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Stadt erwägt Aufhebung des Strassenstrichs

Von Benno Gasser. Aktualisiert am 05.08.2010 12 Kommentare

Neue WC-Anlagen sollen die Situation am Sihlquai entspannen. Doch die Pläne der Stadt gehen viel weiter als diese Notmassnahmen.

Alltägliche Szene: Eine Dirne spricht am Sihlquai einen Freier an.

Reto Oeschger/TA

Am Sihlquai riecht es seit gestern zwischen Dammweg und Lettenviadukt süsslich. Der Geruch strömt aus zwei mobilen WC-Kabinen. Die Stadtpolizei liess sie aufstellen, weil die Situation entlang des umstrittenen Strassenstrichs wegen Fäkalien und Urin in Hauseingängen zu eskalieren drohte.

Der SVP-Fraktionspräsident Mauro Tuena, Vizepräsident der «Spezialkommision Polizeidepartement, Verkehr», begrüsst die Massnahme. Er habe solche Toiletten bereits vor drei Monaten verlangt. Dies reiche allerdings noch bei weitem nicht. Tuena fordert, den Strich nicht nur am Sihlquai, sondern auch in anderen Quartieren aufzuheben.

Suche nach neuen Orten

Die Stadtpolizei denkt zumindest beim Sihlquai über eine solche Massnahme nach. Laut Rolf Vieli, Projektleiter von Langstrasse Plus, ist dies eine Option. Er arbeitet im Rahmen des Projekts «Rotlicht» an einem Prostitutionsgesetz. Bis Ende Jahr soll der Stadtrat darüber entscheiden. Es zeichnet sich ab, dass der Zürcher Strassenstrich in der jetzigen Form nicht mehr weiterbestehen wird. Anfang März sagte Peter Rüegger, Ermittlungschef der Stadtpolizei, über den insgesamt 10,7 Kilometer langen Strassenstrich: «Das ist eindeutig zu viel.»

Mauro Tuena möchte an dessen Stelle besser kontrollierbare Eros-Center in Industriezonen. Doch Rolf Vieli winkt ab: Solche Center liessen sich heute nicht mehr so einfach realisieren, weil die dafür infrage kommenden Zonen mittlerweile zu aufstrebenden Entwicklungsgebieten geworden seien.

Für eine Konzentration

Der Zürcher Milieuanwalt Valentin Landmann brachte zwei mögliche Standorte ins Spiel: Der Schlachthof an der Baslerstrasse liesse sich mit einem Strassenstrich und Absteigen für Prostituierte kombinieren. So entstünde eine soziale Kontrolle, die beim Sihlquai fehle. Dabei gibt es allerdings ein Problem: Der Schlachthof ist noch in Betrieb und deshalb frühestens ab 2020 frei.

Einen weiteren Standort sieht Landmann in einer begrenzten Zone in der Langstrasse/Hohlstrasse. Das würde zu einer «wünschenswerten» Konzentration führen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.08.2010, 06:58 Uhr

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12 Kommentare

Bernhard Nater

05.08.2010, 09:02 Uhr
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Es ist höchste Zeit, dass das "Älteste Gewerbe" vom Staat zu einem Gewerbe mit Allen Rechten und Pflichten gemacht wird! - Diese "Schmuddelszenarien" allerorts sind menschenunwürdig und einem modernen Staat wie der Schweiz nicht angemessen. Hier sind die Gesetzgebenden gefordert endlich ein echtes Gewerbe - ohne "wenn und aber" zu etablieren - mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, notabene!!! Antworten


Heiri Meier

05.08.2010, 10:41 Uhr
Melden

die einfachste Lösung wäre: Einrichten von 2-3 Eroscenter und nach der Betriebsaufnahme ein Verbot des Strassenstrichs unter hohen Strafandrohung. Das gleiche könnte durch den Kantonsrat auf das ganze Kantonsgebiet beschlossen werden. Antworten



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