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Silber-Beefy schlägt die Grossen

Von Philipp Albrecht, Christoph Landolt. Aktualisiert am 29.12.2010 38 Kommentare

Der Silberkugel gehts schlecht. Obwohl der Tagesanzeiger.ch-Test beweist: Die urschweizerische Fastfood-Kette besticht mit blitzblankem Besteck, Ketchup à discretion und selten saftigen Burgern.

1/10 Silberkugel am Bleicherweg. Ein Ambiente wie vor 50 Jahren.
Philipp Albrecht

   

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Der Test

Silberkugel Mc Donald's Burger King

So wurde getestet

In jedem Restaurant wurde der jeweilige Burger-Klassiker plus eine Portion Pommes Frites bestellt. Bewertet wurde nach dem Schweizer Notensystem: 1 = schlecht, 6 = perfekt. Die Preise wurden aufgerundet.

1962, als Präsident Kennedy an der Kuba-Krise nagte und die Beatles noch keinen Plattenvertrag bekamen, im Jahr also, als McDonald's sich ein gelbes M als Logo verpasste, da eröffnete ein gewisser Ueli Prager ein Restaurant, das für die Schweiz neu war. Die Silberkugel war geboren, die erste Fastfood-Kette des Landes.

48 Jahre später sind von Pragers Imperium nur noch Reste übrig. Die Lokale in Autobahnraststätten sind längst verkauft, mit der Schliessung des Restaurants am Stampfenbachplatz schrumpft das Filialnetz auf nur noch drei. Liegts am Geschmack, an der Bedienung, am Preis? Tagesanzeiger.ch hat keine Mühen gescheut, Antworten auf die Frage zu finden, weshalb die Silberkugel ihren Glanz eingebüsst hat.

Silber-Beefy: Schon fast kein Fastfood mehr

Startpunkt der Testtour durch die Zürcher Innenstadt war der Bleicherweg, wo eine der letzten drei Silberkugel-Filialen liegt. Man setzt sich an eine der U-förmigen Esstheken, zwischen denen das Personal zirkuliert. Schnell ist bestellt, bald stehen einwandfreie Pommes auf dem Tisch. Serviert werden sie auf weissem Porzellan, begleitet von Metallbesteck und einer Tube Ketchup. Etwas länger dauert es, bis auch der bestellte Silber-Beefy kommt – nicht gerade Fastfood.

Der Silber-Beefy hebt sich aber auch geschmacklich vom gewohnten Fastfood ab: Zwischen den vergleichsweise knusprigen Brothälften steckt nicht nur ordentlich viel Rindfleisch, sondern auch eine knackige Essiggurkenscheibe und: Cole Slaw. Der optische Eindruck von Frische bestätigt sich während des Verzehrs voll und ganz. Nach dem Essen fehlt auch die akute Angst, an einer Herzverfettung zu sterben.

Nachdem das Personal (!) abgeräumt hat, verabschieden sich die Reporter von den Thekennachbarn. Es ist eine bunte Mischung, die in der Silberkugel den Zmittag meist für sich allein einnimmt: Büezer sitzen neben Männern, die wie Geschäftsleute aussehen. Hier treffen sich noch alle, wie damals, als die ersten Autobahnen gebaut wurden.

Der Big Mac ist bald weg

Deutlich trendiger wirds an der Bahnhofstrasse. Das Gedränge vor der McDonald's-Kasse schreckt ab, doch eine freundliche junge Dame mit Mc-Käppi erspart einem das Anstehen. Sie tippt die Bestellung direkt in eine Art elektronischen Notizblock. Mit etwas Glück findet sich danach auch ein Tischchen. Nebenan beschmeissen sich Teenager mit Serviettenkugeln.

Im Vergleich zum Silber-Beefy schmeckt sein McDonald's-Pendant, der Big Mac, weniger nach Fleisch, weniger nach Salat, weniger nach Brot. Dafür mehr nach Big Mac. Die Autoren sind nicht mit dem Geschmacksverständnis von professionellen Gastrokritikern gesegnet, deshalb beissen sie herzhaft in den Hamburger. Der ist bald weg. Übrig bleiben Pommes, das Ketchup ist ausgegangen. Um für 20 Rappen noch ein Beutelchen zu erstehen, fehlt die Energie – solches Kleinkrämertum hat die Silberkugel-Konkurrenz nicht nötig.

Geschmacksmassaker im Burger King

Vor der Kasse des Burger King im HB tobt der Darwinismus. Wer sich hier nicht behauptet, würde noch lange auf seinen Whopper warten müssen. Während der eine Reporter die Ellenbogen ausfährt, sichert sich der andere zwei Plätze an einem Tisch in dunkler Holz-Optik. Alles mutet an wie eine erwachsene Version der Mc-Konkurrenz.

Als dritter und letzter Testkandidat hat der Whopper zugegebenermassen einen Startnachteil. Auch unter Berücksichtigung dieses Umstands ist das Fazit aber ernüchternd: Der Whopper ist zwar grösser und nahrhafter als der Big Mac. Trotz diverser Zutaten ereignet sich im Mund der Testenden aber keine Geschmacksexplosion, sondern vielmehr ein -massaker.

Fazit: Würden im Fastfood-Markt kulinarische Kriterien eine Rolle spielen, würde die Welt nicht nur Big Macs und Whopper verdrücken, sondern hin und wieder auch einen Silber-Beefy. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.12.2010, 15:16 Uhr

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38 Kommentare

Beatrice Stolz

30.12.2010, 15:49 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Die Silber Kugel ist für mich Kult pur und Jugenderinnerung. Wenn wir wollen, dass die restlichen Betriebe nicht auch noch schliessen, müssen wir jetzte alle regelmässig in die Silber Kugel gehen. Antworten


Rainer Zuber

23.12.2010, 16:52 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ich war das erste Mal im Jahre 1963 in der Silberkugel von Herr Prager. Nun bin ich seit Jahren in den USA und vermisse diese Silberkugelatmosphaere. Nur noch Mc Donalds in Switzerland mit ihren hohen Preisen. Hier in den USA sind diese Fast Food Hamburgers fuer 50 cents zu haben. Qualitaet schlimm. Jedesmal wenn ich nach Zuerich komme, besuche ich die Silberkugel am Stampfenbach...leider zu Ende. Antworten



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