Zürich
«Sie wissen, dass sie dort viele erwischen»
Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 12.08.2011 121 Kommentare
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Urs Müller* fuhr gestern auf der Busspur durch die Langstrasse, weit kam er allerdings nicht. Auf der Höhe des Kinos Roland wurde er von der Stadtpolizei herausgewinkt. «Die Beamten standen auf beiden Seiten der Strasse und kontrollierten jeden Velofahrer», sagt Müller. In seinem Fall kostete die Kontrolle 130 Franken. Die Polizisten seien äusserst fair und selbst nicht mit Freude bei der Arbeit gewesen: «Ein Beamter sagte mir, dass sie jeweils nur an einem Tag eingesetzt werden, weil es sehr hart sei, ständig der ‹Böölimann› zu sein.»
Dave Durner, Geschäftsführer von Pro Velo, vermutet, dass die Polizei absichtlich die Langstrasse als Kontrollpunkt wählt, da es für Velofahrer keine sichere und gute Alternative gebe. «Sie wissen, dass sie dort viele erwischen und können so eine gute Statistik vorweisen.» Durner stellt sich nicht grundsätzlich gegen die Polizeieinsätze. «Wir sind ja auch froh, wenn Autofahrer gebüsst werden, die sich nicht an die Regeln halten.» Kontrollen an der Langstrasse hält er aber für «nicht fair». Durner verweist darauf, dass man dort seit 30 Jahren nach einer Lösung suche. Auch Stadtrat Daniel Leupi sei daran interessiert, dass Velofahrer die Langstrasse beidseitig befahren dürften. Zur Zeit würde das Vorhaben schlicht durch Beschwerden blockiert.
Polizei spricht von allgemeinen Verkehrskontrollen
Marco Bisa, Sprecher der Stadtpolizei, dementiert nicht vollends, dass gewisse Punkte bewusst ausgewählt werden: «Wir suchen uns die Kontrollörtlichkeiten nach Unfallschwerpunkten und unseren eigenen Erkenntnissen aus.» Allerdings widerspricht Bisa der Darstellung, dass nur Velos kontrolliert würden: «Es handelte sich um eine allgemeine Verkehrskontrolle. Egal wer sich einer Übertretung schuldig macht, er wird gebüsst. Es kommt aber vor, dass wir den Fokus eher auf Velos legen.»
Dass Polizisten nur für kurze Einsätze an den Kontrollpunkten eingesetzt würden, weil es hart sei, wenn man stets auf Ablehnung stösst, verneint Bisa klar. Er verweist aber darauf, dass die Kontrollen einen präventiven Nutzen haben. «Wir verteilen nicht einfach Bussen, sondern sprechen mit den Leuten und geben Tipps.» Ob auch heute erhöhte Bussengefahr für Velofahrer besteht, will Bisa nicht sagen, aber: «In den nächsten Tagen und Wochen wird es bestimmt zu weiteren allgemeinen Verkehrskontrollen kommen.»
*Name der Redaktion bekannt (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.08.2011, 14:34 Uhr
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121 Kommentare
was glauben eigentlich diese velofahrer wer sie sind? glauben die aus irgendeinem grund über den anderen verkehrsteilnehmer zu stehen? die reaktion dieses pro velo geschäftsführers ist ein absoluter skandal. anstatt die velofahrer zu verkehrsvorschrift konformer fahrweise aufzurufen quasselt er von nicht fairen verkehrskontrollen. ist der mann noch bei verstand? Antworten
Die Velofahrer könnten problemlos eine verkehrsberuhigte, also ungefährliche Parallelstrasse benutzen. Dave Durner sollte endlich zugeben, dass Zürcher Velofahrer, vor allem aus den einschlägig bekannten Szeni-Stadtkreisen, schlicht und einfach Egos sind. In keiner anderen Stadt der Welt, nicht einmal im wirklich gefährlichen Paris oder New York, sind Velofahrer so unverschämt wie in Zürich. Antworten
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