Zürich
Surfer erhalten keine Welle auf der Limmat
Von Jürg Rohrer. Aktualisiert am 24.06.2010 17 Kommentare
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Mit einem aufblasbaren Riesenschlauch auf dem Kanalgrund könnte das Wasser, das aus dem Kraftwerk Letten fliesst, zu einer Welle geformt werden, auf der es sich surfen liesse. Diese Idee des Vereins Stehende Welle wurde von der CVP vor fünf Jahren in ein Postulat gefasst, das gestern Mittwoch endlich zur Diskussion kam. Christian Traber (CVP) sprach von einem innovativen Projekt, das Zürich attraktiver machen und weltweit Aufmerksamkeit erzeugen würde. Der Elan der jungen Leute, die das Projekt seit über fünf Jahren verfolgten, verdiene Respekt. «Finden Sie den inneren Surfer in sich», rief Martin Luchsinger (GLP) in den Ratssaal. Die Welle sei Jugendförderung par excellence, Standortförderung und zudem ökologisch, weil die Zürcher Surfer nicht mehr weit reisen müssten für ihre Welle.
Die SVP war nach den Worten von Rolf Stucker eindeutig dagegen, weil diese Spassgesellschaft mit einer Stromvergeudung von 1,4 Prozent erkauft würde. Auch stelle die verstärkte Strömung eine Gefahr für die badenden Kinder in der Badi Unterer Letten dar. Auch die FDP sei klar dagegen, sagte Claudia Simon. Die Welle lasse sich nicht mit der Fischtreppe vereinbaren, und es handle sich um ein Bedürfnis von wenigen.
Niklaus Scherr (AL), Kyriakos Papageorgiou (SP) und Bernhard Piller (Grüne) lehnten ab, weil der Letten keine weiteren Events ertrage. SP und Grüne waren gespalten wie selten: Jugend- und Sportförderung standen dem Energieverlust und dem Schutz des Quartiers gegenüber. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 24.06.2010, 08:10 Uhr
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17 Kommentare
Zürich will eine Weltstadt sein, ist aber sowas von kleinkarriert, wenns um neuartige Projekte geht. Da stehen immer gleich die Zweifler an vorderster Front. Die Argumente der Gegner sind fragwürdig und immer wieder unter dem Deckmantel "Umwelt" angesiedelt. Man könnte ja wenigstens mal einen Versuch starten, Was in München bestens funktioniert, - ist super - wäre wohl auch in Zürich möglich! Antworten
Der Limmatwave-Verein hat seine Aufgaben gemacht: Die Wellen-Benutzer könnten die Strom-Nachfrage senken, indem sie genau diesen Betrag einsparen. Was will man von jungen, konsumorientierten Sportlern mehr verlangen? Das schaffen nicht einmel die Grünen. Und zu messen wäres an der Stromrechnung voher und nacher. Das wollte die SVP und FDP einfach nicht wahr haben. Schade. Antworten
Ich wohne gerade in München wo seit Jahren auf der stehenden Welle im Eisbach gesurft wird. Bis vor kurzem illegal aber seit 2 Wochen jetzt auch von der Stadt genehmigt. Schaden hat daran echt keiner und ich denke die Sache mit dem Strom in Züri würde man auch lösen können. Hier macht es einfach Spass den Jungs zu zuschauen und ein bisschen Surfer Gefühle mitzuerleben. Hang loose my friends... Antworten
Lieber Herr Brugger, falls man seine Leidenschaft gerne ausübt ist doch Bremgarten mit einer (seit Jahren bestehender Welle) bestens geeignet für Zwischentrainings. Liegt wirklich nicht so weit von Zürich und man kann das Surfboard ja aufs Velo binden dann stimmts auch mit der Öko-Bilanz. Oder hats dort zu wenig Hippsters & fancy Peoples? (übrigens, ich surfe seit 18 Jahren) Antworten
Absolut lächerlich wie hier versucht wird "Spassgesellschaft" als schimpfwort zu gebrauchen. Ich mag Spass haben, ich geb's zu, nennt mich einen Spassgesellen und macht mich Stolz. Doch für was lebt ihr? @Markus Tobler: Das ist sogar das Lehrbuchbeispiel von Bünzlitum! Zürich ist nich Hawaii ergo grüäzi anstatt aloa und velo fahren statt surfen so Ihre Logik, nur ja nicht den Horizont erweitern!! Antworten
Ich schliesse mich eigentlich der AL und SP an. Wir brauchen hier am Letten keinen zusätzlichen "Event" für Landeier mehr. Das hat mit Jugend- und Sportförderung auch alles nichts zu tun. Es ist eine Trendsportart für einige wenige ausgewählte Freaks welche vor Allem die Aufmerksamkeit suchen. Darum geht das im Zürich anscheinend nur am Letten oder in München nur neben dem P1. Und nicht sonstwo. Antworten
@Adrian Bisang, bezüglich Welle bin ich völlig der Meinung dass man das realisieren kann und auch sollte. Befremden tut mich ihre Aussage, dass die Benützer mit sehr sehr wenig Strom leben würden. Woher haben Sie dieses Wissen? Die Spassgesellschaft hat sich noch nie einen Deut um Energieverbrauch gekümmert. @Carlo Müller, Bünzli ist jemand, der alles geil findet weils hip ist..... Antworten
Die Argumente der SVP sind lächerlich. Die Strömung hätte sich nach 20-30 m nach der Welle wieder normalisiert. Baden in einem Flussbad ist so oder so nur für gute Schwimmer. Gilt für Erwachsene wie Kinder. Und wie wäre es, den Strom von Solarzellen zu beziehen? Antworten
Spassgesellschaft!! Wer sich mit dem Projekt beschäftigt, weiss wie viele Leute diese Welle benützen würden, und sich auch bemühen mit sehr sehr wenig Strom zu Leben. Wer kein Spass im Leben hat, soll sein Frust nicht die Anderen spüren lassen. Antworten
München wurde soeben von Monocle zur attraktivsten Stadt weltweit gewählt....es macht den Braten sicherlich nicht feiss, aber München hat seit Jahren beim Park eine stehende Welle. Das nur anbei. Schade, dass Zürich sich mal wieder gegen was Innovatives stellt. Seit ein paar Jahren scheint mir, dass Zürich jedes Jahr einen Schritt zurückkrebst...liegt wohl an der Stadtregierung. Antworten
Die Welle braucht einfach zuviel Energie, oder besser gesagt, wegen der Welle kann weniger Strom produziert werden. Evtl. sind wir halt nicht alles Bünzlis, sondern Leute, die nicht nur an ihr eigenes Vergnügen denken, sondern auch ein Umweltbewusstsein haben. Antworten




Hanspeter Fritschi
Grossen Dank den Limmatwave-Leuten für ihr unermüdliches Engagement. Der schönste Sport der Welt ist nicht aufzuhalten - im Fluss steckt er einfach noch in den Kinderschuhen. Die momentan zehntausend schweizer Surfer werden in einigen Jahren Wellen wie Skateparks antreffen. Und wehe unsere 500'000 Snowboarder werden auf Surfbretter losgelassen... Ob mit oder ohne Zürich - Wellen werden gebaut. Antworten