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«Stadt hätte Häuser an der Weststrasse kaufen müssen»

Von Edgar Schuler. Aktualisiert am 11.02.2011 12 Kommentare

Zürich hat es verpasst, an der Weststrasse günstigen Wohnraum zu schaffen. Jetzt profitieren von der neuen Verkehrsführung an der Weststrasse die Hausbesitzer massiv. Was geschieht mit dem Profit?

Von der Stadtautobahn zur begehrten Wohnzone: Die Liegenschaftenbesitzer an der Weststrasse reiben sich die Hände.

Von der Stadtautobahn zur begehrten Wohnzone: Die Liegenschaftenbesitzer an der Weststrasse reiben sich die Hände.
Bild: Sophie Stieger

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Für die Hausbesitzer ist der Wandel der Weststrasse von der Stadtautobahn zur Wohnzone wie ein Lottogewinn: Ohne dass sie einen Finger krümmen müssen, steigt der Wert ihrer Liegenschaften massiv, und sie können die Mieteinnahmen vervielfachen. «Das sind Profite ohne Leistung», sagt SP-Gemeinderätin Jacqueline Badran.

Die SP-Wohnbauspezialistin ist darum grundsätzlich für eine Abschöpfung von solchen Planungsgewinnen: Wenn durch staatliche Planung der Wert von Grundstücken steigt wie an der Weststrasse, sollen die Profiteure diese Wertsteigerung dem Staat zurückgeben. Umgekehrt würde Badran auch begrüssen, dass der Staat Verluste, die durch seine Planung entstehen, den Hausbesitzern zurückerstattet.

Gesetz fehlt

Weder das eine noch das andere ist aber heute möglich: Dafür fehle die gesetzliche Grundlage, teilte der Stadtrat auf Anfrage Badrans mit. Die SP-Politikerin befürwortet daher, dass längerfristig Bundesgesetze die Gewinnabschöpfung möglich machen werden. Kurzfristig will sie durch Verhandlungen von den Liegenschaftsbesitzern Konzessionen erreichen.

FDP-Gemeinderat Albert Leiser widerspricht Badran. Für den Direktor des Hauseigentümerverbands gehören Planungsverluste und -gewinne zum ganz normalen Risiko der Liegenschaftsinvestoren. Da gebe es nichts abzuschöpfen. «Die heutige Wertsteigerung gleicht nur die Wertminderung aus, die durch die Verkehrsführung vor 40 Jahren ausgelöst wurde», sagt Leiser.

Individuelle Gewinne

Die Liegenschaftspreise an der Weststrasse sind schon in den letzten Jahren im Hinblick auf die Westumfahrung gestiegen. Für Leiser ist klar: «Wer in dieser Zeit gekauft hat, macht jetzt viel weniger Planungsgewinn.» Das ist auch der Grund, weshalb sich der Gewinn der Hausbesitzer kaum beziffern lässt: Für jedes Haus müsste er separat berechnet werden.

Einig sind sich Leiser und Badran allerdings in einem: Die Stadt und namentlich ihre gut dotierte Stiftung PWG hätte an der Weststrasse aktiv werden und kaufen müssen. «Schliesslich wurde sie gegründet, um Häuser der Spekulation zu entziehen», sagt Leiser. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.02.2011, 12:14 Uhr

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12 Kommentare

Kurt Aegeri

11.02.2011, 13:11 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die rot-grüne Stadt Zürich hat wirklich von Tuten und Blasen keine Ahnung, so scheint es jedenfalls immer wieder. Aber immer genügend Geld für den Kulturfilz und die "Sändeli"-Trendsetterei. Es ist zum Haare raufen. Leider steht zu befürchten, dass es mit einer sog. bürgerlichen Regierung noch schlimmer stünde. Antworten


Beni Zurmühle

11.02.2011, 13:21 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Es gehört zur neoliberalen Politik, ganze Quartiere immer wieder mal neu umzugraben, verwurzelte Leute in andere Gegenden zu verscheuchen. Ein Wohnrecht steht einem offenbar nicht zu. Ich wohnte und arbeitete 19 Jahre im selben Haus im Kreis 6, bis ein Spekulant die Liegenschaft aufkaufte. Leider hat er sich danach aber vertan und hätte die Renovationen lieber rückgängig gemacht. Da warens 2 Loser Antworten



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