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Sprayer mit grobem Geschütz

Von Martin Huber. Aktualisiert am 24.01.2012 65 Kommentare

Unbekannte haben ein Haus im Kreis 5 mit einem Riesen-Graffiti verschmiert – mit farbgefüllten Feuerlöschern. Szenekenner beobachten ein Hochrüsten unter Sprayern.

1/7 Hauptsache gross: Über den legalen Graffitis an der Kehrichtverbrennung Josefstrasse prangt unübersehbar «2047».
graffiti-file.ch

   

Vier Sprayer in flagranti verhaftet

Die Stadtpolizei Zürich hat am Sonntagabend vier Sprayer in flagranti verhaftet. Ein privater Sicherheitsangestellter alarmierte die Polizei, dass soeben Unbekannte in einer leer stehenden Lagerhalle an der Freilagerstrasse im Kreis 9 Wände besprayen würden. Bei den Verhafteten handelt es sich um drei Männer und eine Frau, alles Schweizer im Alter zwischen 15 und 21 Jahren. Der Schaden beträgt mehrere Tausend Franken. (hoh)

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Graffiti von «2047»

Graffiti von «2047»
Die vier Zahlen tauchen seit Jahren in Zürich auf - neuerdings auch über mehrere Stockwerke gespritzt.

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An Sprayereien hat man sich in Zürich gewöhnt. Doch was seit ein paar Tagen am Gebäude der Firma Elektro-Material (EM) an der Heinrichstrasse prangt, sprengt den üblichen Rahmen. Über die ganze Backsteinfassade, mehr als zehn Meter hoch, zieht sich ein gelb-schwarz-weisser Graffito: «2047» lässt sich im Farbgeschmier entziffern, was auf den Schriftzug oder «Tag» einer stadtbekannten Graffiti-Crew hindeutet.

Laut Szenekennern handelt es sich um den derzeit grössten Graffito in der Stadt. «Ein aussergewöhnliches Objekt, egal, ob man darin nun Vandalismus oder Kunst sieht», sagt die Zürcher Streetart-Expertin Gabriela Domeisen. Die Fotografin ist praktisch täglich mit der Kamera unterwegs und dokumentiert aktuelle Graffiti. Auch Philipp Meier vom Cabaret Voltaire staunt ob der Grösse der Wandmalerei: «Sehr speziell.»

«Mit Feuerlöscher gemacht»

Auf einschlägigen Internetsites stösst der Mega-Graffito auf Anerkennung. «Für Fans ist das ein echter Brüller», sagt Domeisen. Ungewöhnlich ist in diesem Fall auch das Vorgehen der Sprayer: Sie müssen die Farben nachts vom nahen Bahnviadukt aus auf die Backsteinfassade gesprüht haben. «Mit einem Feuerlöscher», wie Domeisen und Meier sagen. Bei der Stadtpolizei ist dieses Vorgehen von Sprayern bekannt, wie Sprecher Michael Wirz sagt.

Anders als mit Spraydosen lässt sich die Farbe mit einem Feuerlöscher über grosse Distanzen sprühen. «Die kommen gegen zehn Meter weit», sagt Meier. Anleitungen, wie ein Feuerlöscher zum «Bomben» oder Sprayen umgebaut wird, kursieren im Internet. Bei ihrer Aktion an der Heinrichstrasse sind die Sprayer ein erhebliches Risiko eingegangen. Vermutlich hatten sie beim Swissmill-Speicher den Bahndamm erklommen und wanderten dann den Gleisen entlang bis zum EM-Haus.

Farbroller auf Teleskopstangen

Meier beobachtet ein Hochrüsten in der Graffiti-Szene. So rückten Sprayer etwa auch mit Teleskopstangen aus, auf denen sie Farbroller befestigt haben. Damit schaffen sie es, ihren Schriftzug in grosser Höhe und an unzugänglichen Orten anzubringen. «Es läuft ein Wettbewerb, Tags an immer krasseren Orten anzubringen, um sich so Respekt zu verschaffen.» Sehr begehrt seien auch neue Gebäude. So brachte im Mai 2010 ein Sprayer auf dem Windschild zuoberst auf dem Prime Tower seinen «Tag» an. Meier sieht in den Schriftzügen das Lebenszeichen einer Subkultur, die sich in einer immer saubereren und aufgeräumteren Stadt «wie ein Unkraut in der Asphaltwüste» verhalte.

Die Firma Elektro-Material hat Strafanzeige eingereicht, wie Geschäftsleiter Kurt Stübli sagt. Den Sachschaden schätzt er auf gegen 30'000 Franken. Kunst könne er in dem «Farbgeschmier» nicht erkennen. Er spricht von einer Respektlosigkeit gegenüber fremdem Eigentum. «Doch was wollen Sie machen?» Das Haus werde immer wieder von Sprayern heimgesucht. Deshalb habe man es eigens mit Anti-Graffiti-Schutzfarbe versehen – allerdings nur im unteren Teil der Fassade. Stübli nimmt die Sache mit Galgenhumor: «Bei uns laufen bereits Wetten, welche Farbe wohl morgen an der Fassade prangen wird.»

Zugeschlagen hat die «2047»-Crew dieser Tage auch an der Fassade der Kehrichtverbrennungsanlage Josefstrasse. Auch das ERZ wird Strafanzeige einreichen, wie Sprecherin Leta Filli sagt. Zudem werde man die Sprayerei noch in dieser Woche entfernen, «damit die Sprayer nicht noch belohnt werden».

Polizei tappt im Dunkeln

Bei der Stadtpolizei ist die «2047»-Crew seit langem bekannt. In letzter Zeit stelle man eine Zunahme ihrer Sprayereien fest, sagt Sprecher Wirz. Eine spezialisierte Stelle bei der Stapo dokumentiere diese Taten und ermittle wegen Sachbeschädigung. Verhaftet wurde bisher allerdings noch kein «2047»-Mitglied. Pro Jahr gehen bei der Stadtpolizei rund 2000 Anzeigen wegen Sprayereien ein. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.01.2012, 20:01 Uhr

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65 Kommentare

Andreas Keller

24.01.2012, 08:27 Uhr
Melden 83 Empfehlung

Man sollte 10'000 Franken Belohnung aussetzen für die Verhaftung der 2047 Crew, je höher die Summe umso schneller kommen die Tippgeber. Wenn dann jeder 2047 100'000 Franken Schulden für den Schaden abstottern muss, ist schnell Ruhe. Antworten


Klaus Frey

24.01.2012, 07:16 Uhr
Melden 74 Empfehlung

Das sind Kriminelle und nicht Künstler,die wird man früher oder später erwischen dann können sie hundert tausende SFR zahlen für ihre Kriminelles handeln,erst wenn die Rechnung ins Haus flattert kappieren die worum es geht Antworten



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