zu bestimmten Zeiten schnell irgendwo sein muss. Antworten


Gion Saram

12.03.2009, 22:16 Uhr
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@ M. Risch Ja, die Wohnungen werden nur an Mieter vermietet die kein Auto besitzen. Uebrigens autofrei Wohnen ist keine neue Erfindung, die meisten Bewohner des Niederdorfes sind autolos und haben keine Tiefgarage unter dem Haus. Genau diese gemütliche Autofreiheit der Altstadt macht dieses Quartier so attraktiv zum Flanieren für die mit dem Auto angereisten Agglos. Ganz Zürich war mal autofrei! Antworten


Hans Meier

12.03.2009, 20:40 Uhr
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Ich kenne die Gegend nicht. Aber wenn es so aussieht wie sonst in der Stadt, dann gibt es sicher genügend auswärtige Abnehmer für diese Parkplätze. Also, Parkplätze bauen und an auswärtige vermieten. Und natürlich die eigenen Wohnungsmieter zum laufen verknurren. Oder noch besser, zwingt doch die künftigen Mieter noch vertraglich sich dem VCS anzuschliessen und der grünen Partei bei zu treten. Antworten


Gertrud Demilan

12.03.2009, 19:39 Uhr
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Es soll mir niemand erzählen wollen, dass 0,3 Parkplätze pro Wohnungen zu viel ist. Eine autofreie Überbauung ist fernab der Realität. Oder schleppen die Zügelmänner die Möbel per Tram an und die Feuerwehr kommt mit der Giesskanne? Ist laut Mietvertrag der Besitz eines Autos ein Kündigungsgrund? Antworten


Cornelia Baschung

12.03.2009, 17:04 Uhr
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Ich bin froh, habe ich keine Freunde, die in Zürich wohnen. Denn ich würde sie nie besuchen. Hier wird der Eindruck erweckt, es gäbe immer mehr Parkplätze in Zürich. Das Gegenteil ist aber der Fall. So versucht man die öffentlichen Einrichtungen, Zug, Tram, Bus, zu fördern. Gegen Tiefgaragen ist nicht`s zu sagen. Für viele Geschäfte ist der Parkplatzschwund ein riesen Problem. Antworten


Marco Kiefer

12.03.2009, 16:54 Uhr
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Es ist lobenswert, dass eine gewisse Anzahl Parkplätze gebaut werden müssen. Denn nicht jeder Besucher kommt mit dem ÖV. Antworten


Gustav Habegger

12.03.2009, 16:39 Uhr
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Empfehle vorbereitende Massnahmen zu treffen, dass der Garagenleerraum für Lager- und/oder Hobbyräume ohne Tageslicht genutzt werden kann. Dofen staatlichen Regelungen muss man mit Fantasie begegnen. Eine andere behördliche Dummheit ist die Akzeptenz des Verwaltungsgerichtsentscheides den Rosengarten in der Kalkbreite zu renovieren. Was stellt es dar? Nichts, niemand interessierts oder weiss wozu! Antworten


Gion Saram

12.03.2009, 16:19 Uhr
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Die gleichen Leute die auf Vorrat jetzt Parkplätze erbauen lassen wollen, für den Fall dass die nächste Generation sich doch ein Auto leisten will, weigert sich jetzt schon Häuser heiztechnisch so zu bauen das auch die nächste Generation sich das warm wohnen und duschen noch leisten kann! Wenn Garagenplätze auf Vorrat eine Siedlung attraktiv machen, wie wärs denn mit Solarkollektoren auf Vorrat? Antworten


Gion Saram

12.03.2009, 16:15 Uhr
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Mit diesem Gesetz werden einkommensschwache Familien die sich gar kein Auto leisten können oder wollen gezwungen über einen höheren Mietzins auf Vorrat Platz zu schaffen für ein allfälliges späteres Auto. Es scheint also eine allgemeine Pflicht zum Autobesitz zu geben. In unserer Genossenschaftssiedlung stehen auch 30% der Tiefgaragenplätze leer und niemand will sie mieten. Von 200-Watt Stadt ZH! Antworten


thomas Bond

12.03.2009, 15:15 Uhr
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Ich denke lieber ein bisschen mehr Parkplätze machen und dafür vorsorgen würde schon Sinn machen? Antworten


Hans Graf

12.03.2009, 14:59 Uhr
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Es ist absolut richtig, dass diese 70 Parkplätze gebaut werden müssen. Am Anfang ziehen Leute in die autofreie Siedlung und irgendwann haben die Kinder, die vermutlich nicht den gleichen idealistischen Ideen der Eltern nachhängen und eigene Autos fahren. Ohne Parkplätze stehen die dann im Quartier rum und belästigen die Anwohner. Die Stiftung sollte über 2-3 Jahre hinaus denken und planen. Antworten


Hans Peter Layer

12.03.2009, 14:50 Uhr
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Diese Vorschriften sind schon richtig. Ich betreibe mein Geschäft in der Stadt in einem Quartier mit vielen Mehrfamilienhäusern ohne Parkplätze. Die Bewohner besitzen trotz der Tramhaltestelle in unmittelbarer Nähe ein Auto und es herrscht das ewige Problem, dass einfach die Parkplätze der Gewerbetreibenden besetzt werden, um ein paar Franken einzusparen. Und was ist mit Besuchern? Antworten


Barbara Sigg

12.03.2009, 14:03 Uhr
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Eine komische Diskussion, wo doch vielfach Familien mehr als ein Auto besitzen, vor allem in der Agglo und auf dem Land. Also in unserer Ueberbauung hat es zuwenig Garagenplätze und dann stehen die Autos einfach überall im Weg. Für mich gehören sie in Tiefgaragen und so sollte zu jeder Wohnung mindestens ein Parkplatz gehören. Sie können ja fremdvermietet werden, wenn sie nicht gebraucht werden. Antworten


Priska Bürgi

12.03.2009, 14:01 Uhr
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Wetten dass die Parkplätze alle vermietet werden können?! Antworten


Mario Risch

12.03.2009, 13:19 Uhr
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Werden denn die Wohnungen nur an Leute vermietet, die kein Fahrzeug besitzen? Antworten



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