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«So müssen sie nicht rasen, um den Kick zu kriegen»

Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 04.08.2011 11 Kommentare

Waghalsige Limmatsprünge vom Kesselhaus: Die Leser von Tagesanzeiger.ch stellen sich mehrheitlich hinter die Jugendlichen. Manche sprechen sich aber für härteste Massnahmen aus.

Unterstützung für Risikoverhalten: Die Leser von Tagesanzeiger.ch wollen den Jugendlichen ihren Spass lassen.


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Ein Video auf Youtube zeigt, wie Jugendliche das EWZ-Kesselhaus zwischen dem Oberen und dem Unteren Letten als Ausgangspunkt für waghalsige Sprünge zweckentfremden. Verantwortliche beim EWZ und der Stadtpolizei sind über mögliche Konsequenzen besorgt.

Unter den Lesern von Tagesanzeiger.ch gab das Video viel zu reden. Die überwiegende Mehrheit sieht aber kein Problem. «Da springen die Leute schon seit Jahrzehnten runter», meint Peter Rietsch. Er halte Sprungtürme in Badeanstalten für wesentlich gefährlicher, da dort «munter durcheinander und aufeinander» gesprungen werde. Gerhard Keller unterstützt seine Haltung: Es spreche für sich, dass beim Kesselhaus noch nie etwas passiert sei. Man solle den Jungs den Spass lassen, «so müssen sie nicht rasen, um den Kick zu kriegen». Auch Albert Seiler versteht die Aufregung nicht. «Bei dem Mist, den wir früher gemacht haben, wären wir nach heutigen Massstäben dutzendfach tödlich verunglückt.» Risiko gehöre zum Leben.

Hausfriedensbruch und Vandalismus

Nicht alle schätzen dieses aber als so gering ein wie Seiler. Eine Gefahr sei, «wenn man irgendwie am Dach hängen bleibt, kopfüber runterfällt und das Wasser verfehlt», meint etwa Thomi Horath. Nur wenige sprechen sich für ein konsequentes Durchsetzen der Gesetze aus, wie Thierry Follonier. Es handle sich eindeutig um Hausfriedensbruch und Vandalismus, weil Drahtzäune zerschnitten würden. «Das EWZ soll Videokameras einrichten oder ganztags Securitas einstellen.»

Viele Leser würden die Kesselhausspringer zwar nicht von ihren akrobatischen Einlagen abhalten, plädieren aber für die absolute Selbstverantwortung. «Wenn einer absäuft oder sich den Kopf spaltet, hat er das halt in Kauf genommen für seinen Fun», meint Antonio Andreano. Er und Hans Meyer sprechen sich klar dagegen aus, dass die Allgemeinheit Kosten wegen möglicher Schäden übernimmt. «Die Versicherungen sollen nichts bezahlen.» Katja Steubli reagiert gar mit blankem Zynismus: «Verletzte liegen lassen. Die sollen sich selber helfen.»

Dies halten die meisten Leser jedoch für übertrieben. James Node erinnert daran, dass das vermeintlich harmlose Bergwandern jene Sportart ist, bei der «in der Schweiz am meisten Menschen ums Leben kommen». Und Hans Meiser findet: «Wenn ihr in eurem Auto sitzt, beschwert sich auch keiner über die Folgeschäden, die der Allgemeinheit aufgebrummt werden.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.08.2011, 16:42 Uhr

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11 Kommentare

Andrea Paulich

04.08.2011, 23:25 Uhr
Melden 8 Empfehlung

das ist doch das normalste der welt! last doch den jungen den spass. wir haben auch solche sachen gemacht, als wir jung waren und manches davon war nicht vernuenftig. es ist eigentlich traurig, dass man ueber so etwas einen zeitungsartikel schreibt ... Antworten


Wim Baer

04.08.2011, 17:12 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Warum müssen wir immer etwas bezahlen um uns einen Kick in einer so fertig gedenkten Stadt wie Zürich abzuholen? Einmal ein wenig Industrie. Es soll jeder in seinem Leben mal dort schwimmen gehen. Antworten



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