Zürich

«Solche Taxifahrer gehören einfach weg»

In Zürich musste eine 89-Jährige 162 Franken für eine Taxifahrt bezahlen, die normalerweise drei Minuten dauert. Das macht sogar die Präsidentin der IG Taxi wütend.

Sorgen für Ärger bei Fahrgästen: Zürcher Taxifahrer.

Sorgen für Ärger bei Fahrgästen: Zürcher Taxifahrer.
Bild: TA

Lange Fahrt für kurze Strecke: Dora Rutz hatte zur Kirche in Höngg gewollt. (Bild: Bild: Nicola Pitaro)

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Mit dem Auto ist die Strecke vom Friedhof Hönggerberg zur reformierten Kirche im Zentrum von Höngg ein Katzensprung. Drei Minuten dauert die Fahrt im Normalfall. Ein Taxifahrer hat dafür über eine Stunde gebraucht, weil er mit seiner 89-jährigen Kundin Dora Rutz zuerst noch ins Altersheim nach Seebach gefahren ist, um die Adressangaben zu holen. 162 Franken verlangte er schliesslich für die Fahrt mit Umwegen.

«Das ist eine Riesenfrechheit und darf nicht sein. Solche Fahrer gehören einfach weg», ärgert sich Dolores Zanini, Präsidentin der IG Taxi. Die Interessengemeinschaft wurde vor rund einem Jahr gegründet, um das ramponierte Image der Zürcher Taxifahrer zu verbessern. «Genau wegen solcher Chauffeure hat das Taxigewerbe einen schlechten Ruf», betont Zanini.

Bewilligungsnummer notieren und anzeigen

Sie rät Frau Rutz daher mit Nachdruck, Anzeige gegen den Fahrer zu erstatten. Was er getan habe, sei nicht richtig, so Zanini. «Es kann schon sein, dass er nicht weiss, wo diese Kirche ist. Aber für solche Fälle gibt es ein Navigationsgerät, oder er kann die Zentrale anrufen.» In den 10 Jahren, in denen sie selbst als Taxi-Chauffeuse in Zürich unterwegs ist, habe sie noch nie eine solche Irrfahrt mit Kunden gemacht. «Wenn ich etwas nicht kannte, habe ich jemanden angerufen. Irgendwer kann immer helfen.»

Wer mit den Leistungen eines Chauffeurs nicht zufrieden ist, soll sich die Bewilligungsnummer des Fahrers notieren. «Sie ist oben an der Taxi-Lampe zu sehen und im Taxi selbst ist ein Ausweis mit der Nummer des Chauffeurs angebracht. So kann man die Leute später identifizieren.» Unzufriedene Gäste sollen sofort die Polizei benachrichtigen und die Fahrt gar nicht erst bezahlen, rät Zanini.

Feedback zur Verbesserung der Qualität

Das Polizeidepartement der Stadt Zürich bietet der Bevölkerung die Möglichkeit, ihre Beschwerden per Telefon oder Mail zu melden. Das sogenannte Feedbackmanagement der Stadtpolizei Zürich hat zum Ziel, aus den Rückmeldungen Massnahmen zur Verbesserung der jeweiligen Situation umzusetzen. «Es gehen sporadisch auch Meldungen zu Taxifahrten ein. Hauptsächlich, wenn gerade in den Medien über dieses Thema berichtet wird», sagt Pressesprecherin Judith Hödl auf Anfrage.

Auch Dolores Zanini hofft auf mehr Feedbacks vonseiten der Gäste. Die IG Taxi führt zu diesem Zweck eine Kundenbefragung durch. Die Unterlagen können auf der Website der Organisation heruntergeladen werden. Im Moment sei es allerdings noch immer so, dass die Kunden nach der Fahrt wütend sind und zu Hause dann alles wieder vergessen. «Dabei wäre es wichtig, dass sich die Leute sofort melden. Nur so lässt sich die Qualität verbessern.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.03.2011, 11:30 Uhr

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24 Kommentare

Mathias Bösel

27.01.2012, 17:37 Uhr
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Hat der Taxifahrer wirklich nur seinen Vorteil gesucht oder hat die alte Dame nicht gewusst wohin sie will?
Solche Sachen sind mir auch passiert, da ich nicht wusste wo die alte Dame hinwill bin ich auf ihr geheiss durch eine Einbahnstrasse gefahren. Die Rechnung von der Polizei habe ich bekommen. Danke... die Fahrt hat 14.00 Franken gekostet für mich es bitzeli meeeeeeeee
Antworten


