Zürich
«Soll der Stadtrat etwa den Chaoten hinterherrennen?»
Interview: Simon Eppenberger. Aktualisiert am 29.04.2010 6 Kommentare
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Unternehmensberater Bruno Franzen: «Eine gute Führung kann durchaus in die Ferien gehen.» (Bild: Bruno Schlatter)
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Herr Franzen, acht von neun Stadträten sind derzeit in den Ferien. Die Regierung ist nicht beschlussfähig und Stadtrat Andres Türler steht als Einziger an der Spitze einer Verwaltung mit 24'000 Mitarbeitern. Ist so etwas in der Privatwirtschaft denkbar?
Wenn die Führung gut ist, kann das oberste Gremium durchaus weg sein.
Am Samstag ist der 1. Mai, die Polizei steht mit einem Grossaufgebot auf der Strasse. Ausgerechnet an diesem Tag ist Esther Maurer nicht mehr im Amt und ihr Nachfolger Daniel Leupi kommt erst am 17. Mai. Hat da der Stadtrat kein schlechtes Zeichen gegenüber den Mitarbeitern gesetzt?
Der zuständige Stadtrat hat erfahrene Entscheidungsträger bei der Polizei und der Feuerwehr im Einsatz. Selber kann er das Geschehen nur vom Büro aus verfolgen. Oder soll er etwa auf der Strasse den Chaoten hinterherrennen?
Trotzdem steht die Polizei jedes Jahr in der Kritik. Nun muss Türler den Kopf hinhalten, weil er für wenige Tage die Verantwortung am Hals hat.
Nur in Zürich kommt es immer wieder zu Vandalenakten. Doch das ganze Theater ist penibel. Was die Chaoten anrichten, ist eine Schande. Aber das Problem kann man nicht lösen. Es ist wie in Griechenland. Das Land hat massive finanzielle Probleme, doch sie bieten keine Hand zur Lösung und streiken. In Zürich kann man sich fragen, unter welchen Umständen nichts passiert am 1. Mai. Was bräuchte es, dass der schwarze Block nicht auf die Strasse geht und Schäden verursacht? Ich glaube, das weiss niemand, nicht mal die Chaoten selber. Am Ende muss jemand vom Stadtrat hinstehen und sagen, wie hoch die Schadensbilanz ist. Dafür braucht es kein breites Führungsgremium.
Türler sagt, im Notfall seien seine Kollegen auch per Mail oder Handy erreichbar. Macht die Technik Führungsleute in grossen Unternehmen entbehrlicher?
Das ist am 1. Mai nicht relevant. Es passiert ja nichts Überraschendes. Ich finde es gut, dass der Stadtrat das Thema nicht unnötig stark beachtet. Je weniger stark das Thema gewichtet wird, desto weniger fühlen sich die Chaoten geehrt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.04.2010, 12:16 Uhr
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6 Kommentare
Ich muss Herrn Franzen Recht geben. Mit oder ohne Stadtradt, es wird leider sowieso Probleme mit diesen Chaoten geben. Und die Polizei weiss (in der Regel) was sie zu tun hat, dafür braucht's keine komplette Stadtregierung zwecks Rücksprache. Wer die Polizei kritisiert ist fehl am Platz. Mir scheint, die ganze Diskussion um den 1.Mai wird von den Medien gesucht und nun genüsslich durchgezogen Antworten
Ich finde den medialen Hype der um diese Nachdemo gemacht wird deplaziert. Hallo, was ist daran so wahnsinnig interessant? Die Auschreitungen gleichen sich sich seit Jahren und werden mit verhältnissmässigem Mitteleinsatz nicht verhindert werden können, also wird richtigerweise Schadensbgrezung gemacht. Die riesige Beachtung die man dem Thema schenkt motiviert höchstens ein paar Steinewerfer! Antworten
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