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Sprayer: «Strassenköter, der an jede Ecke pissen muss»

Aktualisiert am 11.08.2010 11 Kommentare

Schmierer wie Puber ernten von den Tagesanzeiger.ch-Lesern Schimpf und Schande. Andere Sprayer gehen als Künstler durch – zumindest bei jenen Lesern, die ihr Tun nicht als Sachbeschädigung verstehen.

Serientäter: Puber vor einer seiner Schmierereien.

Serientäter: Puber vor einer seiner Schmierereien.
Bild: Christoph Landolt

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Schulden – ein Leben lang

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Sprayer Fabian L. ist sein neun Jahren dran, seine Schulden abzustottern.

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Das Besprayen von fremdem Eigentum ist Sachbeschädigung – darüber besteht juristisch gesehen kein Zweifel, und das deckt sich auch mit der Meinung der Leser von Tagesanzeiger.ch. Besondere Abneigung schlägt jenen Sprayern entgegen, die ohne künstlerischen Anspruch fremde Wände besprühen.

Einer der berüchtigsten Zürcher Vertreter dieser Gattung treibt unter dem Pseudonym Puber sein Unwesen. Seine Aussagen im Interview machten die Leser wütend: «Nichts anderes als ein Strassenköter, der an jede Ecke pissen muss», urteilt Daniel Gantner. «Solche Menschen möchte ich einfach nur stundenlang ohrfeigen», schreibt Michael Abegglen. Zahlreiche Leser empörten sich darüber, dass Puber auf Tagesanzeiger.ch ungefiltert zu Wort kommt. «Bedenklich, dass man mit solchen Artikel die Zeitung füllen muss - ein Armutszeichen!», meint Leser Hans Meier.

Künstler oder Schmierfink?

Die fast einhellige Abneigung, die Puber entgegenschlägt, wird meist mit der Machart seiner Schmierereien begründet:« Was der an die Wände sprayt, könnte sein 9-jähriger Sohn besser», meint Leser Marco Studer. «Ungeübter Nachahmer, monoton und repetitiv, destruktiv, ohne neue Impulse, grau wie Zürich», so auch die Kritik von Elmar Dörig.

Mehr Sympathieen geniesst Florian L., dessen Lebengeschichte von Tagesanzeiger.ch gestern Dienstag erzählt wurde. Es sind nicht wenige, die seine Sachbeschädigungen als Kunst verstehen. Seine Taten ernteten in den Kommentarspalten deshalb nicht nur Kritik, sondern auch Solidaritätsbekundungen. Leserin Brigitte Weingartner de Vera würdigt L.s Graffiti als «auf jeden Fall sehenswert». Kurt Walimann bezeichnet den Sprayer gar als «grossartigen Künstler».

Sachbeschädigung bleibt Sachbeschädigung

Andere Leser sehen keinen Unterschied zwischen schmierenden Sachbeschädigern wie Puber und malenden Sachbeschädigern wie Florian L.: Walter Widget fordert die Leser auf, die Kommentare der beiden Artikel zu vergleichen. «Finde es traurig, das unsere Gesellschaft Gleiches verschieden wertet.» Es sei Fakt, dass Florian gegen das Gesetz verstossen habe, hält auch Philipp Betschart fest. Anerkennung zollt er dem Sprayer, weil er für seine Taten gerade steht, «wozu heute leider nur noch die wenigsten fähig sind.»

Zahlreich sind die Leserkommentare, in denen die Höhe des Schadenersatzes, den Florian L. leisten muss, kritisiert wird: Christian Cortesi bezeichnet die Strafe als «grotesk hoch». Dass der Sprayer eine halbe Million abzahlen muss, kritisiert auch Dario Piemontese als «absolut unverhältnissmässig hohe Strafe für ein Verbrechen das höchstens mutwillig, nie aber böswillig verübt wurde.»

Die Motivation des Sprayers hat jedoch keinen Einfluss auf die Höhe des Schadenersatzes. 425'000 von 500'000 Franken, die Florian L. seit neun Jahren abstottern muss, sind nicht Busse, sondern gehen an die Geschädigten, deren Wände vollgesprayt wurden.

(cal)

Erstellt: 11.08.2010, 12:24 Uhr

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11 Kommentare

Franziska Bähler

11.08.2010, 16:33 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Früher oder später schnappen sie auch diesen Puber. Das geht dann in die Millionen: der Schmierfink wird seines Lebens nicht mehr froh. Antworten


Leila Hässler

11.08.2010, 12:50 Uhr
Melden

ich finde die Entschädigung müsste nicht 500'000.- sondern 5 Mio. sein. Denn nur jeder 10te wird erwischt. So würden die Verursacher solidarisch den Schaden der Geschädigten decken und die Abschreckung wäre hoch. Bei kleinem Schaden von 1000.- müsste dann 10'000.- beglichen werden, dies wohl oft der Fall. Die 5 Mio. sind sicher einmalig, gibt es eben auch. Antworten



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