Stadtratswahlen: Kathrin Martelli geht, FDP stellt drei Kandidaten

Aktualisiert am 29.04.2009 8 Kommentare

Die amtierende Zürcher FDP-Stadträtin Kathrin Martelli hat genug. Sie wird an den Wahlen 2010 nicht mehr antreten. Die FDP steigt mit drei Kandidaten in den Wahlkampf.

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«16 Jahre sind genug»: Martelli gibt am Mittwoch, 29. April 2009 ihren Rücktritt auf das Ende der Amtsperiode 2010 bekannt.
Bild: Claudia Imfeld

   

FDP will Martellis Sitz verteidigen

Die FDP will mit drei Kandidaten in den Kampf um den Stadtrat antreten. Dabei verzichte man auf eine Zusammenarbeit mit der SVP, wie die FDP am Mittwoch bekannt gab.

«Wir haben ein grosses Reservoir an guten Leuten», sagte Urs Egger, Präsident der städtischen FDP. Eine Findungskommission werde nun einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Kathrin Martelli suchen. Egger sagte gestern, dass er für sich selbst eine Kandidatur im Moment nicht ausschliesse.

Andres Türler, amtierender Vorsteher des Departements Industrielle Betriebe, und Finanzvorsteher Martin Vollenwyder sagten, sie seien nicht amtsmüde. die beiden FDP-Politiker wollen im nächsten Frühling wieder antreten.

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Zu den Gesamterneuerungswahlen vom Frühling 2010 tritt die Freisinnige nicht mehr an, wie sie am Mittwoch vor den Medien sagte. Sie wolle im Stadtrat neuen Kräften Platz machen, so die 57-Jährige. Sie war bei der Ersatzwahl ums Stadtpräsidium am 29. März ihrer SP-Kontrahentin Corine Mauch unterlegen.

«Mit dem Stadtratspräsidium habe ich eine neuen Herausforderung gesucht – und verloren», sagte Martelli an der Medienkonferenz am Mittwoch. Wegen dieser einen Niederlage sei sie jedoch nicht erschüttert: «Schliesslich habe ich viele Male gewonnen.»

«Risiko und Chance für Partei»

16 Jahre in der Exekutive seien genug. Sie habe in ihrem Leben immer nach acht Jahren eine Neuerung gesucht. So übernahm sie 2002 nach acht Jahren im Tiefbau- und Entsorgungsdepartement das Hochbaudepartement. «Das Stadtpräsidium wäre wieder etwas Neues gewesen.» Nochmals acht Jahre als Stadträtin in einem anderen Departement könne sie sich aber nicht vorstellen. Am Tag der Wahlniederlage sei der Entscheid noch nicht klar gewesen. «Das habe ich erst später entschieden», sagte die FDP-Politikerin.

Martelli wird der FDP in den Wahlen als Zugpferd fehlen, dessen ist sie sich bewusst: «Ich bin sicher, ich würde wiedergewählt, wenn ich nochmals anträte.» Doch sie sieht die entstehende Vakanz nicht nur als Risiko, sondern auch als Chance für ihre Partei - und sei es nur, «um ein neues Gesicht aufzubauen».

Urs Egger, Präsident der Stadtzürcher FDP, kann den Entscheid Martellis nachvollziehen. Er habe nicht versucht, sie umzustimmen, sagte er. Auch ohne Martelli will die FDP ihre drei Stadtratssitze in den Wahlen verteidigen (siehe Kasten).

Was Martelli nach 2010 macht, ist offen, wie sie sagte. Sie freue sich, dann wieder etwas mehr Zeit für ihre Familie und Freunde zu haben. Bis zum Amtsende bleibe aber noch viel zu tun: etwa die Suche nach einem Standort für das neue Kongresshaus.

Vor allem als Hochbau-Chefin heimste Martelli viel Lob ein, musste aber auch mit empfindlichen Niederlagen leben. So gelang es ihr, allen Hindernissen zum Trotz zu erreichen, dass das neue Stadion Letzigrund rechtzeitig zur Euro 08 fertiggestellt wurde. Schiffbruch erlitt anderseits das Projekt für ein neues Kongresshaus am See. (cim/ep/sda)

Erstellt: 29.04.2009, 17:25 Uhr

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8 Kommentare

Christoph Keller

29.04.2009, 16:38 Uhr
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Wenn die SVPler die hochnäsigen FDPler konsequent nicht wählen, kann die FDP froh sein, wenn sich noch einen von drei Sitzen machen. Das Ziel für die SVP muss sein: FDP null Sitze. Nachher wären die Fronten für eine neue Zusammenarbeit bereinigt. Antworten


Albert Zimmermann

29.04.2009, 18:11 Uhr
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15% FDP WirLiebenalle mit 30% der Sitze als 5.Rad am Sozikarren, werden wohl ihren 3.Sitz verteidigen. Trotz satter linker Mehrheit in der netten Stadt überlassen die Linken ihren Vasallen diese Sitze, so trägt man nicht die alleinige Schuld für Versagen und die Netten sind ja so gern behilflich bei Selbstuntersuchungen und beim Skandale unter den Teppich kehren. Seldwyla hat die Regierung die es verdient Antworten



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