«Studiengebühren mal zwei, da sagen wir Nein»
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Der Protest der Zürcher Studenten richtete sich vorab gegen die drohende Erhöhung der Studiengebühren. «Studiengebühren mal zwei, da sagen wir Nein», skandierten die Demoteilnehmer am Freitagabend vor dem Rathaus, begleitet von einem gellenden Pfeifkonzert. Sie spielten damit auf die kommende Budgetberatung im Kantonsrat an.
Die Bürgerlichen, angeführt von der SVP, wollen mit dem Voranschlag 2010 eine Verdoppelung der Gebühren verlangen. Sowohl an der Universität wie auch an der Zürcher Fachhochschule würden die Semestergebühren damit auf 1200 bis 1400 Franken ansteigen. Es könne nicht in Frage kommen, dass die Folgen der Krise und Steuersenkungen auf die Studierenden abgewälzt würden, hiess es an der Kundgebung. Durch die Verdoppelung der Gebühren würden vor allem finanziell Scwächere vom Studium ausgeschlossen. Bildung müsse aber für alle offen sein.
Die Bologna-Reform erschwere ohnehin schon die Möglichkeit, neben dem Studium einem Nebenerwerb nachzugehen, sagte eine Vertreterin der Gruppierung «Unser Uni». Zudem sei in den letzten Jahren der Stipendienopf um fast 20 Prozent geschrumpft, während gleichzeitig die Zahl der Studierenden um über 80 Prozent zugenommen habe.
Gegen Verschuldung und Ökonomisierung
Die Proteste richteten sich zudem gegen die Verschulung des Studiums, die Präsenzpflicht und die Umsetzung der Bologna-Reform. «Wir wehren uns gegen die zunehmende Ökonomisierung der Bildung», wurde betont. «Die Bildung krepiert, weil die Privatwirtschaft regiert», hiess es auf einem der zahlreichen Transparente. An der Schlusskundgebung wurde die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli aufgefordert, zu den Protesten Stellung zu nehmen. Sie stellte dabei den Studierenden für Montag ein Gespräch in Aussicht. Zusammen mit der Uni-Leitung sollen die Anliegen der protestierenden Studierenden erörtert werden.
Der Demonstrationszug startete bei der Universität und führte über das Bellevue zum Rathaus und endete beim Walchetor vor der Finanz- und Bildungsdirekton. Der Protest sei friedlich verlaufen, sagte ein Sprecher der Zürcher Stadtpolizei. Es habe keine Zwischenfälle gegeben.
Besetzung geht weiter
Zur Demo aufgerufen hatte die Gruppierung «Unsere Uni», die seit 11 Tagen den grössten Vorlesungssaal der Universität Zürich besetzt hält. Die Besetzung werde über das Wochenende weitergehen, sagte eine Sprecherin der protestierenden Studierenden. Die Uni-Leitung hatte den Besetzern ein Ultimatur gesetzt. Bis am Freitag sollten sie den Hörsaal räumen. Im Gegenzug versprach Rektor Andreas Fischer, einen andern Raum ausserhalb der Universität zur Verfügung zu stellen.
Die Leitung der Universität habe über das weitere Vorgehen noch nicht entschieden, sagte Uni-Mediensprecherin Christina Hofmann am Freitagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Man lasse die Besetzer noch bis Montag gewähren. Die Fachvereine Ökonomie und Jus forderten die Besetzer auf, den Hörsaal umgehend freizugeben und das Angebot des Rektors anzunehmen. Die Besetzung störe den ordentlichen Studienbetrieb sehr stark. Zahlreiche Vorlesungen hätten in kleinere Räume verlegt oder gar abgesagt werden müssen. (vin/sda/ap)
Erstellt: 27.11.2009, 19:12 Uhr
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