Zürich
Streit um «ostdeutschen Akzent» bei Tramdurchsagen
Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 07.05.2010 53 Kommentare
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Die Durchsagen sollten in Hochdeutsch, aber ohne Akzent zu hören sein.
Störmeldungen sollten in Zürichdeutsch gesprochen werden.
Störmeldung sollten in Hochdeutsch gesprochen werden, der Akzent ist nicht wichtig.
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Der Zürcher Verkehrsverbund ZVV betreibt ein Online-Forum, in dem sich derzeit Passagiere einen Schlagabtausch über die Störmeldungen in den VBZ-Trams liefern. Er sei zwar dafür, dass man Durchsagen über das Lautsprechernetz Hochdeutsch spricht. «Dass diese Durchsagen aber von einem Sprecher gelesen werden, dem man die deutsche (ostdeutsche) Herkunft so deutlich anmerkt, finde ich über der Schmerzgrenze», eröffnet der User edi_the_eagle das Thema. Zu hören gewesen sei das im 10er-Tram.
Tram-Benutzer iMagic zieht den Schluss, dass hier billige Arbeitskräfte am Werk sein müssen: «Immer, wenn ich die hochdeutsche Durchsage höre, dann bin ich sicher am Berliner Hauptbahnhof. Hauptsache günstiges Personal.» Das sieht User Schubiduu ganz anders: «Was für ein Akzent eine Stimme hat, ist doch wurscht, Hauptsache, die Ansagen sind verständlich.» Er fragt sich, ob etwa nur gebürtige Schweizer Ansagen machen dürfen? «Aber hier schlägt leider wieder der Hass der Schweizer gegen alles deutsch klingende und alles Deutsche durch.»
Ostdeutscher will schweizerdeutsche Durchsagen
Das lässt iMagic nicht gelten. Sein Kumpel sei von Deutschland und sogar aus dem Osten, der verstehe es nicht, warum die Schweizer nicht in Schweizerdeutsch in den Bahnhöfen ausrufen. «Er will ja die Mundart lernen, aber so kann er es nie!», so sein Fazit. Da schreitet der Zugchef Zürich ein: «Wenn dein Kumpel Schweizerdeutsch lernen will, so lernt er das sicher nicht über eine Durchsage im Bus oder Zug, sondern im Umgang mit Menschen. Hier haben weder der ZVV noch die VBZ oder die SBB einen Bildungsauftrag.»
«Wie will Deutsch die Landessprache sein, wenn es niemand naturmässig kann?», fragt iMagic zurück. Schliesslich habe niemand bei der Gründung der Schweiz Hochdeutsch gesprochen. Der Zugchef Zürich widerspricht: «Eine der vier Landessprachen ist Deutsch, nicht Schweizerdeutsch. Denn ein wirkliches Schweizerdeutsch gibt es nicht. Und nicht zuletzt ist Ziel einer Durchsage, dass jeder Tourist, der eben nicht 20 verschiedene Dialekte versteht, diese verstehen kann.»
Aufnahmen geändert
Durchsagen der Leitstelle in Schweizerdeutsch gibt es laut der VBZ keine. «Im Fall einer Störung werden die Fahrgäste in Hochdeutsch informiert», sagt VBZ-Sprecherin Daniela Tobler auf Anfrage. Wichtig sei dabei die schnelle und klare Kommunikation. Je nachdem, woher jemand stammt, ist allenfalls ein Akzent zu hören. «Wir haben wie andere Unternehmen auch Mitarbeitende aus zahlreichen Kantonen und solche, die aus dem Ausland stammen», sagt Tobler weiter.
Etwas an den Akzenten der Aussprache zu ändern, ist für die VBZ kein Thema. Anders sieht es aus, wenn Haltestellen nicht ganz korrekt ausgesprochen werden. 2006 war deswegen eine Diskussion über die Aussprache der Haltestelle Winkelriedstrasse entbrannt. Die VBZ änderte daraufhin die Aufnahme der Sprecherin.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.05.2010, 11:01 Uhr
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53 Kommentare
Was für ein Widerspruch: Sie drücken die Löhne, tragen aber dazu bei, das die Mieten explodieren. Wenn jemand einen niedrigeren Lohn bekommt, dann kann er sich sicher keine teure Wohnung leisten. Sorry liebe Schweizer lernt Ihr erstmal richtig Eure vierte Landessprache. Antworten
Hat wieder jemand was zum mekern an der VBZ gefunden? Es ist doch mir egal wie die Haltestellen angesagt werden, ich will von A nach B kommen und kenne das VBZ Netz. Und die wo das VBZ Netz nicht kennen und die Ansagen brauchen sind e keine Zürcher also spielt es gar keine Rolle. Kindergarten das! Hat z.B. je jemand was gesagt warum bei Banken, Versicherungen etc. alles in Englisch läuft? Antworten
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