Zürich
Sorgenkind Zeughaushof
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 01.06.2011 8 Kommentare
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Das Sommerprogramm im Zeughaushof
- Das Restaurant Zeughaushof veranstaltet einen Sommergarten. Bei schönem Wetter werden die Gäste ab 16 Uhr auf Gartentischen vor dem Restaurant bewirtet. Der Sommergarten ist täglich offen – voraussichtlich bis Anfang Oktober.
- Jeweils am Dienstag findet bei schönem Wetter ein Tango-Open-Air auf dem Zeughaushof statt. Auch ein Sunday-Tango soll künftig auf dem Programm stehen.
- Die Musikschule FeMale Funk Project veranstaltet am 5. Juni einen Musik-Brunch. Am 18. Juni folgt dann ein Karaoke unlimited auf dem Vorplatz vom Zeughaus 1.
- Am 7. Juni ist von 11.45 Uhr bis 14 Uhr das mobile Nähatelier Flickstick auf dem Zeughaushof zu Gast.
- Am 9. Juni und 7. Juli wird am Vormittage auf dem Labyrinthplatz gemeinsame Gartenpflege betrieben.
- Auf dem Labyrinthplatz wird am 15. Juni ab 20 Uhr auch zum Tanz im Labyrinth aufgefordert.
- Vom 18. bis 25. Juni findet auf dem Labyrinthplatz eine Ausstellung statt.
- Zur Performance mit Tanz und Musik wird am 19. Juni ab 17 Uhr eingeladen.
- Das Maxim-Theater wird im Juli eine Open-Air-Bühne errichten und dort ein Theaterstück und ein Maskenspiel aufführen.
- Die neue Mieterin im Zeughaus 5, Holz & Korb, veranstaltete in ihren Räumlichkeiten bereits eine 80er-Jahre-Benefizparty. Weitere Events sollen folgen.
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Der Ruf des Zeughaushofs ist schlecht. Randständige und Drogenabhängige treiben sich auf dem Areal hinter der Kaserne herum. Am vergangenen Mittwoch wurde dort sogar ein Tetraplegiker im Rollstuhl bedroht und ausgeraubt. Dabei sind gerade im Kreis 4 allgemein zugängliche Grünflächen als Naherholungszone rar.
Das Austauschgremium Zeughausareal ATATZ versucht daher schon seit 2004, Stabilität auf das Areal zu bringen und für eine gute Balance zwischen den verschiedenen Nutzern zu sorgen. In dem Gremium sind neben den Mietern auch städtische Organisationen wie Langstrasse Plus, SIP, Grün Stadt Zürich sowie Entsorgung & Recycling vertreten, aber auch der Chef der Kreiswache 4 und der Zuständige des Kantons Zürich. Die Quartierkoordination Kreise 3, 4, 5 der Stadt leitet und koordiniert das Gremium.
Nicht nur auf der Wiese liegen
Bereits im vergangenen Jahr wurde der Zeughaushof mit einer Sommeraktion belebt. In diesem Jahr werden diese Bemühungen weitergeführt. Aus den Erfahrungen der letztjährigen Projekte ist ein eigentliches Sommerprogramm für den Innenhof entstanden (siehe Box).
«Es ist Knochenarbeit, die verschiedenen Interessen zu bündeln», sagt Cornelia Alb von der Quartierkoordination Kreise 3, 4, 5. «Die Mieter um den Hof herum sind sehr heterogen und es ist nicht ihr Kerngeschäft, unter freiem Himmel Veranstaltungen durchzuführen.» Ein solches Programm sei aber wichtig für die Wiederbelebung des Areals und entspreche dem Bedürfnis der Bevölkerung. «Zürcher wollen nicht nur auf die Wiese liegen, sondern auch konsumieren», so Alb.
Der Hof sei ungemein wichtig für das Quartier. «Aber viele Quartierbewohner wussten bisher gar nicht, dass das Areal rund um die Uhr öffentlich zugänglich ist. Die Mauern blocken ab und auch die Tore wirken abweisend. Wir wollen dafür sorgen, dass sie nun tagsüber ganz offen stehen.» Auch mit baulichen Massnahmen soll die Situation auf dem Areal verbessert werden. So sei man laut Alb im Gespräch mit Grün Stadt Zürich. «Um den Nutzern des Hofes Gelegenheit zum Verweilen anzubieten, braucht es künftig sicherlich mehr Sitzgelegenheiten.»
Beleuchtung unter Denkmalschutz
Radikale Neuerungen sind allerdings tabu. Das gesamte Areal ist denkmalgeschützt, die Grünflächen stehen unter Gartendenkmalpflege. «Selbst die Beleuchtung kann nicht optimal verändert werden, weil die Lampen unter Denkmalschutz stehen», sagt Alb. Der Kanton zeige sich aber sehr kooperativ. «Wir konnten eine neue Art von Glühbirnen verwenden, die den Auflagen entsprechen und nun seit letztem Jahr den Hof mit mehr Licht füllen.»
Und noch etwas bremst die rasche Verbesserung der Situation auf dem Zeughofareal aus: Die ungewisse Zukunft über die weitere Nutzung der Anlage. «Die Mieten sind auf fünf Jahre befristet und solange man nicht weiss, was mit dem gesamten Areal passiert, wird nicht darin investiert», sagt Alb. «Alles, was derzeit in Sachen Instandstellung getan wird, ist reine Pflästerchenpolitik.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.06.2011, 15:21 Uhr
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