Zürich
«Suche vier Zimmer, biete drei»
Von Philipp Albrecht. Aktualisiert am 05.01.2011 6 Kommentare
Artikel zum Thema
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Nadia Loosli kam durch einen Tausch zu ihrer Traumwohnung im Seefeld. Weil sich dort eine WG auflöste, suchte eine der verbliebenen Bewohnerinnen eine kleinere Wohnung für sich. Gleichzeitig suchte Loosli, die mit dem Freund in einer Zweizimmerwohnung lebte, etwas Grösseres. Die beiden Vermieter hatten nichts dagegen.
Die zweifache Mutter und Betreiberin von Naloo's Immomailing, einem Wohnungsvermittlungsdienst per E-Mail, kennt demnach die Vorteile eines Wohnungstausches: «Es ist eine sehr gute Sache, weil häufig getrennt, geschieden und zusammengezogen wird, so dass immer wieder Grösseres gegen Kleineres getauscht werden kann – oder umgekehrt.» Auf ihren täglichen Immomailings sind entsprechend oft Wohnungen aufgeführt, die zum Tausch angeboten werden.
Wohnungstausch braucht keinen neuen Mietvertrag
Ähnlich sieht es auf Tauschwohnung.ch aus. Die Betreiber bezeichnen die Website als «Alternative zu herkömmlichen Immobiliendatenbanken, die aus der frustrierenden Marktsituation in der Region Zürich entstand.» Zur Vermietung ausgeschriebene Objekte seien entweder total überteuert oder aber es gebe 200 Bewerber für ein einzelnes Objekt, heisst es weiter. Die Inserate sind in drei Kategorien aufgeteilt: kleiner sucht grösser, grösser sucht kleiner und gleich sucht gleich. Die ersten beiden Kategorien halten sich die Waage. Zurzeit sind 22 Inserate aufgeführt, die sich allesamt in der Stadt Zürich befinden.
Für Walter Angst vom Zürcher Mieterverband ist der Wohnungstausch «ein guter Weg, um einer starken Erhöhung des Mietzinses entgegenzutreten». Komme es zum Tausch, würden nämlich die Mietverträge nicht neu aufgesetzt, sondern lediglich überschrieben. Wenn alle drei Parteien unterschrieben haben, bleiben die Mietbedingungen gleich.
Wohnungstausch im Interesse der Vermieter
Problematisch werde es, wenn der Vermieter nicht zum Wohnungstausch einwilligt und die Bewohner sich dazu entscheiden, sich die Wohnungen gegenseitig unterzuvermieten. «Als Mieter ist man dann nicht mehr Vertragspartei und hat bei einer Kündigung vonseiten des Vermieters kein Recht auf Fristerstreckung», erklärt Angst.
Abgesehen davon kann der Tausch laut Angst helfen, die Wohnungsnot in der Stadt Zürich zu entschärfen: «Die Leute bleiben heute tendenziell länger alleine in grösseren Wohnungen, weil sie glauben keine kleinere zu finden.» Darum appelliert er auch an die Vermieter, sie sollten einem Wohnungstausch stets Hand bieten, weil auch sie ein Interesse daran hätten, dass der Wohnraum in Zürich gut genutzt wird.
Nadia Loosli solls recht sein. In einer Umfrage, die sie unter ihren Mailingempfängern durchgeführt hat, stellte sich heraus, dass fast die Hälfte ihrer Kunden bereits eine Wohnung in der Stadt hat. Sie suchen lediglich etwas Besseres. Da bietet sich ein Wohnungstausch regelrecht an. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.01.2011, 12:27 Uhr
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6 Kommentare
Der Whgs-Tausch funktioniert nur für die, die bereits eine gute Whg in der Stadt haben. Denn niemand wird eine Whg im Kreis 6 für eine in Affoltern tauschen. Ausserdem: Viele Vermieter sind gegen Whgstausch, weil sie so die Miete trotz Wechsel nicht heraufsetzen können. Habe ich selber erlebt, inkl. fadenscheiniger "Begründung" des Vermieters: "Ich habe schon nen Nachmieter, und es ist mein Haus!" Antworten
@ Stefan Kreis. Wieso ist es fadenscheinig, wenn der Vermieter schon einen Nachmieter hat. Viele Vermieter führen Wartelisten! Der Hauptzweck des Wohnungstausches ist GELD. Dem GELD zuliebe versucht der ausziehende Mieter noch etwas GELD aus seiner Wohnungsauflösung zu ergattern. GELD in Form von billigerer Miete am neuen Ort oder die Option (hat auch WERT) wieder in die alte Bleibe zu gehen, etc Antworten
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