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Dreissig Hobby-Archäologen gesucht

Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 25.03.2010 6 Kommentare

Die Pfahlbauer-Funde unter der Sechseläuten-Wiese sind so umfangreich, dass mehr als dreissig befristete Stellen geschaffen werden. Mit der Zahnbürste werden die Ausgräber jedoch nur selten arbeiten.

Knochen, Steinbeilklingen und Keramikscherben: Funde, die unter der Sechseläuten-Wiese gemacht wurden.

Knochen, Steinbeilklingen und Keramikscherben: Funde, die unter der Sechseläuten-Wiese gemacht wurden.
Bild: PD

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Nicht weniger als «30 AusgräberInnen 100 %» sucht das Amt für Städtebau in einem halbseitigen Inserat, das heute Donnerstag unter anderem im Stellenanzeiger des TA erschienen ist. Teamfähig, zuverlässig, präzis, selbständig und mit einer guten Beobachtungs- und Auffassungsgabe sollen die Bewerber ausgestattet sein und «vorzugsweise» Ausgrabungserfahrung haben.

Bedingung ist weder eine archäologische Ausbildung noch praktische Erfahrung. Ursula Hügi, die Leiterin der Stadtzürcher Unterwasserarchäologie, begründet die tiefen Anforderungen mit dem Zeitdruck, dem die Ausgrabung unterworfen ist: «Wir haben lediglich neun Monate Zeit.» Dann müssten die Funde aus der Pfahlbauzeit, die im Boden vor dem Opernhaus entdeckt wurden, vollständig gehoben sein, damit das neue Parkhaus mit einem Jahr Verspätung eröffnet werden kann.

Schon im Mai sollen die Ausgräber ihre Arbeit aufnehmen. Dass auch Amateure willkommen sind, ist laut Hügi nichts Ungewöhnliches. Bei einer Grabung seien stets Profis dabei, die das nötige archäologische Fachwissen hätten. «Einen Teil der Leute kann man aber auch mit der Arbeit ausbilden.» Bereits hätten mehrere Dutzend Personen aus der Schweiz und Süddeutschland auf das Inserat reagiert.

Zahnbürste kommt kaum zum Einsatz

Das Aufgabenspektrum, das die Ausgräber erwartet, ist breit. Die sprichwörtliche Zahnbürste werden sie höchst selten in die Hand nehmen müssen, kündigt Hügi an: «Wenn man etwas findet, kommt meist eine kleine Mauerkelle oder ein Spachtel zum Einsatz.» Ein Teil der Arbeit bestehe aber auch darin, mit der Schaufel Material wegzuschaffen.

Mit offenen Armen nimmt das Amt für Städtebau auch Personen mit speziellem Fachwissen. «Eben hat sich eine wissenschaftliche Zeichnerin gemeldet, welche die Fundstücke dokumentieren könnte», sagt Hügi. Auch Leute, die ausgezeichnet fotografieren oder mit einem Vermessungsgerät umgehen können, sind auf der Ausgrabungsstätte gefragt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.03.2010, 16:17 Uhr

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6 Kommentare

Klaus Rózsa

26.03.2010, 11:46 Uhr
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Typisch unflexibles Zürich. Parkplätze sind wichtiger. Dabei könnte das, schön unter Glas, eine Sehenswürdigkeit in einer Flaniermeile werden. In der Nähe zum völlig missratenen Limmatquai... C.M. - unsere Stadtpräsidentin: Bitte handeln! Antworten


Anna Mussi

26.03.2010, 08:33 Uhr
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Zum Glück hat die Stadt einen Grund gefunden, um die Bauarbeiten am ungeliebten Parkhaus zu verzögern. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Verzögerung nur ein Jahr dauern wird. Ich möchte daher den Bewerbern nahelegen, sich auf einen mehrjährigen Job einzustellen und vor allem auch warme Kleider für die Winterarbeit zu beschaffen. Antworten



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