Bea Dworak

31.03.2011, 08:02 Uhr
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Leider ist es manchmal so. Wenn man selbst nicht weiss wie man an ein Ziel gelangt, ist es schwierig rauszufinden ob der Taxifahrer den direkten Weg wählt. Wobei heute sollte das kein Problem sein mit den guten Navigeräten. Schade für das Image der ehrlichen Taxifahrern. Antworten


Giovanni Bernasconi

31.03.2011, 03:09 Uhr
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Am HB ZH: kommen wir mit 2 Koffern an und wollen ein Taxi nehmen. Der 1. zeigt mir zum 2. und der zum 3. Wagen! Keiner war zu klein, offensichtlich wollten sie keine Koffer mitnehmen.
Alle Taxi-Fahrer waren nicht aus Uri (sonst bin ich ein Rassist).
Wir wollten "nur" ins Crown-Plaza; der Fahrer wusste nichts von so ein Hotel: ich musste ihn lotsen.
Sonst wird alles in ZH bewacht, wieso nicht Taxis
Antworten


Walter Kuhn

31.03.2011, 10:16 Uhr
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Es lag nicht unbedingt an den Koffern.
Der erste und der zweite wollten wohl keine kurze Strecke machen, nachdem sie sich schon bis an die Spitze der Kolonne geduldet hatten. Der dritte konnte nicht wissen, dass die Strecke kurz ist, weil er das Fahrziel nicht kannte. So einfach sind die Dinge bisweilen.


Rudi Susta

31.03.2011, 02:42 Uhr
Melden 2 Empfehlung

In Malaysia haben das Problem "Flughafentaxi" schnell geloesst. Man geht zum Taxi Schalter, sagt man wohin und bezahlt. So ist man sicher dass der Taxifahrer ohne Umweg schnell zum Zielort kommt. Und das ohne welche Probleme. Einfach, nicht?? Antworten


Evey Meyer

30.03.2011, 22:45 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Es gibt auch sehr anständige und nette Taxifahrer.
So passiert von der Ikea zum Bucheggplatz.
Freundlich und Hilfsbereit....
Antworten


Wendelin Schumacher

30.03.2011, 21:16 Uhr
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Vergisst man mal etwas im Taxi, kannst es vergessen, nicht mehr auffindbar. Selber schon erlebt, ärgere
mich heute noch.
Antworten


Anton Scherzinger

17.02.2012, 10:14 Uhr
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Ja Herr Schumacher, dann haben Sie wirklich schlechte Erfahrung gemacht. Bin seit 10 Jahren Pensioniert. auch ich war Taxifahrer am Flughafen-Kloten.Ich fand bei meiner vorletzten fahrt ein Gefüllte Geldtasche mit über 10'000.00Fr. in dreiverschiedenen Währungen mit sämtlichen Papieren u. Ausweise.Habe mir die Mühe genommen dem Herrn in Glattbrugg mit ziemlichen aufwand gebracht.
mit freund.Gruss


Heiri Furrer

30.03.2011, 17:23 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die Berufs-Ehre gibts bei einigen Menschen nicht, die wächst auch nicht nach. Von Treu und Glauben ganz zu schweigen...nur Feiglinge nehmen schwache Menschen aus. Punkt. Antworten


Helena Müller

30.03.2011, 17:06 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Unglaublich. Ich dachte, die Täxeler müssen eine Prüfung absolvieren. Wenn etwas so unsauber läuft: Dazu stehen, Geld retour und drei Blumensträusse... Punkt. Antworten


Hans Meier

30.03.2011, 16:44 Uhr
Melden 4 Empfehlung

@Valentina Caldari - Gute Idee, aber viele der Taxi Chaffeure sprechen ja kein Deutsch! Das Zürcher Taxi Gewerbe ist schon lange ein Problem, welches nicht gelöst ist und somit ist die Anzeige das einzig richtige! Antworten


Michael Knöchli

31.03.2011, 14:35 Uhr
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Das Problem konnte bei mir nicht mal auf "gut Deutsch" gelöst werden.
Lieber Herr Meier, Deutsch ist nicht immer die Sprache der Einigung.Sonst wären wir Schweizer die Diplomaten dieser Welt.Eine Anzeige kann manchmal sinnvoll sein, das stimmt so.Aber nicht als Genugtuung, eher als Zeichen setzen.Man könnte eine strengere Kontrolle der Taxigesellschaft fordern.Weiterdenken,gemeinsame Sprache eben


