Zürich
Sind Fussgänger ohne Zebrastreifen besser dran?
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 12.12.2011 148 Kommentare
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Die Debatte über die Sicherheit auf Fussgängerstreifen schlägt hohe Wellen. «In Winterthur stellen wir derzeit weder eine steigende, noch eine sinkende Tendenz solcher Unfälle fest», betont zwar Bianca Lussi, Mediensprecherin der Stadtpolizei Winterthur, am Freitag gegenüber Tagesanzeiger.ch. Doch alleine an diesem Wochenende kam es in der Eulachstadt erneut zu zwei Unfällen auf Zebrastreifen.
In den Kommentarspalten wird die mangelhafte Kennzeichnung und Sichtbarkeit der Zebrastreifen generell hart kritisiert. Die Übergänge seien häufig an katastrophalen Stellen angebracht, moniert beispielsweise Tagesanzeiger.ch-Leser Stefan Avila: «Es gibt Fussgängerstreifen nach Steigungen, die man erst kurz vorher sehen kann, und solche, deren Eintritte nicht frei sichtbar sind.»
Auch Leser Mike Diener ist der Meinung, dass mit besseren Markierungen Unfälle vermieden werden könnten. «Die Streifen nur in Fahrtrichtung zu malen, ist ein fataler Fehler», hält er fest. Es sei unbedingt notwendig, dass auf jeder Seite des Streifens ein 50cm breiter, gelber Streifen quer zur Fahrbahn auf dem Boden angebracht werde. Das wäre eine billige Lösung mit grosser Wirkung, ist er überzeugt.
Regelmässige Prüfung der Zebrastreifen
«Wir können die Farbe, Form oder Ausrichtung der Markierungen eines Zebrastreifens nicht selbst bestimmen. In welcher Form eine Markierung angebracht werden darf, wird durch die Signalisationsverordnung des Bundes bestimmt», erwidert Heiko Ciceri, Medienverantwortlicher der Dienstabteilung Verkehr Stadt Zürich. In Zürich würden die Fussgängerstreifen jedoch immer wieder überprüft und die Bodenmarkierungen periodisch erneuert. «Wenn wir Hinweise aus der Bevölkerung bekommen, dass an einer Stelle die Markierungen ungenügend sind, reagieren wir sofort.»
Trotzdem wurden der Stadt Zürich Anfang Dezember in einem Fussgängerstreifentest des TCS schlechte Noten erteilt. Die Hälfte der getestete Übergänge wurde als mangelhaft bewertet, die andere als ausreichend. Ausgewertet wurden die Daten von insgesamt zehn Fussgängerstreifen auf dem Stadtgebiet.
Keine repräsentative Zahlen
Ciceri wehrt sich gegen die Resultate des TCS. «Die Resultate der Studie sind nicht repräsentativ und zu pauschalisieren. Man kann nicht aufgrund von 10 getesteten Fussgängerstreifen Rückschlüsse auf alle übrigen Fussgängerstreifen des ganzen Stadtgebiets ziehen.» Ausserdem lasse sich das Verkehrsaufkommen und die Ausgangslage eines vielbefahrenen Platzes in einer Stadt von der Grösse Zürichs nicht mit einer Haupt- oder Quartierstrasse in Frauenfeld oder Fribourg vergleichen.
«In der Stadt Zürich ist die Unfallproblematik auf Fussgängerstreifen glücklicherweise weniger ausgeprägt , wenngleich jeder Unfall einer zu viel ist», betont Ciceri. In den vergangenen zehn Jahren kam es pro Jahr durchschnittlich zu rund 90 Unfällen auf Fussgängerstreifen – und das bei rund 4000 Zebrastreifen auf dem gesamten Stadtgebiet. Natürlich wäre es perfekt, wenn es gar keine Unfälle gäbe, so Ciceri weiter. «Aber das ist bei einem so grossen Verkehrsaufkommen leider unrealistisch.»
Zebrastreifen: Ja oder Nein?
In der Stadt seien aber nicht primär die Beleuchtungen das Sicherheitsproblem bei Übergängen, weil es generell heller sei als an anderen Orten. «Allerdings kann ein Fussgängerstreifen durchaus an einer unübersichtlichen Stelle liegen», muss Ciceri einräumen, «die Frage ist dann, ob es sicherer ist, den Zebrastreifen zu entfernen oder ihn zu belassen.» Fehle der Streifen, dann würden die Fussgänger die Stelle meist trotzdem passieren – «weil sie es gewohnt sind oder weil es die schnellste Art ist, über die Fahrbahn zu gelangen. Wir sprechen dann von Ganglinien.»
Man befinde sich hier in einem klassischen Zielkonflikt, so Ciceri. Punkto Sicherheit seien alle gefordert – sowohl Fussgänger als auch motorisierte Verkehrsteilnehmer. «Man muss gegenseitig Rücksicht nehmen und aufmerksam sein.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.12.2011, 14:19 Uhr
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148 Kommentare
Ich empfehle die Rückkehr zum Handzeichen, das schafft Sicherheit und Klarheit. Es ist doch von einem Fussgänger nicht zuviel verlangt, die Hand hoch zu heben und damit klar zu zeigen, das er die Strasse überqueren will. Ich mache damit sehr gute Erfahrungen: wenn ich Zeichen gebe halten immer alle Autofahrer am Fussgängerstreifen an, wenn nicht, nur manche. Antworten
Ich gebe mir Mühe devensiv zu fahren. Aber wenn die grosse Mehrheit der Fussgänger meint, Sie könnten ohne zu schauen einfach, Kopf runter, rüber laufen, dann ist das auch eine recht agressive Einstellung. Ich selber warte und schaue bis ein Auto hält + sonst gebe ich Handzeichen, dass funktioniert eigentlich immer. Es geht nur gemeinsam. Antworten
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