Zürich
Stimmvolk entscheidet über die Sexboxen
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 15.11.2011 37 Kommentare
Hier soll der Strichplatz entstehen
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Im April 2012 hätte der neue Strichplatz auf einem Areal zwischen der Aargauer- und Bernerstrasse in Altstetten eröffnet werden sollen. Doch dieses Ziel des Stadtrats kann definitiv nicht erreicht werden. Denn nun muss erst das Zürcher Stimmvolk darüber entscheiden, ob dort überhaupt jemals Prostituierte und Freier in Sexboxen zusammenkommen werden.
Zwar hat der Gemeinderat an seiner Sitzung vom 14. September 2011 einen Objektkredit von rund 2,4 Millionen Franken für die Errichtung und den Betrieb des Stichplatzes gutgeheissen. Die SVP Stadt Zürich hat aber das Referendum gegen diesen Beschluss ergriffen.
Laut Angaben der Zürcher Stadtkanzlei kam dieses Referendum zustande. Von den 2788 eingereichten Unterschriften wurden 2244 geprüft. 2063 davon wurden als gültig erklärt, 2000 wären nötig gewesen. Jetzt muss der Stadtrat entscheiden, wann die Vorlage vors Volk kommen soll. Der frühstmögliche Abstimmungstermin wäre Sonntag, 11. März 2012.
Waser ist zuversichtlich
Stadtrat Martin Waser, Vorsteher der Zürcher Sozialdepartements, nimmt die Nachricht gelassen zur Kenntnis. «Es ist das demokratische Recht der Partei, sich gegen den Entscheid des Gemeinderats zu wehren. Jetzt kann auch die Stimmbevölkerung von Zürich Stellung dazu nehmen», sagte er gegenüber Tagesanzeiger.ch. Er sei sehr zuversichtlich, dass die Bevölkerung dem Projekt «deutlich zustimmen» werde. «Die Probleme auf dem Strassenstrich am Sihlquai sind sattsam bekannt. Diese Zustände kann man weder den Anwohnern noch den Prostituierten weiter zumuten.»
Beim Quartierverein Altstetten ist man erleichtert über das Zustandekommen des Referendums. «Wir sind froh, dass etwas passiert», sagt Vizepräsidentin Sonja Struchen auf Anfrage. Der Strichplatz und die Verrichtungsboxen wären «kein Zustand» für das Quartier. Trotzdem glaubt sie nicht daran, dass das Projekt an der Urne verworfen wird. «Vermutlich stimmen nur die Betroffenen dagegen. Die anderen Quartiere sind wohl froh, wenn sie die Sexboxen nicht selbst bekommen.»
Projektleiter erwartet den Eingang von Rekursen
Doch der politische Entscheid über den Strichplatz ist nicht die einzige Hürde, die noch genommen werden muss. Auch die 30-tägige Rekursfrist gegen das Bauprojekt ist noch nicht abgeschlossen. Die Rekurrenten können ihren Antrag noch bis Anfang Dezember 2011 dem zuständigen Baurekursgericht des Kantons Zürich zusenden. 22 Parteien haben während der öffentlichen Planauflage vom 29. Juli bis 18. August den Bauentscheid bestellt.
«Wir gehen davon aus, dass Rekurse gegen das Projekt eingehen werden. Die baurechtlichen Schritte können den Strichplatz noch stärker verzögern als das Referendum», sagt denn auch Projektleiter Michael Herzig, Vizedirektor Soziale Einrichtungen und Betriebe der Stadt Zürich. Das Bauprojekt werde dadurch allerdings nicht teurer, versichert er weiter. «Es ist derzeit sistiert, die weitere Planung wurde eingefroren. Wir warten nun, bis der Entscheid des Volkes auf dem Tisch liegt.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.11.2011, 13:02 Uhr
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37 Kommentare
Europaweiter Trend ist die ersatzlose Streichung des Strassenstrichs (nicht der Prostitution!). Nur zwei Herren im Zürcher Stadtrat haben die noch nicht gemerkt. Die Linken und die Grünen, die jedes Auto aus dem Stadtgebiet verbannen möchten, scheint der Schleichverkehr um nachte Mädchenä....e auch nicht im Geringsten zu stören, dessen sinnlose Abgase eben ein absolutes Randproblem sind. Antworten
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