Roger Schatz

30.03.2011, 16:33 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Wir brauchen in Zürich wesentlich mehr Standarisierung bei den Taxis. Eine einheitliche Farbgebung (z.B. Blau/Weiss) sollte eigentlich selbstverständlich sein. Diese Massnahme würde neben der schnelleren Erkennung (auch für Touristen) auch erheblich zum Stadtbild beitragen (siehe Deutschland, NY oder London). Ebenso sollte ein Navi und ein Höchstalter für die Autos vorgeschrieben sein. Antworten


Ronald Lack

30.03.2011, 16:26 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Solch ein Taxifahrer gehört entlassen und zwar fristlos. Eine bodenlose Frechheit einer betagten Rentnerin einen solchen Betrag zu verlangen. Auch das Taxiunternehmen gehört gebüsst das einen solchen Taxifahrer angestellt hat. Aber was solls Personenfreizügigkeit lässt grüssen. Antworten


Nici Faerber

30.03.2011, 23:15 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Was hat dies bitteschön mit der Personenfreizügikeit zu tun? Das sind Anschuldigungen, die weder auf Beweisen beruhen und dazu schon fast rassistisch sind! Es steht nirgens im Text welche Nationalität der Fahrer innehat oder? Dieses hetzerische SVP-Getue kotzt mich langsam an


Anna Dettler

30.03.2011, 15:53 Uhr
Melden

Ich wollte mich letzthin zu einem Restaurant fahren lassen. Da der Taxifahrer weder das Lokal noch die ihm genannte Adresse kannte und ich mir der richtigen Schreibweise nicht sicher war, suchte ich nach den korrekten Angaben in meinem I-Phone. Während der ganzen Zeit liess der Fahrer den Taxometer laufen. Als wir endlich losfuhren, stand der Zähler bereits auf 13 Franken... Antworten


Hans-Peter Landolt

31.03.2011, 03:39 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Einfach aussteigen ohne zu bezahlenund ein anderes Taxi benuetzen. Das machen wir in den Philippinen


Karin Oberer

30.03.2011, 15:31 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Zurich war einmal Welt Stadt No 1. In Sachen,Lebensqualitaet,Schulen,Crime etc.....nun wurde Zurich von Vancouver abgeloest. Grund: Taxis am Flughafen Kloten und Innenstadt Zurich. Arrogant,Frech,zu teuer. Dies kostete den 1. Platz in der Weltskala. Die Rangliste wird jedes Jahr neu gemacht, von 1000 Managern aus aller Welt. Also liebe Zurcher, nehmt doch einmal diese Taxiprobleme ernsthaft dran. Antworten


Petrik Thomann

30.03.2011, 14:25 Uhr
Melden 5 Empfehlung

@Valentin Caldari: Da bin ich nicht ihrer Meinung. Taxifahrer, die oben genanntes machen, tun dies mit Absicht und im Falle des entdeckt werdens auch bestimmt nicht zum ersten Mal. Eine Anzeige ist die einzige Möglichkeit, alle Taxifahrer daran zu erinnern, dass es ein Taxigesetz in der Stadt Zürich gibt, welches einzuhalten ist. Reden bringt das Vertrauen nicht zurück! Antworten


Peter Müller

30.03.2011, 13:58 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Frau Caldari, Ihr Mann ist wohl Taxifahrer? Antworten


Valentina Caldari

30.03.2011, 13:30 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Ob es gerade eine Anzeige sein muss? Ein klärendes Gespräch ist vielleicht anfangs eher angebracht, danach kann man ja immer noch zu drastischeren Massnahmen greifen. Antworten


Robert Walser

30.03.2011, 12:48 Uhr
Melden

Taxifahrer in Zürich versuchen oft, nicht die kürzeste Strecken von a nach b zu fahren. Ist mir schon ein paar Mal passiert. Und dies bei den Preisen, die sie heuschen. Antworten


Enzo Nardi

30.03.2011, 12:24 Uhr
Melden

Das ist der Grund warum ich nie ein Taxi in Zürich benutze! Da Frage ich im Freundeskreis nach und gebe lieber denen etwas fürs Benzin oder sonstwas! Antworten


Stefan Meier

30.03.2011, 12:16 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Musste mal meinen schweren Koffer am Flughafen selber in den Kofferraum wuchten. Der Fahrer stand mit den Händen in der Hosentasche daneben. Später beim Rausnehmen hatte ich den Koffer extra so rausgezogen, dass der Kofferfuss den Teppich im Kofferraum aufriss. Mei, da ist er gehüpft gekommen, um zu helfen! Es hat ihm also nur an der richtigen Motivation gefehlt :-) Antworten



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