Seldwyla in Zürich: Eine neue Tiefgarage, die niemand braucht
Von Thomas Schenk. Aktualisiert am 12.03.2009 16 Kommentare
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Autofrei wohnen in der Kalkbreite
Die Wohnüberbauung in der Kalkbreite, der heutigen Tramabstellanlage der VBZ, soll autofrei werden. Auch hier stellt sich deshalb die Frage nach den Pflichtparkplätzen. Zu diesem Thema findet heute Donnerstag, 12. März eine Podiumsdiskussion statt.
Mobilität in der 2000-Watt-Gesellschaft: Die neue Parkplatzverordnung. Mit Erich Willi (Tiefbauamt), Heinrich Gugerli (Amt für Hochbauten), Samuel Bernhard (Club der autofreien Schweiz), Markus Knauss (VCS). Ltg. Christoph Bertschinger. Rosengarten, Kalkbreitestr. 2. 12. März, 19-21.30h.
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In der Überbauung Sihlbogen in Leimbach werden 70 ganz besondere Garagenplätze gebaut. Solche, die leer stehen werden, die niemand will. «Es ist ein Riesenwitz», sagt Rolf Hefti, Geschäftsführer der Genossenschaft Zurlinden, die das Projekt Sihlbogen realisiert. «Die ganze Überbauung wird autofrei sein, aber wir müssen ein ganzes Untergeschoss als Tiefgarage errichten, das wir gar nicht brauchen.» 220 Wohnungen sind an der Sihl geplant, die Baugesuche für die beiden Baufelder hat Hefti eingereicht – inklusive der überflüssigen 70 Autoabstellplätze.
Verantwortlich für diese bürokratische Schikane ist die Zürcher Parkplatzverordnung. Auf elf Seiten wird darin aufgelistet, wie die Zahl der verlangten sowie der zulässigen Parkplätze berechnet wird. Ausnahmebewilligungen für Projekte, die wie der Sihlbogen optimal mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen werden, sind darin nicht enthalten. Sonst gibt die Verordnung meist in umgekehrter Richtung zu Reden, denn sie schreibt auch gleichzeitig die maximal zulässige Anzahl an Parkplätzen vor. Das sorgt beim Bau von Bürogebäuden und Einkaufszentren regelmässig für Diskussionen.
40 Prozent der Parkplätze sind überflüssig
Für die Genossenschaft Zurlinden geht die Bürokratie ins Geld. Rund 35'000 Franken kostet ein Abstellplatz in einer Tiefgarage, macht für den Sihlbogen unnötige Kosten von 2,5 Millionen Franken. «Das wird den Mietpreis der Wohnungen erhöhen, die Mieter müssen die Zeche zahlen», ärgert sich Rolf Hefti. Auch andernorts sind die Mieten betroffen, die Pflichtparkplätze machen der Genossenschaft nicht nur beim Projekt in Leimbach zu schaffen. «Wir haben viele Parkhäuser in Zürich, im Schnitt werden 30 bis 40 Prozent der Parkplätze von unseren Mietern nicht genutzt.»
Die Revision der Parkplatzverordnung hätte die Tücken der Bürokratie mindern sollen. Bereits vor einem Jahr hatte der Stadtrat einen Vorschlag verabschiedet, der ausdrücklich Ausnahmen für autofreies Wohnen vorsieht. Doch das Geschäft, über das der Zürcher Gemeinderat entscheiden muss, kommt nicht vom Fleck. Die die Politiker wollen solange zuwarten, bis klar ist, welche Vorgaben das übergeordnete kantonale Planungs- und Baugesetz, das gleichzeitig revidiert wird, zu Parkplätzen macht.
Mit dem gleichen Problem wie die Baugenossenschaft Zurlinden hat auch das Kino Riffraff zu kämpfen. Der Bau der zwei neuen Säle verzögert sich wegen den Pflichtparkplätzen, die die Stadt verlangt. Eine Forderung, die Christoph Schaub, Verwaltungsratspräsident der Neugass Kino AG, die das Riffraff betreibt, nicht versteht. «Das Gebiet hier ist bestens mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.03.2009, 13:16 Uhr
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16 Kommentare
Es ist absolut richtig, dass diese 70 Parkplätze gebaut werden müssen. Am Anfang ziehen Leute in die autofreie Siedlung und irgendwann haben die Kinder, die vermutlich nicht den gleichen idealistischen Ideen der Eltern nachhängen und eigene Autos fahren. Ohne Parkplätze stehen die dann im Quartier rum und belästigen die Anwohner. Die Stiftung sollte über 2-3 Jahre hinaus denken und planen. Antworten


































