Zürich
Student fällt in der Gesangsstunde in Ohnmacht
Von Carmen Roshard. Aktualisiert am 01.12.2012 93 Kommentare
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Bei der Einweihung vor zwei Monaten lobte Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) die neue Pädagogische Hochschule Zürich (PH) über den Klee, sprach von einem «Glücksfall». Statt Tram zu fahren, meinte PH-Direktor Walter Bircher, könnten sich die Studierenden jetzt aufs Studieren konzentrieren. Schön wärs.
Ein paar Wochen nach Semesterbeginn hört man aus Dozenten- und Studentenkreisen, dass es mit der Luft in manchen Zimmern alles andere als optimal bestellt ist. Ein Student fiel während der Gesangsstunde in Ohnmacht, verletzte sich am Kopf und musste in ärztliche Behandlung. Wegen der geringen Luftfeuchtigkeit von 25 bis 30 Prozent kommt es zu Juckreiz, vermehrtem Kopfweh und Bindehautentzündungen. Und, daraus folgend, zum Einsatz diverser Luftbefeuchter.
Sofort an die frische Luft
Studierende sprechen von «stickiger Luft in winzigen Zimmern», weil sich die Fenster im Minergie-Haus nicht öffnen lassen. Das kommt bei vielen Studierenden schlecht an. «Es ist doch ganz normal, dass man ab und zu das Bedürfnis hat, die Fenster zu öffnen», sagt eine Studentin. Sie kommt nur zum Instrumentalunterricht an die PH Zürich und findet nicht nur die schlechte Luft eine Zumutung. «Den ganzen Tag Kunstlicht, ich würde hier nie studieren wollen, keinen Tag würde ich es aushalten in diesem Gebäude», so ihr Fazit.
Eine Studentin aus Deutschland erzählt, wie sie von ihrer Lehrerin öfters gefragt werde, ob sie es aushalte in der schlechten Luft. Zudem rate sie ihr immer wieder, genug zu trinken. Andere bedauern ihre Dozenten: «Als Dozent muss es noch schlimmer sein, wenn man es in diesen kleinen Musikzimmern acht Stunden ohne Frischluft aushalten muss.» Wieder andere müssen nach dem Musikunterricht sofort an die frische Luft, und sei es noch so kalt draussen auf dem Pausenhof.
Auch für die Dozenten ein Problem
Auf Anfrage halten sich die Lehrer bedeckt. Aus ihrem Umfeld hört man aber, dass das Raumklima auch für Dozenten ein Problem ist. Eine Dozentin musste sich schon am Tisch festhalten, weil sie glaubte, ohnmächtig zu werden. Ein weiterer Dozent leidet seit dem Umzug wegen der trockenen Luft unter Juckreiz am Abend. Gegenüber dem TA wollte niemand persönlich Stellung nehmen. Reto Klink, Kommunikationsbeauftragter der Pädagogischen Hochschule Zürich, weiss, dass das Raumklima noch nicht überall ideal ist. «Wir nehmen an, dass es etwa ein Jahr dauern wird, bis die ganze Anlage von Lüftungstechnikern richtig justiert ist», sagt Reto Klink.
Dies sei in Minergie-Häusern jedoch vielfach der Fall. Die PH Zürich habe im Blog, den sie für den Umzug eingerichtet hatte, auf die Lüftungssituation hingewiesen. Bei dem Zwischenfall mit dem Studierenden, der ohnmächtig zusammenbrach und unglücklich gegen die Tischkante fiel, sehen die Verantwortlichen einen möglichen Grund darin, dass eine Lüftungsklappe im Gesangszimmer aufgrund von Arbeiten an der Haustechnik während kurzer Zeit verschlossen war.
Zu kalt, zu heiss
Beim Einzug sei es in einigen Etagen zu kalt gewesen, in anderen zu heiss, räumt Reto Klink ein. Auch die Sonnenstoren hätten anfänglich nicht überall richtig funktioniert. Es habe sich aber nur eine Minderheit der 750 Angestellten und 2500 Studierenden beklagt, so Pressesprecher Klink.
In elf ausgewählten Räumen werden nun aufgrund von Rückmeldungen der Mitarbeitenden mehrfach Messungen durchgeführt. «Falls diese nicht in Ordnung sind, werden wir reagieren», sagt Klink. Parallel dazu werden ungefähr drei Monate nach dem Einzug, voraussichtlich also noch in diesem Jahr, weitere Messungen durchgeführt. Grundsätzlich seien die Beanstandungen in letzter Zeit aber eher zurückgegangen, sagt Reto Klink. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 30.11.2012, 22:01 Uhr
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93 Kommentare
Ist doch egal.
Hauptsache die Immobilien werfen eine schöne Rendite ab für die SBB, entsprechen den aktuellen (Min-)Energie-Labels, setzen die Vorgaben für verdichtetes Bauen um und machen aus Zürich eine richtige Grossstadt. Was will man mehr?
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